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„Film ab“: Ein Jahr Alles Gurgelt

Wien hat mit seinem Corona Test-Programm ein gesundheitliches und wirtschaftliches Erfolgsmodell geschaffen. 

Landkrimi-Cast testete am Set mit Alles gurgelt
© Superfilm/Mican Landkrimi-Cast testete am Set mit Alles gurgelt (v.r.): Fritz Karl, Nicole Heesters, Götz Spielmann, Michael Rotschopf, Michael Steinocher

In knapp zwei Wochen feiert der Landkrimi „Der Schutzengel” seine Premiere in Graz. Produziert hat ihn das Unternehmen Superfilm, gedreht wurde 2021. Nicht nur auf dem Filmset kommen viele Menschen zusammen, sondern auch bei der Organisation ist Kontakt zwischen den Angestellten des Betriebs unvermeidbar.

Anja Lenhart von Superfilm: „Wir waren schon am Anfang der Pandemie Vorreiter, denn Schauspieler wie Komparsen wurden immer PCR-getestet. Als Alles gurgelt kam, hat das die Sache sehr vereinfacht.” Superfilm hat eine Niederlassung in Wien und eine in München. „Wir haben hier einen direkten Vergleich zwischen der Lösung in Wien und in Deutschland, wo die Testbedingungen deutlich schwieriger sind”, sagt Lenhart. Die Alles gurtelt-Testkits wurden sowohl im Büro als auch bei den Filmproduktionen vor Ort eingesetzt.

„Am Anfang war des System nicht für jeden leicht, langfristig hat es aber Sinn gemacht”, so Lenhart. Sie konnte eine große Menge Testkits auf einmal abholen, als die Wirtschaftskammer Wien ihre Verteilaktion in der Messe Wien bzw. der Stadthalle durchführte. Die Tests waren Teil des Präventionskonzepts der Firma. Ein Drehstopp während zweier großer Produktionen - sie zeichnen auch für Tatort und mehrere Serien verantwortlich - ist teuer. „Hält man sich nachweislich an das Konzept, werden die Kosten eines Corona-Ausfalls ersetzt”, so Lenhart. 

Testen auch zum Schutz für Kunden

Claudia Dungl-Hochleitner führt gemeinsam mit ihrer Schwester Andrea Zauner-Dungl das Dungl Gesundheitszentrum in der Wiener Innenstadt. Neben einem medizinischen und therapeutischen Angebot, das von mehreren selbstständig tätigen Ärzten, einem Physiotherapeuten und einem Team von Heilmasseuren abgedeckt wird, bietet das Dungl Gesundheitszentrum auch Ernährungsberatung, kosmetische Dienstleistungen sowie Hand- und Fußpflege an. Claudia Dungl-Hochleitner ist in diesem Bereich für sechs Mitarbeiter verantwortlich.

Der einfache, unbegrenzte und kostenlose Zugang zu den sicheren PCR-Tests über die Aktion Alles gurgelt sei in den vergangenen Monaten enorm wichtig für ihren Betrieb gewesen, sagt die Unternehmerin. „Wir haben viele ältere Kunden und Risikopatienten, für diese Gruppen ist es eine wichtige Schutzmaßnahme, dass die Mitarbeiter laufend getestet sind. Und es hilft definitiv, Infektionen zu verhindern.”

Zwei- bis dreimal pro Woche testen die Mitarbeiter in Eigenverantwortung. Das funktioniere bisher sehr gut, sagt Dungl-Hochleitner. „Wir sind ein gutes, eingespieltes Team, bei uns handelt jeder einzelne verantwortungsvoll.” Dass alle Mitarbeiter im Betrieb laufend testen, wird an die Kunden offensiv kommuniziert. „Und die schätzen das, weil es gerade im körpernahen Bereich sehr wichtig ist, Sicherheit zu haben.”

Auch das Mitarbeiterteam zieht eine positive Bilanz zur Alles gurgelt-Aktion. „Die Tests können einfach, schnell und zu jeder Tageszeit durchgeführt werden. Es gibt ausreichend Abgabestellen, so dass quasi an jeder Ecke eine zu finden ist. Auch die Ergebnisse waren bisher immer innerhalb von 24 Stunden verfügbar”, sagt Christina Wood, Heilmasseurin im Dungl Gesundheitszentrum. Regelmäßig Testen hält sie für wichtig, „weil infizierte Personen so rascher erkannt und somit Kontaktpersonen schneller ermittelt werden können. Man schützt dadurch einfach seine Mitmenschen.”

So lange die Corona-Infektionszahlen noch derart hoch sind, will man im Dungl Gesundheitszentrum den Rhythmus von zwei PCR-Testungen pro Woche beibehalten. „Einmal wöchentlich reicht im körpernahen Sektor definitiv nicht aus, das ist in der jetzigen Situation zu wenig”, betont Dungl-Hochleitner. Sie rechnet nicht vor Ende April mit einem deutlichen Abflauen der Pandemie. Sollte das Programm Alles gurgelt bereits davor eingeschränkt oder auf einen PCR-Test pro Woche limitiert werden, müsse ihr Betrieb ernsthaft überlegen, häufigere Tests für die Mitarbeiter zu finanzieren. „Das wäre für uns als Klein- und Mittelbetrieb aber eine hohe Belastung”, betont die Unternehmerin. 

Nur einmal pro Woche zu testen reicht in körpernahen Berufen definitiv nicht aus.
Claudia Dungl-Hochleitner, Dungl Gesundheitszentrum Wien

Sicherheitsgefühl gestärkt

Das Hotel Palais Hansen Kempinski war von Anfang an bei Alles gurgelt mit dabei. „Wir haben die Testkits von der Messe und der Stadthalle anfangs im Rahmen der Verteilaktion der WK Wien geholt, um sie unseren Mitarbeitern und Gästen anbieten zu können”, erklärt General Manager Florian Wille. „Wir hatten schon sehr früh unsere eigene Sammelstelle.” Diese werde nicht nur von Mitarbeitern und Gästen, sondern mittlerweile auch von Anrainern genutzt. „Vor allem am Wochenende. Wir geben unsere Tests täglich um 14 Uhr auf der Baumgartner Höhe bei Lifebrain ab”, betont Wille. Das Hotel habe dort einen zugeteilten Slot, der die umgehende Auswertung garantiert.

Das Sicherheitsgefühl durch die PCR-Tests ist sehr hoch, ist der Hoteldirektor überzeugt. „Bei uns im Palais Hansen Kempinski liegen die Testkits in allen Zimmern auf. Die Gäste schätzen diesen zusätzlichen Service, weil sich alles schnell, unkompliziert und direkt vor Ort abwickeln lässt.” Vor allem die internationalen Gäste waren sehr glücklich über diese Möglichkeit, zumal die Zertifikate für Auslandsreisen anerkannt sind, so Wille, und: „Man darf nicht vergessen, dass PCR-Tests im Ausland oftmals sehr kostspielig sind.” 

Durch die Tests sei es darüber hinaus gelungen, asymptomatische Mitarbeiter rasch zu identifizieren und zu isolieren. „Alles gurgelt ist eine tolle Aktion und ein durchaus starkes Verkaufsargument für Wien als Reiseziel”, ist Wille überzeugt.

PCR-Tests im Ausland sind oft sehr teuer. Die Aktion stärkt Wiens Position als Reiseziel.
Florian Wille, General Manager Palais Hansen Kempinski

Im März 2021 wienweit ausgerollt

Vor einem Jahr hat die Stadt Wien gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien und dem Start-up Lead Horizon das Projekt Alles gurgelt ausgerollt. Die Auswertung der Tests übernahm die Lifebrain-Gruppe. Damals gab es noch keine flächendeckende Impfmöglichkeit, die Teststrategie ermöglichte es, symptomlose Infizierte herauszufischen und die epidemiologische Situation zu entschärfen. Gleich nach dem Start erkundigten sich mehrere Städte nach dem System des Projekts, um es gegebenenfalls zu übernehmen. Bis heute gibt die kontinuierliche Auskunft über den Gesundheitszustand in Sachen Corona den Betrieben und deren Mitarbeitern Sicherheit.

Seit dem Start wurden rund 35 Millionen Tests ausgewertet. Eine aktuelle Kosten-Nutzen-Analyse des Beratungsunternehmens Kearney im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien kommt zu dem Ergebnis, dass der ökonomische Mehrwert des Wiener Testprogramms Alles gurgelt die dafür aufgewendeten Kosten deutlich übersteigt (mehr Infos zur Studie).

„Wirtschaftskammer Wien und Stadt haben mit Alles Gurgelt ein Erfolgsmodell ins Leben gerufen, um das uns viele europäische Metropolen beneiden. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, dass Alles Gurgelt sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich ein Erfolgsmodell ist”, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

Testkits: Verteilaktion der WK Wien

Die WK Wien hat, vor allem für Gastronomie und Beherbergungsbetriebe, eine großangelegte Abholaktion für Testsets organisiert. Über ein Online-Bestellformular auf der Homepage der WK Wien konnten Betriebe, die große Mengen  an Testsets benötigten, bestellen und danach bei der Messe Wien bzw. später in der Stadthalle abholen. Noch bis vor kurzem wurden einigen Hotels größere Mengen direkt zur Verfügung gestellt. Später brachten Stadt, Kammer und ÖBB das Projekt auch auf die Schiene. In Nightjet-Zügen nach Wien werden kostenlose PCR-Gurgeltests verteilt. Die Reisenden haben so die Möglichkeit, noch im Zug einen Gurgeltest zu machen und die Proben gleich nach ihrer Ankunft in einem der 620 Rewe-Standorte in ganz Wien abzugeben.

April: Fünf PCR-Tests pro Monat gratis

Ab 1. April wird das Corona-Testsystem umgestellt. Maximal fünf PCR-Tests sowie fünf Antigen-Tests bleiben gratis. Das System Alles gurgelt soll in Wien weitergeführt werden. Offen ist noch, wie jene Tests erledigt werden können, die über die fünf gratis PCR-Tests bzw. über die fünf Antigentests hinausgehen.

Die Stadt fürchtet allerdings eine massive Überlastung der Hotline 1450, wenn Personen, die selbst einen Verdacht auf Symptome haben, künftig nicht mehr einen kostenlosen Gurgeltest machen können, sondern die Hotline anrufen müssen. 


Studie bestätigt ökonomischen Mehrwert

Eine aktuelle Kosten-Nutzen-Analyse des Beratungsunternehmens Kearney im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien kommt zu dem Ergebnis, dass der ökonomische Mehrwert des Wiener Testprogramms Alles gurgelt die dafür aufgewendeten Kosten deutlich übersteigt. Sie kommt zu diesem Ergebnis:

  • Der Wirtschaftsimpuls, der von 625 Millionen Euro Aufwendungen für Alles gurgelt ausgeht, hat zum 7500 neue Stellen bewirkt.
  • Das Wiener Bruttoregionalprodukt stieg um 918 Millionen und das österreichische BIP um 1.062 Millionen Euro.
  • Wiens Alles Gurgelt-PCR-Tests sind bereits ab 2400 verhinderten Infektionen monatlich wirtschaftlich - d.h. der Nutzen aufgrund weniger Quarantäne- bzw. Krankenstandstagen, weniger Krankenhauskosten und weniger Therapiekosten für Long-Covid übersteigt die Kosten deutlich.
  • Das breitflächige PCR-Testen hat in Wien 20.000 Infektionen pro Monat verhindert.

Studienergebnisse
© WKW


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