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Wo die närrische Saison für gute Geschäfte sorgt

In Wien gibt es eine Reihe von Betrieben, die dank ihres Angebots in der närrischen Zeit Hochsaison haben - vom Fachhandel für Faschingsbedarf über den Kostümverleih bis zur Manufaktur für Faschingsschminke und Scherzartikel.

Andreas Greif, Inhaber des Unternehmens Miranda Weissenfeld, in seinem Verkaufslokal in der Domgasse. Der Betrieb Miranda Weissenfeld erzeugte früher Faschingskostüme, heute werden nur noch einzelne Teile wie Polizei- und Eisenbahnerkappen hergestellt.
© A.Greif Andreas Greif, Inhaber des Unternehmens Miranda Weissenfeld, in seinem Verkaufslokal in der Domgasse. Der Betrieb Miranda Weissenfeld erzeugte früher Faschingskostüme, heute werden nur noch einzelne Teile wie Polizei- und Eisenbahnerkappen hergestellt.

Nies- und Juckpulver, Scherzzucker, Schrecktinte, Theaterblut - wer Scherzartikel mag, kommt in der Schottenfeldgasse 60 garantiert auf seine Kosten. Hier in der Wiener Scherzartikelmanufaktur hat Lachen immer Hochsaison - auch wenn die Produktion für den Fasching längst erledigt ist. Seit 2014 führt Christoph Robol den kleinen Betrieb, den er damals gemeinsam mit einem Geschäftspartner von Reinhard Toufar übernommen hat. Dessen Vater hatte die Schminke- und Scherzartikelproduktion 1953 gegründet. „Aus der Beratung kommend, war es immer mein Traum, einen eigenen Produktionsbetrieb zu haben”, sagt Robol. Bei Toufar hätten ihn die Geschichte der Firma, die „Seele” der Produkte und sein persönlicher Bezug dazu besonders berührt. Mittlerweile führt Robol den Betrieb allein. Die Marke Toufar führt er weiter und konzentriert sich auf Artikel, die er selbst herstellen und deren Grundstoffe er in Europa einkaufen kann - vor allem Juck- und Niespulver sowie Schrecktinte.

„Bei uns kann alles anprobiert werden und wir setzen auch stark auf Beratung”
Susanne Schmid

Zweites Standbein sind Schminkfarbe und Theater-Formwachs zum Modellieren von Nasen, Ohren und ähnlichem. „Dafür habe ich erst vor kurzem ein Rezept gekauft”, erzählt Robol. Insgesamt hat er etwa 20 Produkte im aktiven Sortiment, Reste von Handelsware aus früheren Jahren werden noch über den Webshop abverkauft. Seine Kunden sind hauptsächlich Großhändler, vieles gehe nach Deutschland. Werbung macht Robol kaum, denn mit billiger Massenware versucht er erst gar nicht zu konkurrieren. Er setzt auf Verträglichkeit, natürliche Inhaltsstoffe und den lokalen Touch. Ob Robol selber ein Spaßvogel ist? „Da müssen Sie meine Familie und Freunde fragen”, schmunzelt er. Die Branche sei jedenfalls hart umkämpft, da habe man es „mit einer gewissen Gelassenheit” leichter. Dem entspricht auch seine Fimenphilosophie: Don’t worry, be happy.

Für Narren und Eisenbahn-Fans

Dem Thema Fasching ist auch der Traditionsbetrieb Miranda Weissenfeld seit jeher eng verbunden. In den gut 70 Jahren seit seiner Gründung haben sich der Markt und damit auch der Schwerpunkt des Familienbetriebs aber verändert, sagt Inhaber Andreas Greif. „Bis vor einigen Jahren haben wir noch Faschingskostüme für Kinder erzeugt und den Fachhandel beliefert.” Heute werden in der Werkstätte am Neubaugürtel hauptsächlich Eisenbahner- und Polizeikappen für Verkleidungen hergestellt. „Die gehen zu 90 Prozent in den Export”, so Greif. Zielgruppe sind neben Faschingsliebhabern auch Eisenbahn-Fans. „Fasching und Verkleiden sind in der Stadt generell kein so großes Thema mehr”, sagt Greif. Der Markt für Verkleidungen und Zubehör sei auch deshalb kleiner geworden, weil bereits zehn-, elfjährige Kinder im Gegensatz zu früher oft kein Interesse mehr am Verkleiden hätten. Flexibilität sei daher wichtig, um am Ball bleiben zu können, betont Greif. Mit der eigenen Kappenproduktion macht er heute 60 Prozent des Firmenumsatzes. Der Rest kommt aus dem Großhandelsgeschäft - er versorgt Spielwaren- und Papierfachhändler mit ausgewählten Artikeln - und aus dem eigenen Verkaufsgeschäft in der Domgasse, das er 1998 übernommen hat. Mindestens 5000 bis 6000 Kostüme, Zubehör und Dekorationsartikel seien dort vorrätig, schätzt Greif - ganzjährig, denn „vom Fasching allein kann man nicht leben.”

Fundus für alle, die das Besondere suchen

Der wohl bekannteste Kostümverleih Wiens ist das Traditionshaus Lambert Hofer, 1862 gegründet und auch legendär für seinen besonders zum Opernball stark frequentierten Frack-Verleih. Faschingsfans, die in Sachen Kostüm auf das Besondere setzen, werden aber auch andernorts fündig, etwa bei Babsi’s Kostümverleih in der Währinger Gentzgasse. Inhaberin Barbara Langbein hat jahrzehntelang als Kostümbildnerin Film- und Theaterproduktionen mit Kostümen ausgestattet und sich dabei einen Fundus an Kleidern, Kostümen und Zubehör angelegt. Vor etwa zwei Jahrzehnten eröffnete sie damit dann einen Kostümverleih. Im Fasching hat dieser natürlich Hochsaison, sagt sie, „auch wenn sich das etwas verschlechtert hat, seit es überall in den Supermärkten Billigstverkleidungen gibt”.  Babsi’s Kostümverleih hebt sich davon deutlich ab. „Fast alles, was wir hier haben, ist selbst genäht”, sagt Langbein. Klassiker finden sich ebenso wie historische Kostüme für Erwachsene und Tierverkleidungen für Kinder. „Generell haben wir eher das Ausgefallene.” Vieles davon ist Abgelegtes aus Theater und Film, denn in der angeschlossenen Werkstätte werden nach wie vor Kostüme für kleinere Theaterproduktionen erzeugt. Komplettiert wird der gewählte Look durch passendes Zubehör wie Taschen und Schmuck, denn auch dazu hat Langbein einen reichen Fundus. Ebenfalls im Repertoire sind Frack und Abendkleid zum Ausborgen.

Mit Auswahl und Beratung punkten

Bis zu 4000 verschiedene Kostüme, dazu Perücken, Hüte und Zubehör in einer schier unglaublichen Vielfalt hat die Firma Ed. Witte auf Lager.
© wkw/Spitaler Bis zu 4000 verschiedene Kostüme, dazu Perücken, Hüte und Zubehör in einer schier unglaublichen Vielfalt hat die Firma Ed. Witte auf Lager.

Feuerwehrmann, Prinzessin, Rokoko-Dame, Hippie-Girl, Superheld oder Tierkostüm - im Fachgeschäft Ed. Witte in der Linken Wienzeile finden Faschings-Fans alles, was das Herz begehrt. „Wir haben am Anfang der Saison etwa 3500 bis 4000 Kostüme lagernd”, sagt Geschäftsführerin Susanne Schmid. Die Kostüme werden im EU-Raum eingekauft. Man versuche, die Kollektion „nicht ganz auf der billigen Schiene aufzubauen, das überlassen wir den Supermärkten”, sagt sie. Anprobieren ist erwünscht, auf Kundenberatung wird großer Wert gelegt. Eindeutige Verkleidungstrends kann Schmid heuer nicht erkennen. Bei Kindern kommen Klassiker wie Pirat und Prinzessin immer gut an, dazu Figuren aus Film und Fernsehen sowie Superhelden. Letztere sind auch bei Erwachsenen sehr gefragt. Auch alles zu den 1920er, 1960er und 1970er Jahren liege im Trend. Die Chefin des 1863 gegründeten Traditionsbetriebs bedauert, dass es in Wien keine großen Kostümfeste mehr gibt. „Heutzutage spielt sich eher alles im kleinen Rahmen ab, Kinderfasching, Pensionistengschnas oder Themenfeste im Privatbereich”, sagt sie. Dafür sei mit Halloween eine lukrative zweite Saison entstanden, die vor allem jüngeres Publikum anzieht. Gut entwickelt habe sich auch der Verkauf von Feuerwerk zu Silvester und von Deko-Artikeln und Glücksbringern für Hotels und Gastronomie. Generell sei allerdings die Konkurrenz des Online-Handels spürbar. „Dieses Jahr ist das Faschingsende erst Anfang März. Da hoffen wir, schon auf Grund der langen Saison ein Plus zu erwirtschaften”, so Schmid.

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