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Wiener Wirtschaft braucht ein Weihnachtswunder

Ist Weihnachten noch zu retten? Für die regionalen Händler und Gewerbetreibenden wird es heuer eng. Coronabedingt drohen große Umsatzeinbußen. Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Branchen entscheidend, daher ist es wichtig wie nie, den Wiener Handel zu unterstützen.

Walter Ruck
© Christian Skalnik

„Warum muss man jetzt regional einkaufen? Weil das Geschäft ums Eck auf dem Spiel steht, weil Grätzel sonst ausgedünnt und unattraktiver werden und weil tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen”, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien. Die Beobachtungen der vergangenen Woche zeigen: Umsätze und Frequenzen entsprechen in etwa einer „normalen” Einkaufswoche unter dem Jahr. Sie lagen deutlich hinter jenen einer üblichen Weihnachtswoche in den Vorjahren. Positiv stimmt der vergangene Samstag. Er wurde von den Betrieben deutlich besser bewertet als die restlichen Tage. Selbst der 8. Dezember war kein Umsatzbringer wie gewohnt, sondern es wurde eher verhalten eingekauft.

„Ob persönlich, telefonisch oder online: Kaufen Sie regional!”
Walter Ruck, Präsident der WK Wien

Einkaufsstraßen melden Verluste

Das Umsatzminus pendelt derzeit zwischen 15 und 40 Prozent. Die Innere Stadt leidet besonders stark unter der geringen Frequenz. Die Gastronomie und vor allem die Touristen fehlen. Unter der Woche verzeichnet man einen Verlust von 40 Prozent, an Samstagen ein Minus von 25 Prozent. In der Neubaugasse hingegen ist die Frequenz besser, denn die neue Begegnungszone zieht Publikum an. Die Menschen geben allerdings weniger aus. Hier wird vorerst ein Umsatz-Minus von rund 15 Prozent verzeichnet. In anderen Bezirken ist das Bild ähnlich. Minus 40 Prozent Umsatz in der Praterstraße und auf der Mariahilfer Straße, minus 30 Prozent im Freihausviertel, 25 Prozent weniger beklagen die Händler der Landstraße oder in Ober St. Veit.

Hoffen auf die Tage vor dem Fest

Viele Händler öffnen, wissend, dass sie damit nur ihre Fixkosten decken. Aber das Öffnen bringt für sie, ihre Mitarbeiter und selbstverständlich ihre Kunden ein Stück Normalität zurück. Jene Einkaufsstraßen und Grätzel, die durchgängig verstärkt auf Marketing-Maßnahmen gesetzt haben, verzeichnen jetzt mehr Zulauf.

„Die erste Woche nach dem Wiederaufsperren war relativ vorhalten, der Samstag hat uns ein wenig Hoffnung gegeben. Er war nur vier Prozent unter einem normalen Einkaufssamstag. Jetzt haben wir noch knapp zwei Wochen vor uns. Wir rechnen damit, dass das Geschäft besser wird, je näher es Richtung  Heiliger Abend geht”.
Walter Ruck

Kein Flanieren, Gastronomie fehlt

„Die Menschen kaufen gezielt ein, das Flanieren, spontan Einkaufen und Kaffeetrinken fällt ja weg”, so Ruck weiter. Elektronikartikel, Kosmetika, Artikel für Wohnung und Garten oder Bücher gingen gut, während bei Modeartikeln noch Nachholbedarf besteht. Ruck appelliert an die Kunden, auch Gutscheine für die unterschiedlichsten Waren und Dienstleistungen zu kaufen: „Für unsere Unternehmen sind die Gutscheine vor allem jetzt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ihr Verkauf ist auch in Zeiten von Ausgangssperren leicht und sicher über Online-Shops, aber auch per Mail oder Anruf möglich” sagt Ruck. Insgesamt wird für den Wiener Einzelhandel ein Gesamtumsatz für Dezember von 994 Millionen Euro prognostiziert, was einem Verlust von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das bedeutet, dass zwar weniger Menschen in den Einkaufsstraßen unterwegs sind - derzeit geht man von zwei Dritteln der Frequenz eines normalen Jahres aus -, die Einkäufer geben dafür aber pro Kopf mehr aus.

Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter

Wiener Unternehmer tun alles, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Kunden zu gewährleisten. Angefangen von Testungen in den Betrieben bis zur Einhaltung der Zehn-Quadratmeter-Regelung und dem Tragen von Masken. „Je besser und je restriktiver die Betriebe diese Mittel einsetzen, desto eher wird uns ein weiterer Lockdown erspart bleiben”, so Ruck. Gesamtwirtschaftlich gesehen kostet eine Woche Lockdown etwa 1,6 Milliarden Euro. „Trotz der Hilfen von staatlicher wie von kommunaler Seite, die die Verluste ein wenig abfedern, bleibt die Herausforderung groß. Wie groß, werden wir erst in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres sehen”, meint Ruck. Jede Hilfe ist willkommen, denn der Handel ist mit 118.250 Beschäftigten und 2560 Lehrlingen einer der wichtigsten Arbeitgeber Wiens.

Aktionen für den Handel

Für viele Branchen ist Weihnachten der Umsatzturbo, also der 13. Umsatzmonat. Neben Solidaritätsaufrufen sollen gezielte Aktionen den Kunden den regionalen Einkauf schmackhaft machen. Ein Projekt, das bereits anläuft, ist die Installation von Logistikboxenräumen in allen Wiener Einkaufsstraßen. Die Paketboxen dort können für die kontaktlose Übergabe verwendet werden. Unternehmer bringen die bestellten Waren dorthin, Paketdienste verteilen sie weiter. Dadurch bleiben die Händler bei der Zustellung, was die  Zeitkomponente betrifft, gegenüber Online-Multis konkurrenzfähig.Kunden können andererseits bequem ihre Pakete abholen, auch wenn die Geschäfte schon geschlossen haben. Dazu kommt ein positiver Effekt fürs Klima. Es wird CO2 eingespart, weil Leerfahrten und Nicht-Zustellung deutlich reduziert werden.

Geschenke gehören zu Weihnachten dazu

„Es braucht jetzt mehr denn je eine Gegenbewegung zur Online-Globalisierung hin zu einer Online-Regionalisierung”, sagt Margarete Gumprecht, Wiener Spartenobfrau für den Handel. Sie setzt sich dafür ein, dass die Wiener Händler so gut wie möglich unterstützt werden - die großen, vor allem aber die kleinen Händler, die unter der coronabedingten Situation enorm leiden. Einerseits braucht es noch mehr Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung, wie wichtig es ist, in den Geschäften der Umgebung einzukaufen, andererseits muss man in Pandemiezeiten auch die höchstmöglichen Sicherheitsstandards bieten. Der Bogen spannt sich von der Sicherheit im Geschäft bis zur Möglichkeit durch Click&Collect - also durch Bestellen und Vor-Ort-Abholen - während eines Lockdowns Waren beziehen zu können. „Wir glauben, wenn die kontaktlose Abholung von Speisen geht, dass es auch bei Produkten des Handels möglich ist”, so Gumprecht.

 

Lage der Wiener Wirtschaft

  • 143.000 Arbeitslose verzeichnete der Wiener Arbeitsmarkt per Ende November. Das entspricht einem Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • 52.000 Personen sind in Wien in Kurzarbeit. Österreich weit sind es 280.000.
  • 13.900 Lehrlinge werden aktuell in den gewerblichen Betrieben Wiens ausgebildet, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • 4113 Lehrlinge in gewerblichen Betrieben stehen im ersten Lehrjahr.
  • 118.000 Beschäftigte hat der Wiener Handel. Der Sektor bildet 2560 Lehrlinge an rund 1200 Standorten aus.
  • -7,3 Prozent Bruttoregionalprodukt für Wien im Jahr 2020, so lautet die jüngste Prognose.


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