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Energie, Versorgung und Sicherheit – Zukunft der Industrie

„Versorgungssicherheit & Weltpolitik“ war das Thema der Industrie-Standortkonferenz 2018.

Die hochkarätig besetzte Standortkonferenz.
© Florian Wieser Die hochkarätig besetzte Standortkonferenz.

Am 7.5.2018 fand die Standortkonferenz „Versorgungssicherheit & Weltpolitik“ der Industrieakademie Wien, Niederösterreich und dem Burgenland am Smart Campus der Wiener Netze statt. Als Keynote-Speaker traten Marc Elsberg und Wladimir Kotenev auf. Marc Elsberg erzählte über seine Recherchen zu seinem Buch „Blackout – Nichts geht mehr“, sowie über die Auswirkungen eines totalen Stromausfalls auf Europa. Wladimir Kotenev führte zu seinem Keynote „Gas als wichtigsten Faktor der Energiesicherheit in Europa“ wirtschaftspolitische sowie geopolitische Herausforderungen aus und sprach über den Gasimportvertrag Österreich – Russland. Kotenev hob hervor, dass „nach dem Zusammenbruch der UDSSR die Gasarbeiter 1992 einfach weitergearbeitet haben – auch ohne Lohn -, da sie wussten, dass Gas das System aufrecht erhält.“ Weiters unterstrich er, dass das 21. Jahrhundert das Jahrhundert des Gases ist - Viele Forscher reden von längeren Übergangsbereichen zur Erneuerbaren Energie.

 

Bis Speichertechnik so weit ist, brauchen wir sichere Produktion und Netzausbau. Nötig dazu ist: Bürokratie vereinfachen und Verfahren kürzen. Derzeit braucht es über ein Jahrzehnt für eine neue Leitung.
Ulrike Baumgartner-Gabitzer

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (Vorsitzende des Vorstandes der Austrian Power Grid AG), Mag. Brigitte Ederer (Präsidentin des Forum Versorgungssicherheit, Obfrau des FV Elektro- und Elektronikindustrie), DI Josef Plank (Generalsekretär des BMNT), Mag. Stefan Szyszkowitz (EVN Vorstandssprecher), DI Peter Weinelt (Generaldirektor Stellvertreter der Wiener Stadtwerke GmbH), sowie Mag. Michael Woltran (Senior Vice President Gas Logistics, OMV Gas & Power GmbH) teil und stellten sich auch den Fragen des Publikums. 

Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Leute sind stolz auf die sichere Energieversorgung. Aber die Herausforderungen für Netzbetreiber sind groß, es gibt andere Anforderungen als früher. Baumgartner-Gabitzer stellte klar, dass Verschiebungen bei Erzeugung kaum mehr zu handeln und schon gar nicht planbar sind. „Allein 2017 waren an 301 Tage kraftwerksseitige Engpassmanagement-Maßnahmen (Redispatch) zur Erhaltung der Netzstabilität nötig!“

Weiters hielt sie fest: „Bis Speichertechnik so weit ist, brauchen wir sichere Produktion und Netzausbau. Nötig dazu ist: Bürokratie vereinfachen und Verfahren kürzen. Derzeit braucht es über ein Jahrzehnt für eine neue Leitung.“

„Kritische Infrastrukturen wie Strom- und Gasnetze müssen auf sicheren IT-Systemen basieren. Sicher können sie allerdings nur dann sein, wenn wir in Europa sowohl bei der Hard- als auch der Software die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung über das Design bis hin zur Produktion selbst in der Hand haben“, analysierte Ederer.

„Dass wir uns in einer heiklen Situation befinden, wird von Bevölkerung seit der Zwentendorf-Diskussion nicht mehr geglaubt. Aber wir brauchen eine Veränderung, das muss den Menschen bewusst werden!“, betonte Ederer.

Plank verwies darauf, dass die Integrierte Klima- und Energiestrategie der Rahmen sein soll, damit alle wissen, wohin die Reise geht. Wohl ist die Strategie ehrgeizig, denn sie bedeute auch eine radikale Umstellung des Systems. „Aber Österreich kann das schaffen!“ Jedoch sind auch in Materiengesetzen dann der entsprechende Rahmen für Investitionen zu schaffen, denn für die Maßnahmen sind hohe Investitionen nötig.  Gleichzeitig warnte er, dass „der Globus die Klimaerwärmung aushält, aber der Großteil der Menschen die auf diesen Planeten leben damit großen Stress bekommen werden!“

Weinelt stellte fest, dass das positive an der österreichischen Klima- und Energiestrategie ist, dass hier Themenübergreifend gedacht wurde. Und zum Thema Infrastruktur rief er auf: „Ein bisschen mehr Mut! Die Donaukraftwerke in 1940er/50er Jahren wären sonst nie gebaut worden. Versorgungssicherheit soll man sich leisten!“

Szyszkowitz führte an, dass eine Stunde Blackout in Österreich etwa 50 Mio. Euro kostet. „Für Energiemix und Sicherheit ist in Zukunft sicher mehr Gas nötig.“

Woltran verwies darauf, dass Österreich ca. 8 Mrd m³ Gas gelagert werden, das entspräche ungefähr dem Jahresverbrauch. „Aufgabe der Versorger ist es, dass die Weltpolitik nicht beim Endkunden ankommt.“

Die Themen der Podiumsdiskussion spannten sich von den Potentialen der Digitalisierung in Bezug auf Netzbetrieb, Sicherheit und Speicherung, über die österreichische Klimastrategie, den Einfluss der Strompreiszonentrennung und Herausforderungen für Versorgung und Infrastruktur, sowie über die Gas-Infrastruktur wie beispielsweise Nordstream II.

Industrie Standortkonferenz 2018

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