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Wien behauptet sich als Gründerhauptstadt Österreichs

Ein Viertel aller Neugründungen in Wien – Überdurchschnittliches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr – Jüngste Gründer Österreichs – hohe Wertschöpfung

Walter Ruck, Barbara Havel
© Florian Wieser Walter Ruck, Barbara Havel

Gute Nachrichten zu Jahresbeginn: Wien verzeichnet bei den Unternehmensgründungen eine ausgesprochen positive Entwicklung. 2021 wurden in Wien 9.063 Unternehmen gegründet. Das bedeutet ein Wachstum von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Österreichweit haben die Gründungen um 4,4 Prozent zugelegt.

Wien behauptet sich auch mitten in der Pandemie als Gründerhauptstadt Österreichs. Fast ein Viertel der neuen Unternehmen werden in Wien gegründet.
Walter Ruck

„Die Gründungszahlen beweisen einerseits den Optimismus in der Unternehmerschaft, auf der anderen Seite aber auch, dass der Wirtschaftsstandort Wien auch in schwierigen Zeiten mehr als konkurrenzfähig ist. Die Unternehmensgründungen wachsen überdurchschnittlich und bewegen sich wieder auf dem Niveau von vor der Krise, was höchst erfreulich ist. Diese Entwicklung wollen wir fortschreiben und verstärken daher unsere Aktivitäten für die Gründerszene. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf Start-ups“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.

3,9 Milliarden Euro

Direkt aus den Neugründungen 2021 resultierten 16.200 neue Arbeitsplätze. In der Folge generiert das eine Wertschöpfung von 3,9 Milliarden Euro und in Summe 44.000 Arbeitsplätze.

Die Bundeshauptstadt hat nicht nur bei den Gründungen die Nase vorne, sondern hat auch die jüngsten Gründerinnen und Gründer in Österreich. Der Altersdurchschnitt liegt in Wien bei 36 Jahren, österreichweit bei 38 Jahren.
Barbara Havel

„Die Bundeshauptstadt hat nicht nur bei den Gründungen die Nase vorne, sondern hat auch die jüngsten Gründerinnen und Gründer in Österreich. Der Altersdurchschnitt liegt in Wien bei 36 Jahren, österreichweit bei 38 Jahren. Gleichzeitig sinkt dieser Wert in Wien kontinuierlich. Das freut uns besonders, denn die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer von heute sind das Rückgrat der Wirtschaft von morgen. Sie bringen den Innovationsgeist und den Mut, neu Impulse zu setzen und sichern so auch in Zukunft den Wiener Wirtschaftsstandort“, ergänzt Barbara Havel, Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien.

Top-Gründungen: Gewerbe und Handwerk sowie IT

Blickt man in die Branchen, zeigt sich, dass im Gewerbe und Handwerk in Wien am meisten gegründet wird. Mehr als ein Drittel der Neugründungen entfallen auf diese Branche. Mehr als ein Viertel der neuen Unternehmen entstehen in der IT- und dienstleistungslastigen Sparte Information und Consulting. Knapp ein Viertel wird im Handel gegründet. Vor allem im Internethandel gibt es viel Bewegung und ein reges Kommen und Gehen. Die Pandemie hat diese Entwicklung noch beschleunigt.

Fast drei Viertel aller neuen Unternehmen werden als Einzelunternehmen gegründet, davon sind der Löwenanteil Ein-Personen-Unternehmen. Die zweit-beliebteste Rechtsform ist die GmbH mit einem Anteil von knapp 20 Prozent. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei elf Prozent. Auch bei den Einzelunternehmen gibt es eine steigende Tendenz.

Förderung von Start-ups

Wichtig für den Wirtschaftsstandort Wien sind auch Start-ups. Sie schaffen rasch neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen wie Life Science, Green Technology und IT. Durch die Vernetzung von Start-ups mit etablierten Unternehmen können beide Seiten profitieren. In Österreich sind rund 2.600 Start-ups aktiv, die Hälfte davon alleine in Wien. Gemeinsam mit der Stadt Wien spricht die WK Wien über das Vienna Start-up Package der Wirtschaftsagentur Wien gezielt internationale Start-ups an, die in den deutschsprachigen Raum expandieren wollen. Seit letztem Jahr gibt es im Rahmen des Gründerservice der WK Wien ein eigenes Team von vier Personen das sich speziell um Start-ups kümmert. Heuer startet dazu eine neue Initiative: die Born Global Academy. Sie spricht exportorientierte Start-ups an. Fast drei Viertel der heimischen Start-ups haben erste Schritte im Export gemacht, ein Fünftel plant Exportaktivitäten. Im Rahmen einer mehrphasigen, hybrid stattfindenden Veranstaltungsreihe werden die Teilnehmer an die Skalierung ihrer Geschäftsmodelle herangeführt und erarbeiten konkrete Expansionsmaßnahmen für definierte Zielregionen.

Wachstum bei Beratungen

Im Steigen sind auch die Gründungsberatungen der WK Wien: Vergangenes Jahr waren es rund 29.000 Beratungen – um zehn Prozent mehr als 2020. Hauptthemen in der Beratung sind Basisinformationen zum Gründen wie Voraussetzungen, Rechtsformen, Fragen zu Steuern und Sozialversicherung. Speziell bei potenziellen Start-ups ist das Thema Finanzierung zusätzlich stark nachgefragt. In der Gründerberatung wurde, auch bedingt durch die Pandemie, stark digitalisiert. Seit vergangenem Jahr finden spezielle Gründungsworkshops online statt – zwei jede Woche. 2021 haben rund 2.000 Personen daran teilgenommen.

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