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Wiener Schuhmacher kürten „Crazy Shoe“: Design „Harley Davidson“ ist verrücktester Schuh Europas

Die Landesinnung Wien der Schuhmacher rief zum vermutlich verrücktesten Wettbewerb des Jahres auf: am 24. April wurde der „Award for the Crazy Shoe 2019 Vienna“ vergeben.

Crazy Shoe Award 2019
© © Foto Weinwurm/www.fotoweinwurm.at

Der erste Preis bei diesem europaweiten Wettbewerb ging an Paloma Wich aus Deutschland. Sie konnte mit ihrem Schuhdesign, dem sie den Namen „Harley Davidson“ gab, überzeugen. Über Platz zwei durfte sich Livia Kobayashi aus Tirol freuen, die für ihre „Butterfly Boots“ ausgezeichnet wurde. Den dritten Preis holte sich Eva Tremmel aus Deutschland für „Peacock“. Auch Wettbewerbsbeiträge aus Niederösterreich, die von Insassen der Justizanstalt Krems Stein eingereicht wurden, bezauberten das Publikum, waren jedoch nicht unter den drei Gewinnern.

Insgesamt 31 Designer bewarben sich um den begehrten Preis. Die Teilnehmer stammen heuer aus vier Ländern: Österreich, Deutschland, Italien und Russland. Nach einer ersten Auswertung gehen 15 Einreichungen ins Finale. Vier Insassen der Justizanstalt Stein, die ebenfalls am Wettbewerb teilnehmen, konnten ihre „Crazy Shoes“ fertigen, weil sie derzeit eine Facharbeiterintensivausbildung zum Oberteilherrichter in der Justizanstalt absolvieren. Sie werden von einem Bediensteten der Justizanstalt, der gleichzeitig Orthopädieschuhmacher ist, ausgebildet.

Wer hat die schönsten Schuhe?

Beim Galaabend anlässlich des Wettbewerbsfinales gab es eine unterhaltsame Show, bei der die meisten Designerinnen und Designer ihre Exponate selbst am Laufsteg vorführen. Die „verrückten Schuhe“ der Insassen der Justizanstalt Stein werden von Strafvollzugsbediensteten der Justizanstalt präsentiert.

„Schuhmacher haben eine sehr kreative Ader. Den Ideenreichtum und das Können unseres Berufsstandes zeigen wir mit dem europaweiten Wettbewerb für kreatives Schuhdesign nun schon zum zwölften Mal“
Mirko Snajdr, Innungsmeister der Landesinnung Wien der Schuhmacher

Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer hat die verrücktesten Schuh‘ im ganzen Land? Diese schwierige Frage mussten gestern am Abend Entertainer Gerald Votava, Tanzschul-Ikone Yvonne Rueff, Kabarettist Ulrich Michael Heissig alias Chansonniere Irmgard Knef, Collonil Austria-Geschäftsführer Karl Domoracky und Innungsmeister Mirko Snajdr beantworten. Sie alle waren Mitglieder einer Jury, die den „Award for the Crazy Shoe 2019 Vienna“ vergab.

High Heels oder lieber „barrierefrei“?

Sowohl Tanzschul-Chefin Yvonne Rueff als auch Kabarettist Ulrich Michael Heissig erklärten, wie praktisch flache Schuhe seien. Heissig alias Chansonniere „Irmgard Knef“ sagte namens seiner Kunstfigur: „Ich bin ja schon über 90, da muss alles barrierefrei sein. High Heels gehen in meinem Alter natürlich nicht mehr.“ Und auch Gerald Votava schätzt gute Schuhe, solange sie bequem sind: „Ich mag, wenn sich Schuhe wie Socken anfühlen.“ Zu den weiteren prominenten Gästen zählte auch Wirtschaftskammer Wien-Vizepräsident Alexander Safferthal: „Schuhmacher ist ein wunderbarer Beruf“, kommentierte er und wünschte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Wettbewerbs Spaß und Erfolg.

Die 15 Finalisten

  • Akimbo Pumps (Beitrag aus Deutschland)
    Jannis Tüngethal aus Parchim folgt bei seinem Shoedesign ganz dem Motto „Make Shoes not War“. Der Regenbogen-Absatz steht symbolisch für Humanität und Menschenliebe. Durch die Montage der weiß lackierten Airsoftpistolen am Schaft verschwindet die Gestalt der Waffe, der Schuh nimmt ein friedlicheres Gesicht an. Jannis Tüngethal ist Autodidakt.

  • Tag und Nacht (Beitrag aus Deutschland)
    Julia Pfeuffer von der Schuhfachschule Pirmasens symbolisiert mit ihrem Exponat unser Leben im Wechsel von Tag und Nacht. Der „Tag“-Schuh fällt durch die Lichterkette auf, der „Nacht“-Schuh besteht aus dunklem Leder, der mit Mond und Sternen bemalt wurde. Die befestigten Leuchtsterne sollen den Eindruck erwecken, als würden sie schweben.

  • The Power Horses (Beitrag aus Italien)
    Alessia Messina aus Florenz verdeutlicht mit ihrem Wettbewerbsbeitrag die Kraft der Pferde: Die Oberknee-Stiefel formen die Beine von Pferden nach. Den violetten Schaft strickte die Designerin selbst, ebenso wie die gestrickte Verzierung der Vorderkappe. Auch die weißen Gummiteile, die über den Spann ragen, nähte die Schuhmacherin selbst. „Gedanken an eine starke, mächtige, aggressive und kriegerische Frau haben mich zu diesem Design inspiriert. Eine Frau, die um ihr Leben auf einem Pferd kämpft“, so Messina.

  • Der Bayernschuh (Beitrag aus Österreich/NÖ/Justizanstalt Stein)
    Ein Insasse der Justizanstalt Stein bei Krems an der Donau hat dieses Design erdacht. Er ist gebürtiger Bayer. „Zur Zeit in Österreich in Haft, habe ich doch nie meine Heimat Bayern vergessen und nie aufgehört, sie zu lieben“, so der Wettbewerbsteilnehmer: „Und man kommt an der blau-weißen Flagge und einem Bier halt nicht herum.“ Das Modell symbolisiert die „gelebte Gemütlichkeit, welche uns Bayern eben ausmacht“ und ist „für die Wiesen wie gemacht“.

  • Tanz über den Dächern von Wien (Beitrag aus Deutschland)
    Philipp Burkhart von der Schuhfachschule Pirmasens widmet sich ganz dem Thema Wien: Sein Design kombiniert Eindrücke aus „kaiserlichen Palästen“ mit „dem emotionalen Körperausdruck des Tanzes“. Burkhart erlernte während seiner Schuhmacherlehre das Steppen, so dass ein Design, das Affinität zum Tanz zeigt, nahelag. Sein Vater, ein Zimmermann, half ihm bei der selbst gebauten Plateausohle, die aus Styrol besteht. Diese Plateausohle wurde mit einer historischen Darstellung der Wiener Skyline verziert.

  • Mythos (Beitrag aus Österreich/NÖ/Justizanstalt Stein)
    „Game of Thrones“ und Geschichten von Drachen waren Inspiraten für diesen Stiefel, den ein Insasse der Justizanstalt Stein bei Krems an der Donau entwarf. Der Stiefel „für eine Drachenjägerin“ sticht durch handgefertigte Punzierelemente heraus. Für das Blatt und die Quartiere wurde rotes Lack-Rindsleder mit Krokomuster verarbeitet. Der Wettbewerbsteilnehmer absolviert derzeit eine Lehre als Oberteilherrichter.

  • Metropolis (Beitrag aus Deutschland)
    Der Wettbewerbsbeitrag von Vanessa Fleischer von der Schuhfachschule Pirmasens spielt auf den Film „Metropolis“ an. „Dieser Film ist ein absoluter Kultfilm, den jeder mal gesehen haben sollte. Der Kulissenbau, die Kostüme und die Bildsprache sind für die damalige Zeit gewagt, exzentrisch und ausdrucksstark“, sagt sie über den Stummfilm aus den 1920er-Jahren. Wie Regisseur Fritz Lang wolle sie „neue Wege gehen und traditionelles Handwerk mit neuer Technologie verbinden“. Der Torso der Figur wurde mit 3D-Druck erstellt, ebenso wie der Absatz und das Plateau, in das die Skyline von Metropolis hineinmodelliert wurde.

  • Der Gefängnisschuh (Beitrag aus Österreich/NÖ/Justizanstalt Stein)
    Ein Insasse der Justizanstalt Stein bei Krems an der Donau setzte sich mit seiner eigenen Biographie auseinander. „Man kann im Leben den geraden oder einen schiefen Weg einschlagen. Ich bin den schiefen Weg gegangen, das habe ich mit meinem Schuh gemeinsam: Die Sohle ist auch etwas schief ausgearbeitet und es ist nicht leicht, damit zu gehen“, beschreibt er sein Werk. Die Idee dazu entstand „aus meiner derzeitigen Lebenssituation, die man als nicht gerade einfach beschreiben kann“, während er versuche, wieder „auf den geraden Weg zurückzukommen“.

  • Vienna Calling (Beitrag aus Deutschland)
    David Lausch von der Schuhfachschule Pirmasens ließ sich beim Schuh „Vienna Calling“ vom gleichnamigen Falco-Song inspirieren. Der Schuh solle „den Spirit der ungezügelten Dekadenz widerspiegeln, die im Lied häufig zu finden ist“, so Lausch. Ein hausschuhähnlicher Schuh wurde dafür mit edelsten Materialien ausstaffiert, um einen „Telefonpantoffel“ zu kreieren, in den man mit einem Slipper einsteigen kann. Bei der Erzeugung des Schuhs wurden fast ausschließlich gebrauchte oder Restmaterialien verwendet. So befanden sich die Telefone in den 1950er-Jahren im Einsatz der Deutschen Post.

  • Der Schuh der Medusa (Beitrag aus Österreich/NÖ/Justizanstalt Stein)
    Ein Insasse der Justizanstalt Stein bei Krems an der Donau interessiert sich sehr für griechische Mythologie. „Das Wesen Medusa ist Vorbild für meine Stiefel. Medusa galt als betörende Schönheit, wurde jedoch von Athena verflucht und in ein Ungeheuer verwandelt“, erklärt er. Beim Stiefel wurden Kunstleder mit Schlangenmuster für die Oberteile sowie Schweinsvelours für das Futter verwendet. Das Paar ist das erste Damenmodell des Teilnehmers, der produzierte im Rahmen seiner Lehre als Oberteilherrichter in der Justizanstalt Stein bisher ausschließlich Herrenmodelle.

  • Charlie und die Schokoladenfabrik (Beitrag aus Deutschland)
    Julia Kistner von der Schuhfachschule Pirmasens widmet ihr Design „dem Traum eines njeden Kindes“, nämlich der „spannenden Reise durch die geheimnisvolle Schokoladenfabrik von Willi Wonka“. So zieren diese Pumps ein Schokoladenfluss (aus braunem Silikon gespritzt), Maccarones (Attrappen aus Epoxidharz) und Schokoladentafeln (aus EVA, einem bekannten Material des Orthopädiehandwerks).

  • Shiny Star (Beitrag aus Deutschland)
    Julia Suppanz, die Gewinnerin des „Award for the Crazy Shoe 2018“, geht heuer mit einem Modell ins Rennen, das sich am Sternenhimmel orientiert. Durch Metallicleder, strahlende Farben und die LED-Lichter wird dieser Schuh zum Scheinen gebracht. Highlights sind der Absatz in Form eines Sterns und das beleuchtete Sternenplateau.


Die drei prämierten „Schuh-Werke“

  1. Platz: „Harley Davidson“
    Paloma Wich von der Schuhfachschule Pirmasens weist darauf hin, dass sie „nur“ 160 cm groß ist, was bedeute, dass „die Beine und Arme zu kurz sind, um an die Pedale und ans Lenkrad einer Harley Davidson zu gelangen“. Um trotzdem der Biker-Leidenschaft frönen zu können, entwarf sie Schuhe, denen sie den Namen „Harley Davidson“ gab: Auf einer orangen Stiefelette montierte sie schwarze Fransen aus Ziegenleder, der Räder-Absatz aus Metall wurde von einem Schmied nach einem Modell der Designerin angefertigt
  2. Platz: „Butterfly Boots“
    Livia Kobayashi stammt aus Schwaz in Tirol und hat dort die Lehre zur Orthopädieschuhmacherin absolviert. Mittlerweile lebt sie in Australien, wo sie als Theaterausstatterin erfolgreich ist. „Die Leidenschaft für ausgeflippte Schuhe hat die dreimalige Teilnahme am ‚Award for the Crazy Shoe‘ in mir geweckt, und diesem Traum bin ich bis nach Australien gefolgt, wo ich heute mit einem Team arbeite, das sich auf die Anfertigung von Schuhen für Theater und Musical spezialisiert hat“, erzählt Kobayashi. Ihr aufwändiger Wettbewerbsbeitrag, ein Overknee-Stiefel, experimentiert mit dem Motiv des Schmetterlings.
  3. Platz: Peacock
    Eva Tremmel von der Schuhfachschule Pirmasens in Deutschland fertigte aufwändige Pfauenschuhe auf einem schmalen, spitzen Leisten. Das Obermaterial besteht aus seidigem Synthetikmaterial, das Gefieder aus echten Pfauenfedern.
Tipp!

Die Kreationen der 15 Finalisten sind ein Jahr lang im Wiener Schuhmuseum ausgestellt! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Impressionen des Crazy Shoe Award 2019

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