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Wolfgang Böhm: Preisdumping gehört ausgebremst

Der Obmann der Wiener Transporteure, kritisiert unfaire Wettbewerbsbedingungen für die Branche. Es sei an der Zeit, seriöse Preiskalkulationen für Transportdienstleistungen gesetzlich zu verankern.

Wolfgang Böhm
© Foto Weinwurm

„Der Kostendruck für stehende Fahrzeuge ist enorm. Da heißt es für unsere Transporteure: Friss oder stirb!”, bringt es Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure, auf den Punkt.

Weder für den österreichischen noch für den ausländischen Frächter (Anm.: auch Transporteur) gebe es da noch Alternativen, da der Preisdruck von Frachtanbietern so hoch sei: „Die lassen die Ware lieber stehen, als 30 Euro mehr zu bezahlen. Und den Frächtern fehlt da leider oft der Mut, nein zu sagen”, erklärt Böhm.

„Wir werden darüber hinaus ständig von Billiganbietern aus dem Ausland unterboten, die oftmals Sozialdumping betreiben und sich nicht um Klimaschutz scheren. Unsere verantwortungsvoll handelnden Unternehmer haben durch diesen ruinösen Wettbewerb das Nachsehen.”

„Nicht nur beim Klimaschutz sind wir vorbildlich. Das muss auch honoriert werden.”
Wolfgang Böhm, Obmann Transporteure

Heimische Transporteure bekennen sich ganz klar zum Klimaschutz, und Kunden müssen verstehen, dass das auch seinen Preis hat. „Weiters kann es einfach nicht sein, dass Investitionen in EURO Vl Lkw nicht durch Investitionsprämien gefördert werden.” Und schon werden Überlegungen angestellt, die neue Lkw-Generation EURO Vll einzuführen. Bei diesen „unfairen Voraussetzungen müsse die heimische Transportwirtschaft unvermeidlich „vor der Konkurrenz aus dem Ausland einknicken.”

Traurige Wahrheit

Es gehe nicht darum, den Wirtschaftsstandort und den Verkehrsträger Straße durch zusätzliche Steuern, Abgaben und Mauten zu verteuern. „Wir wollen allerdings eine seriöse, gesetzlich verankerte Preiskalkulationen für die Transportdienstleistungen.” Dass der internationale Fernverkehr durch heimische Unternehmen so gut wie nicht mehr bedient werden kann, sei eine „traurige Wahrheit”, sagt Böhm: „Deswegen gilt es verstärkt drauf zu achten, dass der innerstaatliche Güterverkehr nicht durch illegale Machenschaften - unterstützt durch mangelnde Kontrollen- nicht in den Ruin getrieben wird.”

Einige wenige Transporte defizitär durchzuführen sei über das jahr gesehen nicht mehr aufzuholen, da die Spannen so gering sind. „Wir haben nun ein Kalkulationsprogramm online gestellt, damit die Unternehmer ihre Eigenkosten besser berechnen können.

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