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Weniger Bürokratie und mehr Geld für Kleinunternehmer

Die von der WK Wien entwickelte Kleinunternehmer-Pauschalierung spart vielen Wirtschaftstreibenden bares Geld und reduziert den Verwaltungsaufwand.

EPU
© El Nariz/Shutterstock

Seit dem Veranlagungsjahr 2020 können Kleinunternehmen eine weitere Variante wählen, wie ihre Einkommensteuer berechnet werden soll: Von den Einnahmen werden entweder die getätigten Ausgaben abgezogen und Abschreibungen genutzt. Oder man ermittelt die Ausgaben mit der Basis- oder einer Branchenpauschalierung. Oder - und das ist seit 2020 neu - man nimmt die Kleinunternehmer-Pauschalierung in Anspruch und zieht pauschal 45 Prozent der Umsätze (ohne allenfalls ausgewiesene Umsatzsteuer) ab. Bei Dienstleistungsbetrieben sind es 20 Prozent. Zusätzlich werden jeweils auch die Sozialversicherungsbeiträge und der Gewinnfreibetrag abgezogen.

Weniger Verwaltungsaufwand

Entscheidet man sich für das Pauschalierungsmodell, ist vieles einfacher. So muss man die tatsächlichen Ausgaben gegenüber der Finanz nicht mehr nachweisen, auch ein Wareneingangsbuch und eine Anlagenkartei muss für die Finanz unterjährig nicht mehr geführt werden. Zudem reduziert sich die Einkommensteuererklärung auf ganz wenige Informationen: Es genügt, die Branche, den Umsatz und die Sozialversicherungsbeiträge anzugeben. Und fertig. In vielen Fällen ist die Pauschalierung auch finanziell günstiger für Kleinunternehmen, wenn es im Veranlagungsjahr nicht ungewöhnlich hohe Ausgaben gibt, die den Pauschalbetrag überschreiten. Wer sich für die Pauschalierung entscheidet, kann in einem anderen Jahr auch zu den Alternativen wechseln. Zurück zur Kleinunternehmer-Pauschalierung darf er dann aber erst wieder nach drei Jahren.

Ab 2021 noch einfacher

Ab 2021 gibt es weitere Vereinfachungen für Kleinunternehmer - insbesondere durch die Harmonisierung mit der Kleinunternehmerregelung in der Umsatzsteuer. Das sorgt für eine bessere Verständlichkeit des Modells, da die Pauschalierung beansprucht werden kann, sobald die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung anwendbar ist.

Neu ist nun:

  • Die bisherige Umsatzgrenze für die Nutzung der Kleinunternehmer-Pauschalierung wurde von 35.000 Euro auf 35.000 Euro plus Umsatzsteuer angehoben. Das heißt: Wenn beispielsweise eine Dienstleistung angeboten wird, die der 20-prozentigen Umsatzsteuer unterliegt, steigt die Pauschalierungsgrenze auf 42.000 Euro. Und zwar auch dann, wenn der Wirtschaftstreibende die Kleinunternehmerregelung in der Umsatzsteuer nutzt und gar nicht umsatzsteuerpflichtig ist.

  • Auslandsumsätze werden in diese Grenze nicht mehr eingerechnet. Das bedeutet: Würde der Unternehmer wegen Auslandsumsätzen über die höchstzulässige Umsatzgrenze kommen, so ist ab 2021 die Anwendung der Kleinunternehmerpauschale dennoch möglich. Aber Achtung, die Auslandsumsätze werden in der Regel steuerpflichtig sein und die Höhe der pauschalierten Betriebsausgaben ist künftig mit 18.900 Euro - bei Dienstleistern 8400 Euro  - gedeckelt. Ebenfalls nicht eingerechnet werden außerbetriebliche Einkünfte, etwa aus Vermietung und Verpachtung, weil die Pauschalierung nur auf selbstständige und gewerbliche Einkünfte anwendbar ist.

  • Die höchstzulässige Umsatzgrenze für die Anwendung der Pauschalierung darf einmal in fünf Jahren um bis zu 15 Prozent überschritten werden. Damit gibt es für Kleinunternehmer mehr Flexibilität in der Geschäftsentwicklung bzw. auch hier einen Gleichklang mit den Regeln zur umsatzsteuerlichen Kleinunternehmerregelung.

In der Praxis bedeuten diese drei Punkte, dass nun viel mehr Kleinunternehmer als bisher von der neuen Pauschalierungsmöglichkeit Gebrauch machen können. Eine Pflicht zur Nutzung der Pauschale gibt es nicht - Kleinunternehmer können frei wählen, welches Modell für sie besser ist. Und: Man kann sich auch für dieses Modell entscheiden, wenn man nicht die Kleinunternehmerregelung in der Umsatzsteuer nutzt. Wer als Dienstleistungsbetrieb gilt, ist in der Dienstleistungsbetriebe-Verordnung des Finanzministeriums geregelt, die Ende 2020 veröffentlicht wurde. Bei Mischbetrieben ist die Tätigkeit entscheidend, die mehr Einnahmen bringt.


Entwickelt wurde das Pauschalierungsmodell für Kleinunternehmer von den Steuerexperten der Wirtschaftskammer Wien bereits im Jahr 2018. Die Bundesregierung hat es 2019 übernommen, seit 2020 können es die Unternehmer nutzen.


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