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Betriebe als tragende Säule des Sozialsystems: Zahlungsmoral der Betriebe ausgezeichnet

Position der WKÖ

Unternehmen zahlen jährlich mehr als 37 Mrd Euro direkt in das Sozialsystem ein. Dazu zählen die Beiträge der Dienstgeber (DG) zur Kranken-, Pensions-, Unfall- sowie Arbeitslosenversicherung. Ebenso dazugerechnet werden DG-Beiträge zum Familienlastenausgleichsfonds, Mitarbeiter-Vorsorgebeitrag, Insolvenz-Entgeltsicherungsbeitrag, Nachtschwerarbeitsbeitrag, Schlechtwetterentschädigungsbeitrag sowie Wohnbauförderungsbeitrag. Darunter fallen weiters die Beiträge, die die Selbständigen und Bauern an die SVS zahlen. 

Mit diesem Beitrag von jährlich mehr als 37 Mrd Euro tragen die DG bzw. Selbständigen den Löwenanteil, nämlich 63% der insgesamt knapp 59 Mrd Euro, der direkten Finanzierung des österreichischen Sozialsystems.   

Darüber hinaus finanzieren die Unternehmen über direkte (z.B. Einkommens- und Körperschaftssteuer) und indirekte Steuern (z.B. Umsatzsteuer) die steuerfinanzierten Zweige des österreichischen Sozialsystems mit (die Sozialhilfe, die Ausgleichszulage, den Bundesbeitrag zum Pensionssystem, etc.). 

Ein weiterer wichtiger Beitrag, der von DG ohne Gegenleistung erbracht wird, ist die gesamte Abwicklung der Lohnverrechnung und damit zusammenhängend die Abfuhr von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Abgaben. Dieser Verwaltungsaufwand der Unternehmen dient den Versicherten, dem Staat und der Sozialversicherung und wird mit jährlich mindestens 400 Mio Euro geschätzt. 

Extrem hohe Einbringungsquote 

Die Zahlungsmoral der Unternehmen bei der Abfuhr der Beiträge hat sich – ausgehend von einem bereits extrem hohen Niveau in den vergangenen Jahren - noch einmal verbessert: Die Einbringungsquote, also der Anteil der eingezahlten Beiträge an den vorgeschriebenen Beiträgen, erhöhte sich von 99,28% im Jahr 2013 auf 99,81% im Jahr 2019.  

Das Volumen der uneinbringlichen Beiträge hat sich innerhalb von sechs Jahren mehr als halbiert: Von 169,9 Mio. Euro im Jahr 2013 auf nunmehr rund 86 Mio. Euro im Jahr 2019, das entspricht 0,19%. Zum Vergleich: Nach einer KSV-Umfrage betrugen die Forderungsausfälle der heimischen KMU 2019 1,7% des Umsatzes. 

Diese 0,19% entfallen im Wesentlichen auf insolvente Unternehmen. Im Regelfall springt dann der Insolvenz-Entgelt-Fonds ein (der wiederum ausschließlich durch DG-Beiträge finanziert wird) und leistet die nicht abgeführten DG-Beitragsteile an die Sozialversicherung.


Einbringungsquoten
© WKÖ

          

Autor: Dr. Caroline Graf-Schimek
Stand: März 2021

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