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Wir müssen online gefunden werden

Die Wiener Branchenbetriebe sind besonders für kleinere Einzelhändler ein wichtiger Partner, sagt Gremialobmann Ralph Plaichinger. Das Landesgremium Wien Großhandel mit Mode und Freizeitartikeln forciert aktuell die Themen Digitalisierung und Lehrlingsausbildung.

Ralph Plaichinger
© Florian Weinwurm/www.fotoweinwurm.at

Selbst stehen die 570 Wiener Großhändler für Mode und Freizeitartikel (Textilien, Lederwaren, Sportartikel, kunstgewerbliche Artikel, Bijouteriewaren und Schuhe) selten im Rampenlicht. Sie sind aber die wichtigsten Partner für die Letztverkäufer in diesen Branchen - vor allem für die kleineren Betriebe, sagt Gremialobmann Ralph Plaichinger. „Internationale Modeketten erzeugen ihre Sachen meistens selbst. Für die Kleinen sind wir aber das Bindeglied zum Erzeuger.” Und ein Partner, der ihnen rasches Reagieren auf Kurzfrist-Trends und Nachfrage erlaubt. Der Großhändler hat die Waren auf Lager, der Einzelhändler kann sie dort in natura besichtigen und sofort mitnehmen. In Wien gibt es mit dem MGC Fashion Center in St. Marx ein richtiges Großhändler-Zentrum für Textilien und anderes. „Ein Riesenvorteil, der enorm flexibel macht”, sagt Plaichinger. Damit müsse der Einzelhandel die Ware auch nicht langfristig vorfinanzieren.

„Wir sind das Bindeglied zwischen Produktion und Einzelhandel.”
Ralph Plaichinger, Gremialobmann

Natürlich habe der Trend zum Online-Shopping auch den Großhandel verändert, sagt der Obmann. Onlinepräsenz ist heute wichtig. „Es geht darum, vom Einzelhandel im Internet gefunden zu werden.” Die Großhändler seien hier unterschiedlich weit - manche gut unterwegs, andere mit Entwicklungspotenzial. Für das Gremium bildet das Thema Digitalisierung einen Service-Schwerpunkt. Gefördert werden die Errichtung und Optimierung von Websites und Webshops. Dazu gibt es begleitende Beratung für die Betriebe über das E-Commerce-Servicecenter der Sparte Handel.

Firmenbesuche sind ein Schwerpunkt der Gremialarbeit

Info-Veranstaltungen zu aktuellen Themen und kostenlose Rechtsberatung zählen ebenso zum Basis-Service des Gremiums. Dabei mache man vieles gemeinsam mit den Mode-Einzelhändlern, sagt Plaichinger. „Wir sind ja Partner.” Etwa branchenspezifische Vorträge mit internationalen Fachleuten, oder auch die neue Vortragsreihe zu Zukunftstrends im Handel, die am 20. Mai mit dem Thema „Wie werde ich Erster im Kopf des Kunden?” startet. Ein zentrales Anliegen ist dem Obmann der direkte Kontakt zu den Unternehmern. Regelmäßig ist Plaichinger in den Branchenbetrieben unterwegs, um im persönlichen Gespräch zu erfahren, wo der Schuh drückt. „Danach versuche ich, die richtige Serviceleistung aus dem riesigen, vielseitigen Angebot der Wirtschaftskammer Wien zu finden”, sagt er. Ebenso ganz oben auf der Agenda: Das Thema Nachwuchs. Dabei geht es laut Plaichinger darum, den Beruf des Großhändlers bei Schulabgängern bekannter zu machen und gleichzeitig mehr Betriebe für die Lehrlingsausbildung zu gewinnen. Fachkräfte, die im Großhandel ausgebildet werden, sind laut Plaichinger vielseitig einsetzbar, „von Ein-und Verkauf über die Logistik bis zum Außenhandel”.  Auch das Thema Steuergerechtigkeit ist ihm ein großes Anliegen. „Die aktuelle Ungerechtigkeit, dass internationale Onlinehändler bei uns kaum Steuern und Abgaben zahlen, muss ein Ende haben”, so der Obmann.

 

Branchenfakten

571 Wiener Unternehmen sind im Gremium für den Großhandel mit Mode und Freizeitartikeln vereint. Größte Gruppe sind die Modegroßhändler (319) vor den Lederwaren-, Galanteriewaren- und Bijouteriewaren-Großhändlern (149). Schuh-, Leder-, Sportartikel- und Fahrrad-Großhändler sowie Großhändler mit textilen Rohstoffen und Halbfabrikaten bilden weitere, kleinere Berufszweige.


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