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Drei Sichtweisen auf das Thema Finanzierung

Der ICircle beschäftigte sich diesmal mit dem Thema Finanzierung – aus Sicht der Banken, der Wissenschaft und der Alternativfinanzierer.

Dreier-Bild: Die Gastgeber des ICircle: Die IC-Obleute Ingeborg Dockner (NÖ) und Martin Heimhilcher (Wien, re.) sowie Ubit-Burgenland-Obmann Wilfried Drexler
© picturesborn Die Gastgeber des ICircle: Die IC-Obleute Ingeborg Dockner (NÖ) und Martin Heimhilcher (Wien, re.) sowie Ubit-Burgenland-Obmann Wilfried Drexler

Wien. Bereits zum dritten Mal ging der ICircle über die Bühne. Das gemeinsame Innovationsformat der Sparte Information und Consulting in Wien, Niederösterreich und Burgenland stand diesmal im Zeichen der Finanzierung. Die Veranstaltung im Erste Campus in Wien wartete mit drei Top-Referenten auf: Erste Bank-Österreich-Chef Stefan Dörfler, Universitätsprofessor Gottfried Haber und Speedinvest-CFO Lucanus Polagnoli.

„Es wird schwieriger sich über klassische Instrumente zu finanzieren. Das ist ein Faktum. Vor allem für KMU ist es in der heutigen Zeit nicht leicht an das notwendige Geld zu kommen – und immerhin sind KMU das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Was aber auch feststeht: Uns stehen heute deutlich mehr Finanzierungsinstrumente zur Verfügung – das ist natürlich auch der Digitalisierung geschuldet“, sagte Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte IC Wien, zur Eröffnung der Veranstaltung.

Klemme bei den Sicherheiten

Erste-Chef Dörfler sieht keine generelle Kreditklemme für Unternehmen: „Bei Unternehmenskrediten gibt es in Österreich ein Plus von 4,8 Prozent, im Sparkassensektor ist es ein Zuwachs von sechs Prozent – und hier ist der Immobiliensektor nicht eingerechnet.“ Dörfler will also auch nicht von Kreditklemme, sondern von einer „Sicherheitenklemme“ sprechen. „In sieben von zehn Fällen werden Kredite abgelehnt, weil Sicherheiten nicht gegeben sind“, sagte der Erste-Chef. 75 Prozent der KMU seien kreditfinanziert. Die Folge aus Dörflers Sicht: „Banken müssen Eigenkapitalfinanzierungen auch mit Partnern durchführen.“ Fintechs bezeichnet Dörfler als „innovativ“, die Zukunft liege sicher in einer Koexistenz.

Stefan Dörfler beim Reden
© picturesborn Stefan Dörfler

Das Kreditwachstum sei derzeit höher als das Wirtschaftswachstum, konstatierte auch Donau-Uni-Professor Haber. „Dort wo das Risiko höher ist, machen die Regularien die Vergabe aber schwieriger. Das ist vor allem bei mittelständischen Unternehmen der Fall“, sagt Haber. Liquiditätslücken sieht Haber neben dem Mittelstand auch bei Start-ups. Während Mittelstandsunternehmen weiteres Wachstum finanzieren müssten, sei bei Start-ups der Wandel ein Risikofaktor.

Alternative können Lücken schließen

Grundsätzlich sei die Art der Finanzierung für das Wachstum nicht entscheidend. Haber: „Wir können Lücken durch alternative Finanzierungsformen schließen.“ Beispielsweise sei Crowdinvesting „eine sinnvolle Ergänzung“ und besonders als Eigenmittelinstrument interessant.

Gottfried Haber beim Reden
© picturesborn Gottfried Haber

Zum Thema Alternativfinanzierung hatte dann Speedinvest-CFO Polagnoli einiges zu sagen. Der Venture-Capital-Bereich sei nur ein kleiner Ausschnitt vom Finanzierungsmarkt. Dementsprechend fokussiert sind die Anbieter. „Geld bekommt man bei uns ausschließlich aufgrund der Innovationskraft“, sagte Polagnoli.

Lucanus Polagnoli beim Reden
© picturesborn Lucanus Polagnoli

Dabei müsse man sich klar sein, dass man sich mit einer Finanzierung durch Speedinvest auch einen Miteigentümer ins Unternehmen hole. „Wir haben damit als Investor natürlich auch Mitspracherechte, das ist vielen nicht bewusst. Es hängt also auch sehr von den handelnden Personen, von den Gründerpersönlichkeiten, ab, ob wir einsteigen.“

Mangel im Verkauf

Speedinvest brauche die Überzeugung, dass es die Gründer schaffen. Denn: die meisten Start-ups würden nicht scheitern, weil ihr Produkt schlecht ist, sondern weil die Gründer ihr Unternehmen „nicht auf die Bahn bringen“ würden. Mit eine Ursache aus Polagnolis Sicht: Ein Mangel im Verkauf. „Unsere Unis sind sehr Technik-lastig und nicht sehr Sales-lastig.“

Im Anschluss standen die Referenten – wie immer beim ICircle - den Gästen für vertiefende Gruppendiskussionen zur Verfügung.

Szenerie des ICircle im Erste Campus
© picturesborn Der dritte ICircle im Erste Campus

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