th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Wunderwuzzi Straßenbahn

Der Standortanwalt in der Wirtschaftskammer Wien hat einen volkswirtschaftlichen Bericht über den Ausbau des Wiener Straßenbahnnetzes erstellt. Dabei hat er sich auch mit Strecken bis nach Niederösterreich beschäftigt.

Standortanwalt
© Florian Wieser

Aktuell legen die Wiener rund 38 Prozent ihrer Wege in der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Die Straßenbahn nimmt als schadstoffarmes Massenverkehrsmittel einen besonderen Platz ein: sie vereint Leistungsfähigkeit (Kapazität, Reisegeschwindigkeit) mit Flexibilität. Deshalb wird das Wiener Straßenbahnnetz in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Das ist prinzipiell eine gute Strategie – sowohl aus verkehrsplanerischer wie nun auch in einem Bericht des Wiener Standortanwaltes aus volkswirtschaftlicher Sicht bestätigt.

Volkswirtschaftliche Effekte

Insgesamt 13 Projekte (inklusive der bereits 2019 in Betrieb genommenen Verlängerung der Linie D) sollen bis 2029 entstehen. Investiert werden von der öffentlichen Hand rund 860 Mio. Euro. Unter dem Strich bringt der Ausbau dann mehr als einer Milliarde Euro Zuwachs zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Gleichzeitig werden rund 9.500 Jobs geschaffen. Im Betrieb werden durch die Realisierung aller Projekte 900 Arbeitsplätze nachhaltig geschaffen und 87 Mio. Euro zusätzlich zum BIP jährlich erwirtschaftet. Und auch für den Steuersäckel sind die Straßenbahnprojekte ein Geschäft: Mehr als 400 Mio. Euro fließen durch den Bau direkt wieder zurück in die Staatskasse. „Die Straßenbahn ist ein regelrechter Wunderwuzzi. Der Ausbau löst nachhaltig Mobilitätsprobleme, bringt viele Jobs, enorme Wertschöpfung, Wohlstand und langfristige Standortvorteile“, sagt Standortanwalt Alexander Biach.

„Es geht nicht darum, Pendlern das Auto zu verbieten oder sie aus der Stadt auszusperren. Viel mehr braucht es für die Menschen intelligente, praktische und bequeme Alternativen – die Convenience der Öffis muss passen“
Alexander Biach

Eine kluge Antwort auf eine der drängendsten Fragen beim Öffiausbau steht noch aus: Wie gelingt eine bessere und zukunftsfähige bundesländerübergreifende Verkehrsverflechtung in der Metropolregion Wien? Denn das eigene Auto ist für Einpendler meist immer noch attraktiver, während zumindest innerstädtisch seltener mit dem Auto gefahren wird. Und hier können bundesländerübergreifende Straßenbahnstrecken klimafreundliche, leistungsstarke Alternativen und Zusatzangebote für ein modernes Gesamtverkehrssystem in der Region Ost sein.

Mit der Straßenbahn nach Niederösterreich

Die ersten drei möglichen grenzüberschreitenden Straßenbahn-Ausbauprojekte in Richtung Osten (Groß-Enzersdorf), Südosten (Schwechat) und Südwesten (Kaltenleutgeben) von Wien würden für viele Menschen ein leichteres Umsteigen vom PKW auf Öffis ermöglichen. Klar ist aber, dass es hierfür den politischen Willen benötigt. Wien, Niederösterreich und der Bund müssen sich über Bau und Betrieb der neuen gemeinsamen Straßenbahnstrecken erst einigen. Durch den Bericht des Standortanwaltes angestoßen, gibt es positive Signale aus den Bundesländern: „Ulli Sima und ich sind übereingekommen, dass wir Umsetzungsmöglichkeiten und notwendige Rahmenbedingungen für diese Verlängerungen intensiv prüfen werden“, erklärt der Niederösterreichs Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko.

Straßenbahnen beleben das Geschäft

Klar ist: Dort, wo die Straßenbahn einen Weg findet, floriert die Wirtschaft. Sie ist ein rollendes Schaufenster, wichtiger Frequenzbringer und damit Konsumankurbler. Und selbstverständlich profitiert auch die produzierende Industrie. „Wien beheimatet zahlreiche Industriebetriebe, die in den Bereichen Straßenbahn, U-Bahn, Eisenbahn sowie Signaltechnik schon jetzt sehr erfolgreich tätig sind“, sagt IV-Wien Geschäftsführer Johannes Höhrhan.  Mit dem Ausbau wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, auch im Forschungsbereich – beispielsweise durch eine Teststrecke für Straßenbahnen – weitere Investitionen möglich zu machen. Dann kann Wien eine zusätzliche Sogwirkung für die Unternehmen und Zulieferer der Branche auslösen. Das gilt ebenfalls für hier bereits angesiedelte Unternehmen, die in ihren Betriebsstandort investieren, forschen, neue Mitarbeiter einstellen und wiederum mehr zum Bruttoregionalprodukt und zur Wertschöpfung beitragen. „Die Investitionen in den Öffi-Ausbau sind ein starkes Signal an die ansässigen Betriebe aus der Schienenbranche. Wien hat nun die einmalige Chance, Herz der weltweiten Straßenbahnbranche zu werden“, resümiert Biach.





Das könnte Sie auch interessieren

Mariahilfer Straße

"Die Frequenz steigt, das müssen wir nützen"

Eine Analyse der Bewegungsdaten in der Kärntner Straße und der Mariahilfer Straße zeigt, dass die Passantenfrequenz wieder steigt. Diese beiden Einkaufsstraßen sind unter normalen Umständen jene, die in Wien die meisten Besucher anlocken. Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck: "Wir brauchen aber auch die internationalen Touristen und wir sollten über Tourismuszonen ernsthaft diskutieren." mehr

Walter Nettig

Abschied von einem großen Interessenvertreter

Walter Nettig, ehemaliger Präsident der Wirtschaftskammer Wien, ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Jahrzehntelang prägte er die Wiener Interessenvertretung und Stadtpolitik. Ein Nachruf. mehr