Vizepräsidentin Martha Schultz
© FIW/Barbara Nidetzky

WKÖ-Schultz zum Weltfrauentag: Österreichs Frauen in der Wirtschaft sind selbstbewusste Gestalterinnen

Über 140.000 Unternehmerinnen prägen heimische Wirtschaft: Fast jedes 2. Unternehmen wird von einer Frau gegründet, mehr als jedes 3. Unternehmen von einer Frau geführt

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06.03.2024

Der bevorstehende Weltfrauentag ist für Martha Schultz, WKÖ-Vizepräsidentin und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW), ein willkommener Anlass, die beeindruckenden Leistungen von Österreichs Frauen in der Wirtschaft in den Fokus zu stellen: "Unternehmerinnen und Frauen in der Wirtschaft sind sehr gute Vorbilder, wenn es darum geht, Klischees zu überwinden und eigenständige Erfolgsgeschichten zu schreiben. Erfolgreiche Unternehmerinnen sind selbstbewusste Gestalterinnen ihrer wirtschaftlichen und sozialen Umwelt. Genau darauf kommt es für mehr Fairplay zwischen den Geschlechtern an.“

Wirtschaft wird immer weiblicher

Die heimische Wirtschaft wird zunehmend von Frauen geprägt, und mehr als 140.000 Unternehmerinnen leisten einen bedeutenden Beitrag zum Wirtschaftsstandort. Mehr als jedes 3. Unternehmen wird von einer Frau geführt, fast jedes 2. Unternehmen wird von einer Frau gegründet. Noch nie wurden so viele Einzelunternehmen von Frauen gegründet. Die Zahl der weiblichen Gründerinnen liegt aktuell bei 44,5 Prozent, im Jahr 2023 wurden 13.288 Einzelunternehmen gegründet, das ist ein Plus von 5,3 Prozent. Mehr als ein Drittel der Unternehmen werden von einer Frau geleitet. Wichtigste Motive für Frauen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, sind eine flexible Zeit- und Lebensgestaltung, der Wunsch die „eigene“ Chefin zu sein und die Steigerung des Einkommens.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Kinderbetreuung und veraltete Rollenbilder bleiben Hemmschuh

Ganz oben auf der Agenda steht für Schultz das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn fast jede 2. Unternehmerin ist auch Mutter. „Wir wissen, dass es leider meist immer noch die Frauen sind, die den schwierigen Drahtseilakt zwischen Familie und Beruf meistern müssen. Hier muss endlich etwas weitergehen: einerseits beim Aufbrechen verkrusteter Rollenbilder, andererseits mit konkreten Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit. Denn diese ist gerade auch in Zeiten von Arbeitskräftemangel eine wichtige Stellschraube“, fordert die oberste Unternehmerinnen-Vertreterin. 

Erster wichtiger Schritt mit Kinderbetreuungs-Offensive der Bundesregierung gelungen

Die zusätzlichen Mittel von 4,5 Mrd. Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung bezeichnet Schultz einen entscheidenden Schritt. Der notwendige quantitative Ausbau müsse allerdings unbedingt mit qualitativen Verbesserungen einhergehen, so Schultz: „Natürlich freut es mich, dass sich unser jahrelanger Einsatz gelohnt und die Regierung unsere konsequenten Forderungen nach einem Ausbau der Kinderbetreuung aufgegriffen hat. Neben einem flächendeckenden Ausbau des Betreuungsangebots und einer Verbesserung der Öffnungszeiten, die mit einem Vollzeitjob vereinbar sind, muss der Fokus nun auch ganz gezielt auf qualitative Verbesserungen gesetzt werden.“ Darauf hat die WKÖ auch bereits in ihrem Stufenplan hingewiesen und zudem gemeinsam mit Expert:innen detaillierte Umsetzungsvorschläge erarbeitet.

„Elementare Bildungseinrichtungen, Tageseltern oder Kinderkrippen sind neben der Familie die ersten Bildungsorte. Jedes Kind soll von frühkindlicher Bildung profitieren können. Denn frühkindliche Bildung ist die Basis für Erfolg und Chancengerechtigkeit“, unterstreicht Schultz die Bedeutung der Elementarpädagogik als essentiellen Grundstein für das spätere Leben. Eine Investition, die sich lohnt: Denn jeder in frühkindliche Bildung investierte Euro kommt 8-fach zurück.

(PWK080/ES)