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Wien gurgelt- „Jeder soll mitmachen”

Ab sofort können alle Wiener kostenlos PCR--Tests durchführen, die als Eintrittstests gelten. So wollen Stadt und Kammer die Zeit überbrücken, bis Impfung greift.

WK Wien-Präsident Walter Ruck (l.) und Bürgermeister Michael Ludwig setzen auf flächen- deckendes Testen statt Dauerlockdown. Je mehr Menschen mitmachen, desto besser.
© Florian Wieser WK Wien-Präsident Walter Ruck (l.) und Bürgermeister Michael Ludwig setzen auf flächen- deckendes Testen statt Dauerlockdown. Je mehr Menschen mitmachen, desto besser.

Heute startet in Wien der nächste harte Lockdown bis voraussichtlich 11.April, denn die Intensivstationen in Wien sind bereits mit Covid-Patienten überbelegt und müssen so schnell wie möglich entlastet werden. Der Ruf nach Alternativen zu den Schließungen, die Unternehmen so vieler Branchen an die Grenzen ihres wirtschaftlichen Überlebens bringen, wurde allerdings zuletzt immer lauter. Daher setzt Wien jetzt auf flächendeckende PCR-Tests. Alle Wiener, die Betriebe und ihre Mitarbeiter - auch jene, die einpendeln - können sich ab sofort laufend kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. „Wien gehört mit zehn Teststraßen, 30 Schnupfenboxen sowie Testmöglichkeiten bei Ärzten und Apotheken zu jenen Städten in Europa, die das umfassendste Testangebot haben. Der nächste Schritt ist das Projekt ‚Alles gurgelt’”, sagt Bürgermeister Michael Ludwig. Die Stadt Wien hat gemeinsam mit der mit der Wirtschaftskammer Wien und dem Start-up Lead Horizon dieses Projekt entwickelt.

„Wir haben gemeinsam dieses Instrument gewählt, um die Zeit zu überbrücken, bis Impfstoffe für alle bereitgestellt werden. Wir müssen unseren Standort sichern, der ja mit anderen Volkswirtschaften verknüpft ist und auch mit diesen im Wettbewerb steht. ‚Alles gurgelt’ kann das erreichen”
Walter Ruck, Präsident der WK Wien.

Bereits gute Erfahrungen mit den Tests

Schon Ende 2020 begannen die Vorbereitungen zu der Aktion, im Februar startete die Test-phase, danach wurde die Aktion auf die ersten Branchen ausgerollt. Karin Lang, Chefin der Spedition Lang in der Donaustadt, nützt das Angebot bereits: „Wir haben von dem Projekt über Unternehmer-Freunde erfahren und auch über den Newsletter der Wirtschaftskammer Wien.” Die Unternehmerin und alle ihre Mitarbeiter sind bereits beim Hersteller der Tests - Lead Horizon - registriert, testen und geben die Gugelproben gesammelt ab. Die Auswertung der Tests übernimmt die Lifebrain-Gruppe. Der Laborbetreiber hat seine Ressourcen am Standort in Penzing für dieses Projekt hochgefahren und 400 Mitarbeiter eingestellt. Dadurch ist das Unternehmen gerüstet, um die geplanten 200.000 Testauswertungen pro Tag zu stemmen. „Wir testen uns zweimal pro Woche und sehen es als unseren kleinen Beitrag an, mit diesem Tool unsere Freiheiten im Alltag wiederzuhaben”, erzählt Lang. Sie nützt bereits seit vergangenen August Antigen-Tests, zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden. Jetzt ist der Betrieb auf die PCR-Tests umgestiegen. „Das Tool ist das beste, das uns in der Pandemie zur Verfügung gestellt wurde. Ich persönlich finde es einfach, unkompliziert und sehr verlässlich. Wir als KMU können es leicht implementieren. Jeder sollte mitmachen. Hier geht es um unser aller Sicherheit und wir müssen gemeinsam hier zusammenstehen”, so Lang. Für Heilmasseurin Gabriele Lauder ist es ebenfalls wichtig, dass so viele Leute wie mög-lich von der Aktion erfahren und sie nützen können. „Ich bin begeistert, teste mich selbst jetzt bis zu zweimal die Woche und erzähle es weiter. Das Testen gibt mir ein sicheres Gefühl. Außerdem finde ich es toll, dass ich den Test unabhängig von Terminen zu Hause machen kann. So kann ich mir die Zeit besser einteilen”, sagt Lauder. Für sie ist das neben den FFP2-Masken die bislang vernünftigtste Maßnahme in der Krise.  „Ich würde mir noch wünschen, dass man für meine doch schon älteren Kunden, die kein Smartphone oder Tablet haben, eine Lösung finden könnte”, meint Lauder, denn auch sie ist davon überzeugt, dass hier in das richtige Instrument investiert wird.


Goldstandard PCR-Tests

Die PCR-Tests geben mehr Sicherheit als Antigen-Tests, denn es sei naturwissenschaftlich erwiesen, bis zu 72 Stunden nach dem Gurgeln nicht ansteckend zu sein, sagt Ruck. Michael Havel, Geschäftsführer der Lifebrain-Gruppe, bestätigt: „PCR-Tests weisen bereits geringe Viruskonzentrationen nach. Ein negatives Testergebnis ist damit mehr als eine Momentaufnahme. Es zeigt, dass die Testperson auch Stunden nach dem Test nicht ansteckend ist”. „Diese PCR-Tests können, wenn sie jetzt breit ausgerollt werden, andere Maßnahmen wie das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen eventuell ersetzen. Gerade in Produktionsbetrieben ist das Maskentragen ja nicht alltagstauglich”, so Ruck weiter.

Neue Dimension der Testungen

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sieht Wien in eine neue Dimension der Testungen katapultiert: „Einige deutsche Städte docken bereits in Wien an, um sich zu erkundigen, wie wir das machen”, so Hacker. Der Verband Druck Medien forderte bereits eine Ausweitung der Wiener Aktion auf ganz Österreich. „Wir brauchen ein einfaches System, damit die Betriebe die Testungen durchführen können. Sonst steht die Produktion still. Und das ist gerade jetzt, wo sich ein sanfter Aufschwung abzeichnet, fatal“, so Peter Sodoma, Geschäftsführer des Verbands Druck Medien. Neben der größeren Sicherheit durch PCR-Tests habe das Projekt auch den Vorteil, dass die Tests zu Hause ohne Fachpersonal durchgeführt werden. „Höhere Qualität, höhere Aussagekraft und unabhängig von Fachpersonal, das wir für die Impfungen brauchen - deshalb haben wir gemeinsam mit der WK Wien eine Arbeitsgruppe aufgestellt, die das Projekt nach monatelanger Entwicklung möglich gemacht hat”, so Hacker.

Vernetzte Logistik im Hintergrund

Damit ab jetzt mindestens 200.000 Menschen pro Tag über diese Aktion ihren Covid-Gesundheitsstatus laufend überprüfen lassen können, stellen die Rewe-Gruppe und die Post AG ihr Logistik-Netzwerk zur Verfügung. Abholen kann man die Testkits nach Registrierung auf www.allesgurgelt.at bei allen 156 Bipa-Filialen in Wien. Abgeben kann man die Gurgel-Proben bei allen Filialen der Rewe-Gruppe in Wien, also Billa, Merkur, BIPA und Penny, sowie bei den Tankstellenshops BP-Merkur Inside, Jet-Billa Stop & Shop, SHELL-Billa Unterwegs. Von dort holt die Post die Test-Kits dreimal pro Tag ab und liefert sie an das Lifebrain-Labor in Penzing. Dort werden die rund 60 Postfahrzeuge entladen, die Probenröhrchen ausgepackt. Eine kurze Zeit im Ofen stellt sicher, dass sie nicht mehr infektiös sind, dann werden die Proben gepoolt getestet. Findet sich in einem Pool eine positive Probe, wird nochmals getestet und die infizierte Person identifiziert.

Kosten des Projekts

Je größer die Anzahl der Testungen, desto niedriger der Preis pro Stück. Laut Hacker wurden bisher pro Test 8,50 Euro veranschlagt. Künftig sollen dafür nur mehr 5 Euro aufgewendet werden müssen.


 

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