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Wien schaut übermorgen schöner aus

Der Wiener Standortanwalt hat seinen ersten Bericht abgeliefert. Es geht um die (sehr) positiven Effekte der Umgestaltungsmaßnahmen in der Inneren Stadt.

Standortanwalt
© Florian Wieser

Ganz Wien sei eine Baustelle, hört man nicht selten an den Stammtischen. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, dem wird die rege Bautätigkeit der letzten Jahre tatsächlich nicht entgangen sein. Die Bevölkerung wächst, und zwar rasant. Gleichzeitig muss natürlich die Infrastruktur ausgebaut werden. Es braucht Wohnraum, neue Verkehrsverbindungen und natürlich Platz für Betriebe, Büros und Arbeitsplätze. Auch der öffentliche Raum ist heiß begehrt. Das gilt ganz besonders für die Wiener Innenstadt. Dort wurde und wird viel in die Neugestaltung und Modernisierung der Straßen und Plätze investiert. Das ist dem Bezirk, der Stadt aber auch den Unternehmern zu verdanken, die diese Prozesse vorantreiben. Die Wirtschaftskammer Wien ist in den Planungsverfahren hier immer dabei, um die Interessen der Unternehmer bestmöglich einzubringen. Oberstes Ziel: Eine attraktive Innenstadt, in der man gerne lebt, Zeit verbringt, essen und einkaufen geht.

„Die City-Projekte sind volkswirtschaftlich ein Riesenerfolg.”
Alexander Biach, Wiener Standortanwalt

Alle Interessengruppen einbinden

Was die Baumaßnahmen am Stephansplatz, der Herrengasse, der Rotenturmstraße, dem Schwedenplatz und dem Michaelerplatz aber auch volkswirtschaftlich bringen, dazu hat der Standortanwalt eine Analyse samt Bericht verfasst. Und die Ergebnisse sind durch die Bank positiv (siehe Grafik unten). Schon die Bauinvestitionen heben das Wiener Bruttoregionalprodukt um mehr als 30 Millionen Euro. Nach dem Bau ziehen die schönen Plätze und Straßen mehr Menschen an, die dort mehr Geld ausgeben - insgesamt um knapp zehn Millionen Euro. Und das jedes Jahr! Unter dem Strich zeigt sich jedenfalls: „Der Standort profitiert enorm von den Baumaßnahmen und die Menschen und Betriebe von den modernen, neuen Plätzen”, erklärt Standortanwalt Alexander Biach. Er fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen: „Wird der öffentliche Raum umgestaltet, müssen alle Interessengruppen eingebunden werden. Dann wird das Projekt positiv und zügig umgesetzt.” Die Einbindung von privaten Investoren ist ein zukunftsweisendes Modell, das in der Herrengasse hervorragend funktioniert hat. Zudem empfiehlt Biach der Stadt, die polyzentrale Stadtentwicklung zu forcieren: „Wir brauchen in Wien einen Wettstreit der Bezirkszentren und Grätzel - das wirkt wie ein Turbo bei der Modernisierung.”

Jedes Projekt rational angehen

Für die Ausweitung der Maßnahmen auf alle Wiener Bezirke schlägt er die Schaffung einer sogenannten jährlichen „Grätzelmillion” für jeden Bezirk vor. Diese soll - auch für private Initiativen - für gestalterische Projekte in der Erdgeschoßzone zweckgewidmet eingesetzt werden. Auf die vielgestellte Frage, ob nun jeder Bezirk eine Begegnungszone bekommen soll, antwortet Biach: „Jeder Bezirk soll das bekommen, was baulich möglich und in der Realität sinnvoll und gut ist. Man muss jedes Projekt rational angehen, Ideologie war in der Stadtplanung noch nie ein guter Berater.”

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