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Wiener Schokokönig hat sich einen Traum erfüllt

Wenn zu Ostern Schokolade wieder Hochsaison hat, findet man im Geschäft von Wolfgang Leschanz viele Spezialitäten. Mit der Eröffnung des Fachgeschäfts hat er sich einen lange gehegten Traum erfüllt.

Wolfgang Leschanz (l.), Karl Kristian Gödde (r.).
© wkw/Hammer Wolfgang Leschanz (l.), Karl Kristian Gödde (r.).

Seine Kreationen, in der Manufaktur in Mariahilf hergestellt, versorgen viele Wiener Kaffeehäuser und werden bis nach Japan geliefert. Zuckerbäckermeister Wolfgang Leschanz ist mit seinem Wiener Traditionsbetrieb ein Garant für Qualität, Originalität und Liebe zum Detail. Seine Schokoladen, das Konfekt und die Torten werden von Hand zubereitet.  Ein wichtiges Standbein ist für ihn die Produktion von gebrandeten Schokoladetafeln, die für jeden Kunden individuell gestaltet werden können. Er bietet sie in den Sorten weiße Schokolade, Milchschokolade oder Bitterschokolade an.  2004 hat er sich den Traum von einem eigenen kleinen Schokofachgeschäft erfüllt. Nachdem er buchstäblich in letzter Sekunde die Finanzierung auf die Beine gestellt hatte, übernahm er den „Knopfkönig” in der Wiener Innenstadt von Erika Frimmel und machte daraus den „Schokokönig”. Die wunderschöne traditionelle Einrichtung eines der ältesten Geschäfte von Wien erhielt er soweit möglich.

Steile Karriere

Wolfgang Leschanz hat bis zur Gründung seines Betriebs viele berufliche Stationen durchlaufen. Sein Leben hat sich nicht immer von der Zuckerseite gezeigt, aber aufregend war es allemal. Mit 14 Jahren startete er die Zuckerbäckerlehre in Baden bei Wien. Sein beruflicher Weg führte ihn über das Sacher, wo er an der Produktion von 35.000 Sachertorten während seiner Zeit beteiligt war, zu Hofzuckerbäcker Demel, damals noch unter der Leitung von Udo Proksch. Dort arbeitete er sich bis zum Betriebsleiter hoch. Sein Ziel war unter anderem, alle Rezepturen, die bis dato nur in den Köpfen der Mitarbeiter waren, zusammenzutragen. Sein Weg führte ihn bis in die USA, wo er in einem Bistro arbeitete, das später von Starkoch Wolfgang Puck übernommen wurde.  Später gründete er in Los Angeles  die „Old Vienna Strudel Company”.

„Ich will nur die besten Produkte aus den besten Materialien herstellen”
Wolfgang Leschanz

Zurück in Österreich heuerte er bei Pischinger an und befand 1995, dass es nach sieben Jahren als Betriebsleiter Zeit war, sich selbstständig zu machen. Das Startkapital brachte er mit einem Bankkredit und der Hilfe von Freunden auf. Damit gründete er seine Schokomanufaktur in Mariahilf. Der Anfang war nicht leicht, doch mittlerweile sind seine Kreationen etabliert. Aktuell hat er rund 300 Artikel in seinem Sortiment. Von Konfekt über Konfiserie bis zu saisonaler Ware zu Ostern und zu Weihnachten.

Aus Mariahilf in die ganze Welt

Er beliefert mit seinen Torten auch Kaffeehäuser, beispielsweise jenes im Kunsthistorischen Museum, oder das Café Schwarzenberg, das seit 23 Jahren zu seinen Kunden zählt. Leschanz liefert die Schokoladen bis nach Tokyo. Seine „Japan Connection”, wie er es nennt, entstand durch sein Hobby - Karate. Dabei lernte er seinen zukünftigen Geschäftspartner kennen, den er bis heute mit Schokolade beliefert. Der Export von Lebensmitteln ist schwierig und stellte ihn immer wieder vor neue Herausforderungen. Ein Umstand, den er auch beim Betriebsbesuch von WK Wien-Bezirksobmann Karl Kristian Gödde besprochen hat. Dieser ist stolz auf die vielen Exporte, die aus Mariahilf in die ganze Welt gehen, und vermittelt gerne Kontakt zu den Handelsdelegierten zur Unterstützung: „Viele Unternehmer erfahren erst durch uns, dass man die Delegierten bei Exportfragen zu Rate ziehen kann”, so Gödde. Leschanz ergänzt: „Ich muss nicht nur Zuckerbäcker sein, sondern auch ein Organisationsprofi, um die ganzen Vorschriften im Lebensmittelhandel einhalten zu können.”



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