th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery Flickr Youtube Instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Widerstand gegen die Luftsteuer wächst

Die Junge Wirtschaft Wien macht gegen die Wiener Luftsteuer mobil, die tausende Wiener Unternehmer etwa für ihre Geschäftsschilder an die Stadt bezahlen müssen. Auch die Bürokratie, die mit der Bewilligung der Schilder verbunden ist, kritisieren die Jungen scharf.

Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien, macht gegen die Wiener Luftsteuer mobil und sagt der „Wirtschafts-Bremser-Zone” den Kampf an.
© Elmas Libohova Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien, macht gegen die Wiener Luftsteuer mobil und sagt der „Wirtschafts-Bremser-Zone” den Kampf an.

Johann Jouja ist seit Jahrzehnten Unternehmer in Wien. Als Kürschner hat er es nicht leicht - schließlich gibt es für das Geschäft mit Pelzen seit langer Zeit viel Gegenwind. „Die Verarbeitung von Pelzen stirbt langsam aus, viele Kollegen habe ich nicht mehr”. Seinen Beruf hat er in Wien gelernt - zu einer Zeit, als das Tragen von Pelzen noch „in” war und die Wiener Verarbeitungsqualität weltweit einen guten Ruf hatte. Jahrzehntelang hat er Lehrlinge ausgebildet und in der Berufsschule unterrichtet, heute gibt es in der Branche praktisch keinen Nachwuchs mehr, berichtet er. Seinen Beruf liebt er aber immer noch genauso wie damals, denn Kürschner müssten sehr kreativ sein und technisch einiges können. Etwa bei Umarbeitungen könne er seine Kunden immer noch überraschen, was man alles machen kann. Ganz und gar nicht zufrieden ist der Unternehmer allerdings mit der Last durch Steuern und Bürokratie, die man als Unternehmer in Wien zu ertragen hat. Etwa die Luftsteuer, die man in Wien beispielsweise dafür bezahlt, wenn man ein beleuchtetes Schild vor seinem Geschäft hat.

„Ich bin seit 20 Jahren an diesem Standort und jedes Jahr fällt die Luftsteuer aufs Neue an. Ich ärgere mich sehr. Wieso zahle ich für die Luft? Was nehme ich dort oben weg?”
Johann Jouja

Die Beträge, um die es dabei gehe, seien für Unternehmer alles andere als unerheblich.

Kein Verständnis für Luftsteuer

Jouja sieht sich mit seiner Meinung auf einer Linie mit der Jungen Wirtschaft Wien, die gegen die Luftsteuer und die Bürokratie, die mit der Bewilligung der Schilder verbunden ist, mobil macht. „Die Genehmigungsverfahren für neue Schilder dauern oft Monate”, kritisiert Barbara Havel, Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien. Solange könne der Unternehmer sein Schild nicht aufhängen. Die Verfahren hält sie für unnötig kompliziert und intransparent - sie ließen sich ganz leicht vereinfachen. Auch die jährliche Abgabe für die Schilder kann sie nicht verstehen. „Ein einmaliger Beitrag im Zuge der Genehmigung muss reichen”, fordert Havel.

Jetzt werden neue skurrile Details bekannt

Neuerdings bekommen sogar Geschäfte eine Abgabe für Schilder und Lichter vorgeschrieben, die sich hinter der Glasfront des Geschäfts befinden - und zwar dann, wenn das Geschäft über einen Ladenvorbau verfügt, der sich auf öffentlichem Grund befindet. Für diesen Vorbau mussten sie auch schon bisher jährlich Luftsteuer bezahlen - nun werden zusätzlich auch die Schilder und Lichter verrechnet, die sich in diesem Vorbau befinden. „Das ist skurril”, sagt Havel und fordert eine rechtliche Klarstellung, damit derartige Gesetzesauslegungen durch Wiener Beamte nicht mehr möglich sind. Die Wiener Unternehmerschaft sieht sie mit ihren Forderungen klar hinter sich. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage unter mehr als 400 Wiener Wirtschafstreibenden. 74 Prozent der Befragten sprechen sich demnach für transparente, zeitlich klar definierte Genehmigungsverfahren aus. Noch mehr befürworten die Idee der Jungen Wirtschaft Wien, die Schilder-Verfahren binnen vier Wochen abzuschließen. 61 Prozent würden mit Schildern auf ihr Unternehmen aufmerksam machen, wenn nicht jedes Jahr die Luftsteuer fällig werden würde. „Die Unternehmen, die wegen der Luftsteuer auf ein Geschäftsschild verzichten, haben einen klaren Wettbewerbsnachteil, weil sie dadurch nur schwer sichtbar sind”, erklärt Havel. Die hohe Abgabenlast in Wien wirke damit unmittelbar auf den unternehmerischen Erfolg. Erleichterungen will die Junge Wirtschaft Wien auch in einem ganz anderen Behördenbereich durchsetzen, nämlich bei der Bewilligung von Foodtrucks. „Sie brauchen eine eigene Genehmigung für jeden Standort, was schwierig ist, wenn man jeden Tag woanders ist”, erklärt Havel.

Neuer Vorschlag für Foodtrucks

Besser wäre es, das Fahrzeug genehmigen zu lassen und Standorte zu definieren, wo man stehen kann. „Das gibt es schon in vielen anderen Ländern, Wien muss hier mitziehen”, sagt Havel. Nicht nur für innovative Gründer, sondern auch für bestehende Gastronomen schaffe dies neue Geschäftsmöglichkeiten. In Foodtrucks sieht Havel zudem die Chance, Grätzel, wo es nicht so
optimal läuft, mit einem neuen Angebot zu beleben. Ohne einen leichteren Zugang für die „dynamische Food-truck-Szene”, wie Havel sagt, und einfachen Regeln wäre dies aber nicht möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Konjunktur

Die nächste Regierung bekommt viel zu tun

Zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie, zu wenig Fachkräfte: Zu diesem Schluss kommt eine neue Unternehmerbefragung, die den Handlungsbedarf der nächsten Regierung aufzeigt. Zwei Wiener Unternehmer berichten, wo sie der Schuh drückt. mehr

Kasia Greco (EPU-Beauftragte der WK Wien) und Alexander Biach (Standortanwalt aus der WK Wien)

65.000 Wiener EPU bekommen zusätzliche starke Stimme

Biach: 50.000 mal wurden unsere Meetingräume gebucht, 36.000 EPU haben unsere Workshops besucht und sich weiterqualifiziert und 13.000 Unternehmer haben an den Netzwerkveranstaltungen teilgenommen. mehr