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Zukunftsmusik im Stadtverkehr

Welche Themen den Wiener Stadtverkehr bis 2030 bestimmen, diskutierte Transport & Verkehr-Spartenobmann Davor Sertic mit Experten der Stadt Wien, der Technischen Universität Wien, des ÖAMTC und des Start-Ups Payuca. Grundtenor: Man braucht intelligente Spielregeln für boomende Sharing-Economy-Angebote und Innovation bei bestehenden Projekten.

Moderator David Obererlacher, Elisabeth Kantor, Marketingleiterin Payuca smart parking, Georg Hauger, Professor für Verkehrsplanung an der TU Wien, Ernst Kloboucnik, Landesdirektor ÖAMTC Wien, Thomas Madreiter, Planungsdirektor Stadt Wien, Davor Sertic
© Elmas Libohova Moderator David Obererlacher, Elisabeth Kantor, Marketingleiterin Payuca smart parking, Georg Hauger, Professor für Verkehrsplanung an der TU Wien, Ernst Kloboucnik, Landesdirektor ÖAMTC Wien, Thomas Madreiter, Planungsdirektor Stadt Wien, Davor Sertic

Die Einleitung war aufgelegt. „Alle fünf Personen, die hier sitzen, könnten sich als Experten als interimistische Verkehrsminister bewerben”, sagte Georg Hauger, Professor für Verkehrsplanung an der Technischen Universität (TU) Wien, bei der Diskussionsveranstaltung der Jungen Wirtschaft Wien zum Thema „Wer und was bewegt Wien in den nächsten 10 Jahren?”. Kurz zuvor waren die FPÖ-Minister geschlossen zurückgetreten - weitere Entwicklungen unklar. Klarer waren hingegen die Vorstellungen, wie es hinsichtlich des Verkehrs in Wien weitergehen wird. Nämlich spannend.

„Als ich vor fünf Jahren als Spartenobmann angefangen habe, galt der Verkehr als ruhiges Feld. Das kann ich jetzt nicht mehr bestätigen - es tut sich so viel in der Branche, angefangen vom Fernbusterminal über Taxis und Lobautunnel bis hin zur boomenden Sharing Economy.”
Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport & Verkehr der Wirtschaftskammer Wien

Apropos Sharing Economy: Ein Privatauto in Wien dient zu 95 Prozent dem Parken und nicht dem Fahren. Ist das Teilen von Fahrzeugen also der Stein der Weisen? Nicht unbedingt, so TU-Professor Hauger. Das sei nicht immer die sinnvollste Variante, denn - etwas plakativer - „meine Zahnbürste steht auch den Großteil des Tages ungenützt herum, ich mag sie trotzdem nicht teilen.” Das Ergebnis: Es werde oft nicht am eigenen Pkw gespart, nur weil es Sharing Economy gibt. Oft werde das Angebot nur zusätzlich zum eigenen Fahrzeug genutzt. Dadurch werde nicht weniger, sondern mehr Platz gebraucht. Hier müsse die Politik für dementsprechende Spielregeln sorgen. „Bei den Regelungen ist es allerdings wichtig, dass individuell entschieden wird”, ergänzte Ernst Kloboucnik, Landesdirektor des ÖAMTC Wien. Als Beispiel würde bei Autos etwa ein free-floating-System, also dass man das Fahrzeug an jedem freien Parkplatz abstellen kann, funktionieren. Bei E-Scootern aber nicht. „Ein Auto schiebt man eben nicht so schnell in den Donaukanal wie einen Scooter”, so Kloboucnik. Einen neuen Sharing-Ansatz brachte Elisabeth Kantor ein, Marketingleiterin von Payuca smart parking. „In Wien ist man durchschnittlich 41 Stunden pro Jahr mit der Parkplatzsuche beschäftigt. Wir kooperieren mit Immobilieneigentümern, die freie Flächen haben. Dieser Leerraum wird via App der Öffentlichkeit als Parkplätze zur Verfügung gestellt.”

Lobautunnel als Notwendigkeit

Zwar schon beschlossen, aber noch in weiter Ferne: Der Lobautunnel. Am Podium herrschte Einigkeit, dass dieses Infrastrukturprojekt für Wien notwendig ist. „Es geistert in diesem Zusammenhang immer dieses alte Zitat ‚Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten’ herum. Aber das stimmt nicht, es kommt ja dann nicht plötzlich mehr Verkehr, er soll nur anhand eines klugen Modells besser verteilt werden”, so Thomas Madreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien. Schützenhilfe bekam er dabei von Hauger: „Da könnte man ja auch sagen ‚Wer Friedhöfe baut, wird Tote ernten’. Das ist ja auch Blödsinn. Was es aber braucht, sind Management-Maßnahmen, wie etwa eigene Busspuren.”

U-Bahnen in Nebenstädten von Wien erteilte Madreiter aber eine Absage. „So lange ich Steuern in dieser Republik zahle, kommen diese hoffentlich nicht, weil das exorbitant teuer wäre. Wir haben aber ein funktionierendes System - die S-Bahn. Wir müssen es nur besser betreiben.”

Keine Drohnen in Sicht

Auch Drohnen seien derzeit laut Spartenobmann Sertic kein Thema. „Ich kenne kein Logistikunternehmen weltweit, das auf Drohnen setzt. Das befindet sich alles noch auf der Metaebene, in der Logistik passieren viele andere Innovationen - im Gegensatz dazu sind Drohnen noch kilometerweit weg. Da gibt es viel zu viele offene Fragen - sowohl gesetzlich als auch bezüglich der technischen Umsetzbarkeit. Hier haben wir zum Glück noch Zeit, um die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Alle anstehenden Projekte eint eines: „Ohne Miteinander auf den Straßen wird es nicht gehen”, sagte Kloboucnik. „Je vielfältiger das Angebot, desto mehr unterschiedliche Verkehrsteilnehmer gibt es und umso mehr Rücksicht ist gefragt. Die Wiener sind dazu jedenfalls bereit.” Laut ÖAMTC-Umfrage wollen 80 Prozent der Befragten, dass die Verkehrspolitik die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt.

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