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Wiener Betriebe schaffen 40.000 neue Jobs

Positive Jobentwicklung in den nächsten 5 Jahren – beste Aussichten für FH-Studenten – Technik, Informatik und Tourismus bei FH-Absolventen am meisten gefragt – 9. Schulstufe muss reformiert werden

© Florian Wieser Industrie-Spartenobmann Stefan Ehrlich-Adám und Studienautorin Edith Jaksch bei der Präsentation der Bildungsbedarfsanalyse
„Bildung ist und bleibt die stärkste Waffe gegen die Arbeitslosigkeit. In den Betrieben werden auch zukünftig zehntausende gut ausgebildete Mitarbeiter gesucht.“
Stefan Ehrlich-Adám, Spartenobmann der Industrie in der Wirtschaftskammer Wien. 

Die Bildungbedarfsanalyse hat ergeben, dass in den kommenden fünf Jahren mehr als 40.000 Jobs vakant werden Während HTL-, und FH-Absolventen beruhigt in die Zukunft sehen können, gibt es bei den Pflichtschülern noch Aufholbedarf: Mehr 600 Lehrstellen konnten im vergangenen Jahr wegen des sinkenden Bildungsniveaus nicht besetzt werden. „Die Verantwortung darf nicht auf die Schüler abgewälzt werden, vielmehr ist hier die Politik gefragt“, so Ehrlich-Adám. „Es muss sichergestellt werden, dass alle Jugendlichen, die das Schulsystem verlassen, über Mindestkompetenzen im Rechnen, Lesen und Schreiben verfügen, damit die Berufsausbildung darauf aufbauen kann.“ Weiters befürworten 76 Prozent der Unternehmen den verstärkten Ausbau der Schulen in Wien Richtung Ganztagsschulen.

Download der Bildungsbedarfsanalyse 2017

Die Bildungsbedarfsanalyse führte das Institut Jaksch & Partner im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien durch. Befragt wurden 1.500 Betriebe aller Sparten, die derzeit mehr als 100.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Bildungsbedarfsanalyse

  Lehre

  • Die Nachfrage nach Lehrlingen wird weiter steigen. In den nächsten drei bis fünf Jahren werden die Betriebe rund 11 Prozent mehr Lehrlinge brauchen als sie heute bereits ausbilden.
  • Fast zwei Drittel der Betriebe geben an, dass das Niveau im Vergleich zu den letzten Jahren  schlechter geworden ist.
  • Zehn Prozent der Betriebe konnten darum ihre Lehrstellen im vergangenen Jahr nicht besetzen – das sind umgerechnet rund 600 Lehrstellen.
  • Karriere mit Lehre ist kein Lippenbekenntnis: In 29 Prozent der Unternehmen sind ehemalige Lehrlinge mit Führungsaufgaben betraut.
  • Migrationshintergrund als Asset: Der Anteil an Lehrlingen mit internationalem Background liegt bei 29 Prozent. Stolze 92 Prozent der Betriebe haben mit ihren internationalen Lehrlingen gute Erfahrungen gemacht. 

Polytechnikum

  • 73 Prozent der Betriebe bewerten das Bildungsniveau der Absolventen von Polytechnischen Schulen als mangelhaft bis schlecht.
  • Die Legitimation wird in Frage gestellt, die Betriebe wünschen sich Substitute: 20 Prozent fordern ein weiteres Schuljahr nach der 4. Klasse Hauptschule bzw. AHS, 39 Prozent wollen ein Berufseinführungsjahr, 41 Prozent eine Kombination aus Schul-, und Berufsausbildung. 

AHS-Absolventen

  • Die AHS ist kein Job-Garant: Lediglich 22 Prozent der Unternehmen haben Jobs im Angebot, die sich an AHS-Absolventen richten
  • 78 Prozent der Betriebe empfehlen AHS-Absolventen darum ein technisches Studium 

HAK-Absolventen

  • Die Nachfrage an Hak-Absolventen wird weiter steigen: nämlich um 7 Prozent.
  • Besonders die Praxisrelevanz wird von 62 Prozent als gut bewertet. 

HTL-Absolventen

  • Bis 2022 wird der Bedarf an HTL-Absolventen um 14 Prozent steigen.
  • Bereits jetzt herrscht aus Sicht der von einem Drittel der Betriebe ein Mangel an HTL-Absolventen, insbesondere in den Bereichen Informatik, IT und Elektrotechnik/Elektronik. 

Fachhochschul-Absolventen

  • Den relativ größten Zuwachs wird es bei FH-Absolventen geben: Die Anzahl wird in den Betrieben um rund 20 Prozent steigen.
  • Durchschnittlich absolvieren in den Wiener Betrieben 2,4 Mitarbeiter eine FH berufsbegleitend, mehr als die Hälfte der Betriebe sprechen sich dafür aus, ihre Mitarbeiter bei diesem Vorhaben zu unterstützen.
  • Rund zwei Drittel der Betriebe würden es begrüßen, wenn FH-Studien komplett in englischer Sprache angeboten werden.
  • Den größten Bedarf an FH-Absolventen gibt es in den Bereichen Technik, Informatik und Tourismus. 

Universitäts-Absolventen

  • Bei der Anzahl an Jobs für Universitätsabsolventen rechnen die Betriebe in den nächsten Jahren mit einer 9-prozentigen Steigerung.
  • Besonders gefragt sind Studierende der Fachrichtungen Ingenieurswissenschaften (42 Prozent) und Informatik (33 Prozent).
  • Ein Überangebot herrscht bei Absolventen der Wirtschaftswissenschaften (42 Prozent), Geisteswissenschaften (20 Prozent) und Sozialwissenschaften (17 Prozent).
  • Nur 16 Prozent der Unternehmen haben Jobs speziell für Bachelor-Absolventen. 

Digitalisierung/Weiterbildung

  • Laut Personalisten ist das Arbeitsumfeld der FH-Absolventen (62%) und der Uni-Absolventen (60%) am stärksten von der Digitalisierung geprägt.
  • Lehrlinge sind am Wenigsten – nämlich nur 31 Prozent betroffen
  • Drei Viertel der Unternehmen forciert Weiterbildung in diesem Bereich.
  • Betriebe setzen generell auf Weiterbildung: In 91 Prozent der Unternehmen finden Schulungen statt.
  • Bei Lehrlingen werden pro Jahr durchschnittlich in 7,02 Schulungtage pro Jahr investiert – um zwei mehr als bei Mitarbeitern und Führungskräften. 

Fünf Forderungen der WK Wien

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, je höher die Bildung ist, desto besser die Jobaussichten“, so Industrie-Spartenobmann Stefan Ehrlich-Adám. „Besonders in der Pflichtschule muss der Grundstein für eine fundierte Ausbildung gelegt werden – hier herrscht aber noch Nachholbedarf“. 

Die WK Wien präsentiert darum fünf Lösungsansätze

1. Schulpflicht durch Bildungspflicht ersetzen
Schüler sollen nicht nur ihre Pflichtschulzeit absitzen. Eine Bildungspflicht ist zielführender. Am Ende der 8. Schulstufe dürfen die Schüler nur die Schule verlassen, wenn sie bestimmte Bildungsziele (v.a. in Deutsch, Mathematik, Englisch) erfüllt haben. Die Sicherstellung eines Mindest-Bildungsniveaus.

2. Ganztägige Schulformen ausbauen
Drei Viertel der Unternehmen würden einen verstärkten Ausbau der Wiener Schulen in Richtung Ganztagsschulen befürworten

3. Reform der 9. Schulstufe
Die 9. Schulstufe ist zu reformieren, weil die Lehrlingsausbildung ein Jahr später beginnt als die weiterführenden Schulen (AHS-Oberstufe, BMHS). Dadurch sitzen manche Schüler in der falschen Schulform, da sie eigentlich besser für eine Lehrausbildung geeignet wäre.  

4. Lehrinhalte überdenken
Das Unterrichtsfach „Wirtschaft“ bereits ab der Volksschule etablieren, das Interesse für Technik bereits ab dem Kindergarten fördern. Mehr MINT in die Schulen. Mehr Praxis in die Ausbildung der Lehrer.

5. Unterstützung bei Laufbahn-Entscheidung
Berufsorientierung in allen Schulen der 7.-9. Schulstufe. Prognoseverfahren am Ende der Volksschule, um Eltern und Kinder bei der Laufbahnentscheidung zu unterstützen.


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