th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Weil aufgeben für sie keine Option ist

Das Jahr 2020 haben sich Österreichs Unternehmen vermutlich völlig anders vorgestellt: Statt Gewinne einzufahren, müssen viele aufgrund der Corona-Krise große Kompromisse eingehen. Mit Kreativität, Optimismus und Unternehmergeist gehen Wiens Betriebe mit gutem Beispiel voran und versuchen das Beste aus der derzeitigen Situation zu machen.

Grafik-Designerin Nina Wilsmann hat ein gutes Auge für jedes Detail ihrer Karten.
© Małgorzata Knapik Grafik-Designerin Nina Wilsmann hat ein gutes Auge für jedes Detail ihrer Karten.

Mit Karten einmal um die ganze Welt

Manche Karrieren beginnen schon in frühster Kindheit: Grafik-Designerin Nina Wilsmann hat schon als kleines Mädchen nicht nur gerne gezeichnet, sondern war von Landkarten schon immer fasziniert. „Ich habe das unglaubliche Glück, dass ich mir mit der Gründung von ,Vianina’ einen Lebenstraum erfüllen konnte”, erzählt Wilsmann, die schon mehrere Auszeichnung wie z.B. den German Design Award abräumen konnte. Als „One-Woman-Show” arbeite sie von deheim aus , was auch der kleinen Tochter zugute kommt. Ihr mit viel Liebe zum Detail gestaltetes Repertoire umfasst Weltkarten und Städtekarten - zumeist europäische Städte wie Wien, Paris, London- aber auch Sydney und New York -, Postkarten, Einkaufstaschen oder Städte-Puzzle: „Ich war immer viel unterwegs auf Weihnachts- und Ostermärkten und konnte dort ein breites Publikum ansprechen. Viele kamen sogar zu mir, weil sie eine meiner Kreationen geschenkt bekommen haben und noch eine weitere erwerben wollten”. Der Ostermarkt sei heuer aufgrund von Corona natürlich kein Thema, die Möglichkeit, hier auch Touristen anzusprechen - „meine Grafik-Kreationen sind ein beliebtes Souvenir” - falle damit auch weg. „Natürlich war das erst einmal ein Schlag ins Gesicht. Aber ich stecke den Kopf nicht in den Sand. Optimismus ist ein Motor, der mich immer weitergebracht hat.” Bereits 2012, da habe der Online-Shop-Bereich noch in den Kinderschuhen gesteckt, habe sie ihren Online-Shop gestartet. „Das kommt mir gerade jetzt in der Krise natürlich zugute”, ist die kreative Unternehmerin überzeugt. Auf ihre Zielgruppe angesprochen, könne sie diese gar  nicht so genau definieren, sagt Wilsmann. „Das macht mich sogar stolz. Denn von Kindern bis zu Erwachsenen jeden Alters, sie alle haben Freude mit dem, was ich schaffe.” Auch im Foyer eines Magistratischen Bezirksamts in Wien hängt eine Wien-Karte „made by Wilsmann” und mit Unternehmen wie Sony gab es auch schon Kooperationen. „Solange es Menschen gibt, die Schönes gerne verschenken, oder sich selber damit beschenken, kann ich die Zukunft von ,Vianina” im wahrsten Sinne des Wortes positiv gestalten.”

Von der Taucherbrille zum Schutzvisier

Aufgrund der Corona-Krise stellte Christian Bader seinen Betrieb „Bader & Partner” um und produziert nun Schutzvisiere.
© Bader & Partner Aufgrund der Corona-Krise stellte Christian Bader seinen Betrieb „Bader & Partner” um und produziert nun Schutzvisiere.

Mit der Idee, aufblasbare Werbeträger zu produzieren, war Christian Bader im Jahr 1989 österreichweit ein Vorreiter. Gemeinsam mit seiner Frau baute er sich mit „Bader & Partner” einen breiten Kundenstamm auf und produziert mittlerweile seit mehr als 30 Jahren Werbeträger für Events in ganz Österreich - bis Covid-19 kam. „Das Coronavirus und die Tatsache, dass dadurch die Eventbranche komplett zum erliegen gekommen ist, traf uns wie ein Schock - unsere Umsätze fielen komplett auf Null”, schildert Bader die Lage. „Wir haben gemerkt, dass wir uns etwas einfallen lassen müssen und wir nur durch diese Krise kommen, wenn wir schnell reagieren”, erklärt Bader, der sofort eine neue Marktchance ins Visier nahm: „Bei einem Spaziergang mit meiner Frau kam die zündende Idee. Nicht lange davor haben wir unsere Garage ausgemistet, wobei wir über eine alte Taucherbrille gestolpert sind - diese gab den Anstoß, Visiere zum Schutz gegen das Coronavirus zu produzieren”, erzählt Bader, der das dafür notwendige Know-how aus 30 Jahren Werbeträgerproduktion zieht. Von der Idee bis zum ersten Prototyp dauerte es nur drei Tage und mittlerweile versorgt der Wiener Unternehmer zahlreiche Ärzte und Apotheken mit den Plexiglas-Visieren. „Wir vertreiben die Visiere nun in großen Mengen über unseren Online-Shop und einzeln in unserem Geschäft Paula in der Wiedner Hauptstraße 36 - das ist vor allem für kleinere Unternehmen und diejenigen praktisch, die sich erst einmal ein Exemplar kaufen wollen, um es zu testen”, freut sich Bader, der auf Anfrage eines Arztes nun auch Plexiglas-Vorrichtungen baut, die als Schutzschild bei der Blutabnahme dienen sollen. „Viele haben es derzeit sehr schwer, aber ich bin davon überzeugt, dass wir die Krise gemeinsam überstehen können”, zeigt sich Bader optimistisch. Und: „Für mich persönlich ist es schön, dass dieser Spirit und Pioniergeist, den ich bei der Gründung meines Unternehmens vor 30 Jahren erlebt habe, nun wieder aufflammt.”

„Reinigungskräfte sind wahre Helden”

Im Gesundheitsbereich sind Reinigungsfachkräfte jetzt besonders gefordert. Viktor Wagner,
© Reiwag Im Gesundheitsbereich sind Reinigungsfachkräfte jetzt besonders gefordert. Viktor Wagner,

Eine Situation wie die jetzige ist selbst für ein Traditionsunternehmen wie Reiwag etwas Neues. Das 1903 gegründete Dienstleistungsunternehmen ist auf Reinigungsdienstleistungen und Facility Management spezialisiert. In Gesundheitseinrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern habe die Corona-Pandemie mehr Arbeitsaufwand gebracht, sagt Viktor Wagner, Enkel des Firmengründers und Reiwag-Geschäftsführer. „Insbesondere die Desinfektion ist dort jetzt ein intensives Thema.” In Bereichen wie der Büro- und Geschäftsreinigung ist dafür derzeit weniger zu tun. Corona-bedingt wurde in der Reiwag-Verwaltung bis 24. April in zwei Schichten gearbeitet - ohne Kontakt zueinander. So sollte verhindert werden, dass bei einem Infektionsfall Firmenbereiche völlig außer Gefecht gesetzt werden. „Dort, wo es notwendig und sinnvoll ist, haben wir auf Kurzarbeit umgestellt”, sagt Wagner. 40 Prozent der 1500 Mitarbeiter im Inland sind davon betroffen. Zusammenhalt stärkt - auch in Krisenzeiten. Das gilt firmenintern, aber auch für die Kooperation zwischen Regierung, Wirtschaft, der Sozialpartnerschaft und anderen Stakeholdern. Und das ist auch die Botschaft des „Tags der Zusammenarbeit”, den die Wirtschaftskammern für heute, den 30. April, ausgerufen haben. Wagner findet für die bisherige Arbeit der öffentlichen Stellen viel Lob. Sie würden derzeit Großartiges leisten - von der Regierung über die Wirtschaftskammern bis zum Arbeitsmarktservice. Österreich sei damit Vorreiter in Europa - und Wagner hat den Vergleich: Reiwag hat Tochterunternehmen mit insgesamt 1500 Mitarbeitern in Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Kroatien und Serbien. Wie die Regierungen dort mit Corona und seinen Folgen umgehen, sei ganz unterschiedlich. In der Reiwag-Unternehmensgruppe sind Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Mitarbeitern Teil der Firmenphilosophie. Arbeitnehmer an exponierten Positionen und in gefährdeten Bereichen werden mit Prämien belohnt. Darüber hinaus hat Wagner einen Härtefonds für Mitarbeiter eingerichtet, die wegen Corona in eine persönliche Notlage geraten. „Die Reinigungsfachkräfte sind ja die wahren Helden dieser Krise”, bricht er eine Lanze für seine Leute. Dass Reiwag wegen Corona noch keinen einzigen Mitarbeiter kündigen musste, macht ihn stolz. „Wir haben immer auf hohe Liquiditätsreserven und das Nichtausschütten von Gewinnen gesetzt, um Arbeitsplätze zu sichern.” Diese Philosophie macht sich jetzt bezahlt: Das laut Wagner „zu 100 Prozent eigenkapitalfinanzierte Unternehmen” kann auf ein solides Fundament bauen. Wie es nach Corona weitergeht, bleibe abzuwarten. „Das hängt davon ab, ob unsere Kunden handlungsfähig bleiben.” Ein Rekordjahr wie 2019 wird heuer nicht erwartet. Wagner hofft aber, dass die Produktion international bald wieder anläuft und damit Impulse für unsere Wirtschaft liefert. Und auch für den Arbeitsmarkt, denn: „Jeder verlorene Arbeitsplatz ist schlecht für die gesamte Wirtschaft.”

Jubiläum unter Sonderbedingungen

Schau Schau-Gründer Peter Th. Kozich (M.) mit WK Wien-Präsident Walter Ruck und Dieter Steup (r.), WK Wien-Bezirksobmann für die Innere Stadt.
© Florian Wieser Schau Schau-Gründer Peter Th. Kozich (M.) mit WK Wien-Präsident Walter Ruck und Dieter Steup (r.), WK Wien-Bezirksobmann für die Innere Stadt.

Etwas anders hat sich Peter Th. Kozich, Gründer und Chef der Wiener Brillen-Manufaktur Schau Schau Brillen, sein heuriges 40-jähriges Firmenjubiläum vorgestellt. Geplant waren unter anderem eine Präsentation samt Ausstellung in New York und die Vorstellung eines Schau Schau-Buchs, Teil 2. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen hätten von einem Tag auf den anderen alles um 180 Grad geändert, sagt Kozich. „Die Ausstellung in New York war fix und fertig geplant, alles vorfinanziert. Dann hat die AUA den Flugbetrieb eingestellt - und das war’s dann.” Sein Geschäft in der Rotenturmstraße war zuerst geschlossen, und jetzt, nach der Öffnung, sind die Umsätze dramatisch eingebrochen. Zu seinen Kunden zählen neben vielen Stammkunden aus Österreich und Wien, die auf Qualität und Individualität setzen, auch internationale Touristen und Kongressbesucher.„Die fallen jetzt leider komplett weg”, sagt Kozich. Auch Exporte seien zur Zeit in viele Länder schwierig. Doch Kozich ist viel zu lange Unternehmer, um sich unterkriegen zu lassen. „Wir bleiben Optimisten”, sagt er und hofft, dass die Wertigkeit der heimischen Betriebe nachhaltig steigt. Dafür sei man gut aufgestellt: In der Schau Schau-Brillenmanufaktur werden Brillenfassungen entworfen und angefertigt - individuell angepasst an den Kunden. Sämtliche Fertigungsschritte passieren im Inland, „von der Zeichnung bis zum fertigen Produkt”, betont Kozich. „Ehrlichkeit, Qualität und Innovationsgeist, das ist es, was uns seit jeher auszeichnet.” Lobende Worte findet der Unternehmer für die Wirtschaftskammer, die sich aktuell gemeinsam mit der Stadt Wien besonders für die Wirtschaft einsetze. „Ich bin froh, dass sie die Sozialpartnerschaft stärken.”

Das könnte Sie auch interessieren

Große Geschäfte, Dienstleister und später die Gastronomie öffnen im Mai wieder ihre Pforten.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Normalbetrieb

Ab Anfang Mai dürfen alle Geschäfte und Dienstleister wieder aufsperren - auch jene Berufe im Gewerbe, die am Kunden arbeiten, wie z.B. Friseure, Kosmetiker, Masseure oder Tätowierer. Für 15. Mai ist dann die Öffnung der Gastronomiebetriebe geplant. mehr

Nix is fix! Also, was kann da schon schon schiefgehen?”, sagt Chefredakteurin Elisabeth Hundstorfer.

Neu im Bezirk

In Wien entstehen jeden Tag neue Betriebe mit spannenden Geschäftsideen. Hier eine Auswahl der aktuellen Neugründungen mehr