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Wiener Steinmetzmeisterin erhält Denkmalpflegepreis 2018

Die besten Steinmetze Österreichs wurden auf der Salzburger Messe Monumento 2018 ausgezeichnet

Gewinner und Funktionäre Denkmalpflegepreis 2018
© Fotos: Steinzentrum Hallein

Die Bundesinnung der österreichischen Steinmetze ehrte in Zusammenarbeit mit dem Steinzentrum Hallein die Gewinner des Denkmalpflegepreises 2018. Der Denkmalpflegepreis der Bundesinnung würdigt herausragende handwerkliche Leistungen im Bereich der Restaurierung und Denkmalpflege. Teilnahmeberechtigt für den im zweijährlichen Rhythmus ausgeschriebenen Wettbewerb sind selbständige österreichische Steinmetzmeister. Neben der Sensibilität dem Material gegenüber werden ebenso die Materialauswahl, die Oberflächenbearbeitung und die angewandten historischen Handwerkstechniken beurteilt. Anteil bei der Bewertung haben ebenfalls das restauratorische Können, die einzelnen Bearbeitungsschritte und deren Dokumentation, der Umgang mit der Originalsubstanz und der harmonische Gesamteindruck. Der Denkmalpflegepreis soll das Steinmetzhandwerk dazu ermutigen, sich noch stärker im Bereich der Denkmalpflege zu engagieren und dabei die erwarteten Grundsätze und Qualitätsansprüche zu berücksichtigen. Außerdem soll er die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, wie Steinmetze zur Erhaltung des Kulturguts beitragen. Besonders die Beurteilung, ob und wie sich ein historisches Werkstück erhalten lässt, erfordert viel Fingerspitzengefühl. 

Terrazzoboden in der kaiserlichen Haltestelle

Den 1. Preis erkannte die Jury dem Wiener Miromentwerk Ing. Helmut Stuhlberger für die Sanierung eines Terrazzobodens im Pavillon des „k. u. k. Allerhöchsten Hofes“ in Hietzing zu. Im Zuge der Errichtung der Wiener Stadtbahn durch Otto Wagner entstand bei der Haltestelle Hietzing ein Pavillon für Kaiser Franz Joseph und den „Allerhöchsten Hof". Der 1899 vollendete Bau erhielt ein repräsentatives Äußeres und eine kostbare Innenausstattung im Jugendstil. Vor der Sanierung des denkmalgeschützten Pavillons wies der originale Terrazzoboden im Vestibül eine starke Aufwölbung auf. Frosteinwirkung und die Feuchtigkeit des Wienflusses hatten den zwar originalen, aber schlechten Untergrund unter dem Terrazzo geschädigt. „An eine Rettung des Altbestandes war nicht zu denken,“ schildert die für das Projekt verantwortliche Steinmetzmeisterin Ing. Gabriele Stuhlberger nach der Preisverleihung. Für das gesamte Objekt gab es eine Befundung, die für das Vestibül die Neuverlegung des Terrazzobodens vorgab. Nach Sicherung der Originalmaße und Proben des Altbestandes wurde der Untergrund neu ausgeführt. Ebenso wurde anhand von Musterplatten die genaue Zusammenstellung anhand der ursprünglichen Terrazzomischung und die Verlegung der feingliedrigen, schwarzen und hellen Bordüren getestet. Dabei kam beim Terrazzomörtel nur die originale Mischtechnik ohne Kunstharze oder sonstige chemische Zusatzmittel zum Einsatz. Abschließend sieht Ing. Gabriele Stuhlberger in der Auszeichnung ein Zeichen dafür, dass „Terrazzo kein Nischendasein fristet, sondern in der Öffentlichkeit Anerkennung findet. Terrazzo hat einen festen Platz im Bauwesen und wird in traditioneller und auch moderner Form ausgeführt, von der kleinen Ergänzung bis zu großen Flächen mit mehreren tausend Quadratmetern.“

Denkmalpflegepreis 2018

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