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Zusammenhalten und den Blick nach vorne richten

Wie kommen die Corona-Hilfsmaßnahmen in den Branchen an? Welche Branchen sind jetzt besonders gefragt, und wie gelingt es, den Blick in der Krise nach vorne zu richten?

„Arbeiten ist besser als Stillstand” sagt Wiens Bau-Innungsmeister Rainer Pawlick.
© Kurt Keinrath „Arbeiten ist besser als Stillstand” sagt Wiens Bau-Innungsmeister Rainer Pawlick.

„Besser, unter Schutzauflagen als gar nicht zu arbeiten”

Im Wiener Baugewerbe arbeiten die meisten Betriebe weiter - „spätestens seit es die Schutzmaßnahmen-Regelung gibt”, sagt Innungsmeister Rainer Pawlick. Ende März haben die Sozialpartner ein Paket mit Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten beschlossen. Sie einzuhalten, sei nicht immer leicht, die Betriebe halten sich aber daran, sagt Pawlick. Es werde zum Beispiel mit weniger Leuten gearbeitet, die Pausen gestaffelt, auch für den Transport gibt es Regeln, die persönliche Kontakte der Arbeiter untereinander und damit die Ansteckungsgefahr minimieren sollen. Mühsam ist laut Pawlick auch die Beschaffung der vorgeschriebenen Schutzausrüstung und der Desinfektionsmittel, „das ist ja jetzt überall Mangelware”. Und manche Arbeiten müsse man jetzt auch zurückstellen. Das alles koste auch Geld, dennoch sei Arbeiten zu können besser als Stillstand, betont Pawlick. Den Beschäftigten am Bau zollt er großes Lob. „Sie gehören auch zu denjenigen, die in der Krise ohne Widerstand fleißig arbeiten und viel zur Volkswirtschaft beitragen.”

Apropos Mitarbeiter: In der Baubranche kommen viele aus osteuropäischen Ländern. Die Grenzen sind jetzt aber praktisch geschlossen. Wer doch hereindarf, muss in Quarantäne. „Vielen unserer Firmen fehlen Arbeiter”, bestätigt der Innungsmeister. Engpässe sieht er auch in der Materialbeschaffung. Vor allem bei Produkten aus dem Ausland gibt es große zeitliche Verzögerungen.

Wie lange diese Situation noch andauert, lasse sich nicht abschätzen. „Mit den Schutzmaßnahmen werden wir noch geraume Zeit leben müssen”, so Pawlick. Mit den Auswirkungen der Krise aber ebenso, ist er sicher, denn: „Derzeit arbeiten wir bestehende Bauaufträge ab. Neue gibt es kaum.” Einerseits sei es schwierig, in der jetzigen Krisensituation Bauverträge abzuschließen. Andrerseits sind auch alle Genehmigungsverfahren bei Behörden zum Erliegen gekommen, was sich wegen der Vorlaufzeiten im Baubereich erst verzögert auswirken wird. „Das ist ein großes Problem, denn es betrifft auch Folgeaufträge für viele andere Branchen”, wünscht sich Pawlick hier konkretes Handeln der Behörden.

„Jetzt ist es besonders wichtig, online sichtbar zu sein”

Der Corona-Shutdown hat auch in seiner Branche für einen massiven Einschnitt gesorgt, sagt Wolfgang Hufnagl, Innungsmeister der Wiener Kunsthandwerke. Die Erzeuger gewerblicher Kunstgegenstände trifft vor allem der Ausfall der Ostermärkte - nach den Weihnachtsmärkten für viele der zweite große Umsatzmagnet. „Für diese Betriebe fällt heuer die Hälfte des Jahresgeschäfts weg”, sagt Hufnagl. Auch Events wie die Europäischen Kunsthandwerkstage wurden abgesagt. Unterstützung aus dem Härtefall-Fonds gab es in der ersten Phase nur für hauptberuflich Tätige, die nicht mehrfach versichert sind. Dieses Kriterium fällt allerdings in der zweiten Phase des Härtefall-Fonds weg. Dass kleinere Geschäfte seit 14. April wieder öffnen dürfen, hilft der Gruppe ebenfalls kaum. Nur die wenigsten haben ein eigenes Geschäft. Hufnagl rät seinen Mitgliedern, Möglichkeiten der Online-Präsentation zu nutzen. Verkaufsplattformen seien gerade für Kleinbetriebe eine gute Möglichkeit der Vermarktung. Auch die Plattform Wiener Kunsthandwerk hat auf ihrer Facebook-Seite die Werbung für ihre Mitglieder intensiviert. Mit Erfolg: Die Zugriffs-, Follower- und Interaktionszahlen sind zuletzt rasant gestiegen. Hufnagl begrüßt alles, was dem Kunsthandwerk mehr Öffentlichkeit verschafft. „Das ist unser Ziel als Branchenvertretung für die nächsten fünf Jahre.” Er freut sich auch über Ideen und Vorschläge seiner Mitglieder (E wh@wh.co.at ). In den Werkstätten der Kunsthandwerker wie Goldschmiede, Musikinstrumentenerzeuger oder Buchbinder werden teilweise noch Aufträge abgearbeitet, manche haben auf Kurzarbeit umgestellt. Einer davon ist Thomas Petz. Drei der fünf Mitarbeiter seiner Hornmanufaktur im 15. Bezirk sind in Kurzarbeit, zwei weitere geringfügig Beschäftigte. Derzeit werden Aufträge abgearbeitet und Online-Bestellungen erfüllt - alles sehr entschleunigt, sagt der Unternehmer. „Ich bin aber dankbar, dass ich arbeiten kann.” Das eigene Geschäft in Graz war bis Dienstag geschlossen, ebenso die Partnerbetriebe, die seine Produkte - Kämme und Schmuck aus Horn - verkaufen. Die Online-Umsätze, derzeit einzige Einnahmequelle, seien zwar gestiegen, aber: „Die Kunden kaufen jetzt sehr überlegt ein.” In der aktuellen Situation seien die Erzeugnisse der Hornmanufaktur auf der „Must have”-Liste nicht ganz oben. Seit dieser Woche dürfen zumindest die Geschäfte wieder öffnen. Den großen Ansturm erwartet Petz aber nicht: „Das Leben in der Stadt ist ja nach wie vor beeinträchtigt.”

Gastronomie noch mindestens bis Mitte Mai geschlossen

Für die Wiener Wirte heißt es weiter warten, bis sie ihre Lokale wieder wie gewohnt öffnen können. Frühestens ab Mitte Mai, so hat der Bundesregierung angekündigt, werden Lokale und Kaffeehäuser schrittweise wieder öffnen dürfen. In dieser für die Branche äußerst belastenden Situation sieht es der Wiener Branchenobmann Peter Dobcak als „positives Zeichen”, dass Kunden vorbestellte Speisen nun zumindest wieder selber abholen dürfen. Eine neue Verordnung macht das seit dem 3. April wieder möglich (siehe Info-Kasten). „Wir haben uns für diese Änderung mit aller Kraft eingesetzt. Ich freue mich, dass dieses positive Zeichen für die rund 9000 Wiener Gastronomiebetriebe und Kaffeehäuser gesetzt wurde”, so Dobcak. Die Speisenzustellung bleibt natürlich ebenfalls weitehin erlaubt.

Positives Feedback von Gästen

Natürlich sei es eine schwierige Situation gewesen, als plötzlich alle Gastronomiebetriebe zusperren mussten, sagt Salih Ismail, Besitzer der „Pizzeria Hawler” in Wien 2: „Als plötzlich auch die Abholung vorbestellter Speisen untersagt wurde, waren wir in großer Sorge”, erklärt der Gastronom, der seine Pizzeria als eine Art „zweites Wohnzimmer des Grätzels” bezeichnet. „Wir haben uns sehr gefreut, dass das Abholung von Speisen nun wieder möglich ist. Natürlich unter allen vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen, das ist klar. Denn die Gesundheit ist und bleibt das wichtigste Gut”, so Salih, der froh ist, dass dieser Schritt auf Initiative der Wirtschaftskammer Wien umgesetzt werden konnte. Seine Kunden freue es ebenso, ihre „liebgewonnenen Speisen” wieder abholen und mit nachhause nehmen zu dürfen. „Ich habe eine treue Stammkundschaft. Und wenn wir wieder aufsperren dürfen, das wird nicht nur für mich ein sehr emotionaler Tag werden”, ist Salih überzeugt.

Krise als positive Herausforderung

„Jede Krise ist auch eine positive Herausforderung”, sagt Herbert Hausmair, der sich in seinem Restaurant „Hausmair’s Gaststätte” in Wien 7 auf die traditionelle Wiener Küche spezialisiert hat. „Es gibt keine Probleme, sondern nur Menschen, die keine Lösungen suchen”, betont der Vollblutwirt, der das 1912 gegründete Gasthaus mit „Herzblut” führt. Hausmair bietet, „natürlich unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften”, Abholservice für seine Kunden. „Für meine Stammkunden, darunter auch viele ältere Menschen, biete ich Lieferservice in gewohnter Qualität mit regionalen Produkten.” Respekt und Aufrichtigkeit sei eine Grundvoraussetzung, um in der Gastrobranche erfolgreich zu sein. „Das lebe ich, so wie jeder Gastronom das tun sollte, somit mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft”, betont Hausmair.

Reisebüros: Statt Stornieren lieber Umbuchen

In einer schwierigen Situation sind derzeit auch die heimischen Reisebüros, vor allem jene Betriebe, die selbst auch Reiseveranstalter sind. Denn aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen werden jetzt viele schon gebuchte Urlaube storniert, die Kundengelder müssen in den meisten dieser Fälle zurückbezahlt werden. Gleichzeitig erhalten die Reisebüros jene Anzahlungen, die sie selbst schon an andere Leistungspartner - z.B. Hotels oder Fluglinien - geleistet haben, derzeit nicht zurückerstattet. Eine äußerst schwierige finanzielle „Zwickmühle” und für viele der betroffenen Branchenbetriebe existenzbedrohend. „Deshalb werben wir dafür, dass die Kunden lieber umbuchen statt zu stornieren”, sagt Gregor Kadanka, Wiener Branchensprecher und Fachverbandsobmann. Die Kampagne „Reisen lieben - aber jetzt erst mal verschieben” läuft auf der Facebook-Seite der Reisebüros. Voraussichtlich ab Mai soll der heimische Tourismus langsam wieder hochgefahren werden. Die Regierung hat jedoch bereits klargemacht, dass man sich längerfristig auf massive Einschränkungen in der Reisefreiheit einstellen werde müssen. Reisen werden daher zuerst innerhalb Österreichs möglich werden. „Auch dafür sind die Reisebüros der beste Ansprechpartner und stehen mit Rat und Tat zur Seite”, sagt Kadanka.



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