th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Wiener Betriebe holen sich die Hilfspakete ab

Das Herunterfahren Österreichs auf einen Minimalbetrieb verursacht in den Unternehmen einen Milliardenschaden. Zahlreiche Hilfspakete sollen diesen abfedern. Die Betriebe nutzen die Angebote bereits intensiv.

Hilfspaket
© wildworx-Fotolia

Nichts ist mehr wie vor einem Monat. Restaurants und Hotels haben geschlossen, weite Teile des Einzelhandels ebenfalls, auch Friseure oder Fitness-Studios sind zu. Dabei müssen gerade jetzt, rund um den Monatswechsel, Gehälter, Mieten, Stromrechnungen und vieles mehr bezahlt werden. Die Politik versucht mit milliardenschweren Hilfspakten, den Unternehmen zur Seite zu stehen. Doch kommt diese Hilfe auch in den Betrieben an?

Ja, zeigt ein Blick auf die Zahlen. So haben österreichweit bereits mehrere tausend Unternehmen das neue Kurzarbeitsmodell beantragt, das die Personalkosten massiv reduziert. Abgewickelt wird es vom Arbeitsmarktservice (AMS), das zugesagt hat, bei der Refundierung der Kosten aufs Tempo zu drücken. Vorfinanzieren müssen aber die Betriebe.

Deutlich schneller erfolgt die Auszahlung aus dem Härtefallfonds der Bundesregierung. Mehr als 85.000 Kleinstunternehmer haben um diese bereits angesucht, der Großteil hat die erste Tranche bereits erhalten. Blitzschnell abgeholt wurde auch die Förderung der Wirtschaftsagentur Wien für die Einrichtung von Heimarbeitsplätzen. Sie wurde nun auf sechs Millionen Euro verdreifacht. Stark nachgefragt sind auch die Kreditbesicherungen der Wiener Kreditbürgschafts-  und Beteiligungsbank (WKBG). Hier gibt es schon Dutzende Zusagen. Auch bei der Förderbank des Bundes, aws, wurden schon viele Besicherungen bearbeitet. 75.000 Unternehmen haben zudem beim Finanzamt Stundungen im Ausmaß von 2,2 Milliarden Euro beantragt und bekommen. Warten müssen Betriebe noch auf den 15 Milliarden Euro-Corona-Krisenfonds der Bundesregierung. Nach aktuellem Stand wird dieser ab Mitte April verfügbar sein.

Die Hilfspakete im Überblick

Der Bund stellt 38 Milliarden Euro zur Verfügung. Dieses Hilfspaket gliedert sich in:

  • Vier Milliarden Euro Soforthilfe: Davon sind eine Milliarde Euro über den Härtefallfonds und eine Milliarden Euro für das neue Kurzarbeitmodell bereits verfügbar. Hier ist noch nicht alles verplant.
  • Neun Milliarden Euro für Garantien und Haftungen: Besicherung von Bankfinanzierungen durch Austria Wirtschaftsservice (aws) bzw. Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) bzw. Kontrollbank (Exporte).
    Die Mittel sind bereits verfügbar.
  • 15 Milliarden Euro als Corona-Krisenfonds für hart getroffene Branchen: Entschädigungszahlungen für Betriebe, die auf behördliche Anweisung schließen
    mussten. Derzeit noch nicht verfügbar.
  • Zehn Milliarden Euro für Stundungen: Unbürokratischer Aufschub von Steuerzahlungen für betroffene Betriebe sowie Herabsetzung von Vorauszahlungen.
    Bereits verfügbar.

Stadt Wien und WK Wien ergänzen mit einem Wiener Hilfspaket, das aktuell unter anderem vorsieht:

  • Zehn Millionen Euro für Kreditbesicherung: Abwicklung über die WKBG. Bereits verfügbar und intensiv genutzt.
  • Sechs Millionen Euro als Home-Office-Förderung für Betriebe. Beantragbar bei der Wirtschaftsagentur Wien. Verfügbar.
  • Drei Millionen Euro für die Förderung von Arbeitsstiftungen in Betrieben. Abwicklung über den waff. Verfügbar.

 

Unternehmensbeispiele

Neues Kurzarbeitmodell

Risiko-Experte setzt auf Kurzarbeit
© Gerhard Weinkirn Risiko-Experte setzt auf Kurzarbeit

„Ich habe ohne Zögern unterschrieben, weil ich überzeugt bin, dass es nach der Krise bei uns wieder bergauf geht”, sagt Gerhart Ebner, der für alle 38 Mitarbeiter seines Beratungs- und Sachverständigenunternehmens Risk Experts Kurzarbeit angemeldet hat. „Ohne Kurzarbeit würde uns die Krise noch massiver beeinträchtigen”, so der Unternehmer. Auf Kurzarbeit habe er sich mit dem Betriebsrat binnen vier Tagen geeinigt. Denn einer seiner Bereiche sei aus heutiger Sicht zwar noch für zwei Monate ausgelastet, andere Bereiche aber nur für wenige Tage.

Besonders belastend sei die Einschränkung der Reisetätigkeit. „Wir unterstützen Bauherren bei der Umsetzung von Projekten und beraten Betriebe zu ihrer Risikosituation. Dazu sind Termine vor Ort zwingend notwendig. Das ist derzeit kaum möglich”, so Ebner. Und das wirke sich auf den gesamten Betrieb extrem aus: „Ein Besichtigungstag sorgt für drei bis 20 Büroarbeitstage. Wenn wir nichts besichtigen können, geht uns die Arbeit aus”, sagt Ebner.

Erschwerend sei auch, dass er erst vor kurzer Zeit fünf neue Mitarbeiter aufgenommen hat, die eingeschult werden müssen. Das sei nicht leicht, denn der gesamte Betrieb laufe derzeit über Home-Office. Die Umstellung auf Heimarbeit habe er schon Wochen vor der Regierungsempfehlung vorbereitet: „Es liegt im Gen des Riskmanagers, dass er weiß, dass Dinge eintreten können, die man vorher nicht für möglich gehalten hat. Es war klar, dass wir Maßnahmen setzen müssen”, so Ebner. Nun hofft er, dass das Geschäft Mitte oder Ende Mai wieder anspringt. Seine Erfahrungen gibt er auch an andere Unternehmen gerne weiter. „Betriebsunterbrechungen sind ohnehin unsere Spezialität”, so Ebner.


Home-Office-Förderung

Mechatroniker-Betrieb mit teilweiser Heimarbeit
© Conny de Beauclair Mechatroniker-Betrieb mit teilweiser Heimarbeit

Möglichst wenig persönliche Begegnungen unter den Mitarbeitern und dabei die Produktion trotzdem aufrechthalten: Vor dieser Herausforderung stand Ulrike Haslauer, Chefin des 45 Mitarbeiter-Unternehmens Compact Electric in Wien Liesing. „Innerhalb von nur einem Wochenende habe ich einen Krisenplan entworfen, bei dem die Mitarbeiter gut geschützt sind”, erzählt die Unternehmerin. Seit 16. März hat das 3800 Quadratmeter große Betriebsgebäude nur mehr einen Ein- und Ausgang, die Zutrittszeiten sind streng begrenzt. Mitarbeiter werden beim Eintritt desinfiziert und dürfen einander nicht näher als zwei Meter kommen. Dafür wurden die internen Abläufe umgestellt und die hausinterne IT verstärkt, die Kommunikation passiert jetzt aus sicherer Distanz. Und: Für zehn Mitarbeiter werden derzeit Heimarbeitsplätze vorbereitet. Dafür gibt es eine großzügige Förderung durch die Wirtschaftsagentur Wien. „Für die Home-Office-Arbeitsplätze schaffen wir Laptops, Tablets, Kopfhörer, Firmenhandy und einige Drucker an. Die Förderung kommt uns sehr zugute, weil wir viel investieren müssen, um den Betrieb aufrecht zu halten”, sagt Haslauer.

Ihr seit 1965 bestehendes Unternehmen ist unter anderem auf den Bau und Einbau von Schalt- und Verteilerschränken spezialisiert und von offenen Baustellen abhängig. Derzeit laufe alles noch relativ gut, auch die Lieferanten seien noch arbeitsfähig. „Wie lange das anhält, wissen wir nicht”, sagt Haslauer. Für Mai denkt sie Kurzarbeit an, aber diesen Schritt möchte sie gerne vermeiden: „Wir wollen Geschäft machen. Ich kämpfe dafür wie eine Löwin.” Sie fühle mit allen Betrieben mit, deren Umsatz von einem Tag auf den anderen komplett weg war.


Wiener Kreditbesicherung

Betroffenes Restaurant sichert sich ab
© Florian Wieser Betroffenes Restaurant sichert sich ab

Betroffenes Restaurant sichert sich ab

Seit 1998 betreibt Magda Stuchlikova ihr Restaurant Böhmerwald im 4. Bezirk. Mit 130 Sitzplätzen und neun Mitarbeitern gehört sie zu den größeren Anbietern im Grätzel. Doch mit der Corona-Verordung der Bundesregierung ist auch ihr Betrieb seit mehr als zwei Wochen zu - und der Umsatz von einem Tag auf den anderen komplett weg. Damit sie diese schwierige Zeit finanziell übersteht, hat sie sich von ihrer Hausbank, Bawag, einen großzügigen Kreditrahmen geben lassen. Besichert wird dieser durch die Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank (WKBG), die aus Mitteln der Wirtschaftskammer Wien und der Stadt Wien finanziert wird. „Ich habe den Kreditrahmen für drei Jahre angelegt und nutze davon nur aus, was ich brauche, um die Miete und das Geld für die Angestellten zu bezahlen”, sagt die Unternehmerin. Es sei sehr leicht gewesen, diese Finanzierung zu bekommen - auch, weil ihre Finanzen vor der Krise über viele Jahre hinweg in Ordnung waren: „Bei der WKBG habe ich einfach ein Formular ausgefüllt und es an meine Bank geschickt. Innerhalb von zwei Tagen habe ich die Zusage bekommen. Das war wirklich sehr rasch und unkompliziert”, sagt Stuchlikova. Sie habe dies auch ihren beiden Schwestern empfohlen, die ebenfalls im Gastgewerbe tätig sind. Parallel dazu nützt sie auch das Kurzarbeitsmodell für langjährige Mitarbeiter, um ihre Kosten zu senken. „Ich sehe alles positiv. Weil ich jetzt finanziell abgesichert bin, schaffe ich es leichter”, so die Unternehmerin. Doch auch sie weiß, dass es nicht einfach wird, nach der Krise wieder in Schwung zu kommen. „Viele meiner Kunden sind Touristen aus aller Welt. Bei mir kommt es also sehr darauf an, wie der Tourismus in der Stadt wieder anspringt.”



Das könnte Sie auch interessieren

Sandra Halasz hat ihren Salon liebevoll eingerichtet: „Meine Kunden sollen sich wohlfühlen bei mir.”

Neu im Bezirk

In Wien entstehen jeden Tag neue Betriebe mit spannenden Geschäftsideen. Hier eine Auswahl der aktuellen Neugründungen mehr

Große Geschäfte, Dienstleister und später die Gastronomie öffnen im Mai wieder ihre Pforten.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Normalbetrieb

Ab Anfang Mai dürfen alle Geschäfte und Dienstleister wieder aufsperren - auch jene Berufe im Gewerbe, die am Kunden arbeiten, wie z.B. Friseure, Kosmetiker, Masseure oder Tätowierer. Für 15. Mai ist dann die Öffnung der Gastronomiebetriebe geplant. mehr