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Kommentar Wirtschaftspolitik: Open Innovation Strategie – Offensivelement für eine bessere Innovationsleistung Österreichs

Ausgabe 28/2016

In Kürze

Mit der „Open Innovation Strategie für Österreich“ wird die bestehende „Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation“ (2011) im Innovationsbereich ergänzt - 14 Maßnahmen werden vorgeschlagen.

Open Innovation (OI) als Methode des Innovationsmanagements und die Einbeziehung bisher ungenutzten Wissens sollen helfen, neues Wissen zu generieren und die Output-Orientierung des Innovationssystems sowie die Kooperationsfähigkeit der Akteure der Innovation zu verbessern.

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Open Innovation: Mehr Kundenorientierung und weniger Risiken

Open Innovation (OI) hat sich in den letzten Jahren als Methode des Innovationsmanagements international etabliert. Im Kern stehen einerseits die Öffnung des unternehmerischen Innovationsprozesses (Ideenfindung bis Vermarktung), die Nutzung von Informationstechnologien und die Einbindung unterschiedlichster Wissensträger. Anderseits soll durch das bewusste Überschreiten der Grenzen von Organisationen, Branchen und Disziplinen die Schaffung von neuem Wissen und die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen, Verfahren und Geschäftsmodelle unterstützt werden.

Mit der Strategie folgt die Bundesregierung den Erfahrungen von Unternehmen, die über die Kundenorientierung hinaus aus der Öffnung Impulse für ihre Innovation erhielten (z.B. BMW, Swarowski, Adidas, Siemens). Die Öffnung der Innovationsprozesse für den Input und die Kooperation mit Externen (z.B. Online-Crowds, User-Communities, unübliche Wissensgeber aus Kunst oder Kreativwirtschaft, Lead User, Unternehmenspartner) erleichtert die Einschätzung der Kundenbedürfnisse, hilft, die Risiken der Innovation frühzeitig zu reduzieren und die Verwertungschancen zu erhöhen. Aus Sicht der Wirtschaft soll die Strategie vor allem die Rahmenbedingungen für den Wissensaustausch weiter verbessern und eine Erweiterung der Innovationsbasis erleichtern.

Vorteile der Einbindung externer Akteurinnen und Akteure 

Internationalisierung und Konkurrenzdruck erfordern vielfach neue Lösungsansätze, die mit klassischen Innovationsmodellen nicht bewältigbar sind. Die mit OI genutzte Diversität der Akteurinnen und Akteure verbessert die Chance, neuartiges Wissen und radikalere Innovation zu schaffen (thinking outside the box). Gerade im Zusammenhang mit der zunehmenden Internationalisierung gewinnt die Fähigkeit der österreichischen Unternehmen, global verstreutes Wissen zu erschließen, an Bedeutung. Der Wert des externen Beitrags zur Innovation orientiert sich – analog zur Erklärungskraft wissenschaftlicher Arbeiten - an der Relevanz für die Innovationsaufgabe und die Qualität der Idee. Die Organisation des Innovationsprozesses und die Umsetzung bleiben auch bei OI in der Gestaltung und Verantwortung des Unternehmens, ebenso die dafür notwendigen Investitionen. Die Früchte des Markt- und Innovationserfolges sind bei vorsorglicher Ausgestaltung des Open Innovation Prozesses dem Unternehmen zuordenbar (geistiges Eigentum, Kompetenzaufbau, Gewinne, höhere Zukunftsfähigkeit).

OI hilft nicht nur Unternehmen, sondern hat durch die Öffnung von Innovationsprozessen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmerinnen und Unternehmer, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auch Potential für die Innovation in der Verwaltung und die Entwicklung neuer Formen der Erfüllung öffentlicher Aufgaben. Die Open Innovation Strategie für Österreich will alle Potentiale nutzen und OI als ein Element der Innovationskultur in Österreich etablieren. 

Die 14 vorgeschlagenen Maßnahmen

  1. Errichtung von offenen Innovations‐ und Experimentierräumen
  2. Verankerung von Open Innovation‐Elementen in Kindergärten und Schulen sowie in der Aus‐und Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen
  3. Weiterentwicklung der öffentlichen Verwaltung mittels Open Innovation und stärkerer Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern
  4. Aufbau und Betrieb einer Open Innovation Plattform für soziale/gesellschaftliche Innovation und als Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen
  5. Aufbau und Betrieb einer Innovationslandkarte samt Matchmaking‐Plattform für Innovationsakteurinnen und ‐akteure
  6. Aufbau von Forschungskompetenz für die Anwendung von Open Innovation in der Wissenschaft
  7. Verankerung von Anreizmechanismen für Forschungspartnerschaften mit unüblichen Akteurinnen und Akteuren in der wissenschaftlichen Forschungsförderung zur Stärkung von Open Innovation
  8. Verstärkte Einbindung von Usern und Bürgerinnen und Bürgern in FTI‐Förderprogramme (Kunden, User, Fokusgruppen).
  9. Entwicklung von fairen Sharing‐ und Abgeltungsmodellen für Crowdwork
  10. Weiterentwicklung und Zurverfügungstellung von Open Innovation‐Methoden und ‐Instrumenten spezifisch für Klein‐ und Mittelbetriebe (KMU)
  11. Entwicklung und Durchführung von Co‐Creation und Open Innovation‐ Trainingsprogrammen für Interessierte
  12. Verankerung von Open Data‐ und Open Access‐Prinzipien in der Forschung
  13. Ausrichtung der IP‐ und Verwertungsstrategien von Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Intermediären an Open Innovation zur Optimierung des Innovationspotenzials
  14. Realisierung einer umfassenden Kommunikationsoffensive über Open Innovation zur Bewusstseins‐ und Netzwerkbildung

OI-Strategie: Bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen und öffentliche Verwaltung

Für die Wirtschaft haben der Ausbau der Kompetenzen im Innovationsmanagement, die Stärkung des innovativen Potentials von Mitarbeitern, der Austausch mit der Wissenschaft und anderen Wissensträgern, die Unterstützung von Innovationsnetzen und die Innovation in der Verwaltung hohe Priorität, wobei der betriebliche Innovationsprozess eine der ureigenen Aufgaben jedes Unternehmens bleibt.

Mit der Open Innovation Strategie für Österreich wird die FTI-Strategie weiterentwickelt. Während die betriebliche Innovation auch andere Modelle des Innovationsmanagements kennt (z.B. Frugal Innovation, Lean Innovation), will die OI-Strategie die Rahmenbedingungen für Innovation nicht nur in Unternehmen, sondern auch in der öffentlichen Verwaltung verbessern. Sie geht dabei weit über die rein partizipative Gestaltung von Innovationsprozessen hinaus. Die so entstehende Chance für die Verbesserung der standortpolitischen Rahmenbedingungen sollte nicht ungenutzt verstreichen.

Die Wirtschaftskammer hat umfassende Vorschläge für die Verbesserung des Forschungs- und Innovationsstandorts ausgearbeitet, die Sie in Zukunft|Wirtschaft Standort Österreich 2015-2020 finden. 

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