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Sektsteuer mit April 2019 abschaffen

Einziger Effekt der Schaumweinsteuer ist eine Belastung der Hersteller und Händler – Aufwendungen  für Administration fressen die Einnahmen des Staates auf.


Zwei Gläser Sekt
© Studio/SoFood/Corbis

Der Tag des Sekts am 22. Oktober könnte für die heimischen Schaumweinproduzenten und –händler ein Freudentag sein. „Leider haben wir keinen Grund zu feiern, denn die Schaumweinbranche wird in Österreich massiv gebremst und kann ihr wirtschaftliches Potenzial nicht ausschöpfen“, sagt Ernst Polsterer-Kattus, Sprecher der Sektindustrie in der Wirtschaftskammer Wien. Rainer Trefelik, Wiener Obmann des Handels ergänzt: „Die Schaumweinsteuer hat enorm negative Auswirkungen auf heimische Hersteller und Händler, bringt dem Staat aber unter dem Strich kaum Einnahmen.“

Beide Branchenvertreter fordern daher die Schaumweinsteuer per April 2019 abzuschaffen. „Dieser Zeitpunkt würde allen Beteiligten genügend Vorlaufzeit für die technische Umsetzung geben“, sagt Polsterer-Kattus. Handelsobmann Trefelik: „Die Schaumweinsteuer wurde ja 2005 schon einmal abgeschafft. Diese Vorgehensweise hat damals schon bestens funktioniert.“

Wirtschaft zahlt drauf, Staat nimmt nichts ein

Eine Bilanz der 2014 wieder eingeführten Steuer zeigt deutlich die negativen Effekte: Kunden müssen pro Flasche Sekt seither fast einen Euro mehr bezahlen. Das entspricht einer Preiserhöhung von durchschnittlich 25 Prozent. Dadurch ist der Sektabsatz um 25 Prozent gesunken und die Branche hat 300 Arbeitsplätze verloren. Gleichzeitig trifft die Schaumweinsteuer nur heimische Sekthersteller, nicht aber Produzenten von Prosecco und Frizzante aus dem Ausland.

Die Einnahmen des Staates sind hingegen gering: Von 18,5 Millionen Euro jährlich, mit denen der Fiskus ursprünglich kalkuliert hat, bleiben nach den Abzügen gerade einmal 2,5 Millionen Euro über.

 Branchensprecher Polsterer-Kattus: „Das Experiment Schaumweinsteuer ist gescheitert und muss beendet werden.“ Handelsobmann Trefelik: „Es ist höchste Zeit ein Zeichen zu setzen und die heimische Sektbranche zu entlasten.“

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