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Was tun gegen die Teuerung?

Europa steigt die Inflation in immer neue Höhen. Welche Gründe es dafür gibt und was der Staat nun dagegen tun kann, erklärt Rudolf Taschner vom Wiener Wirtschaftskreis.

Teuerung
© Lightspring/shutterstock

Die Inflation hat sich in den vergangenen Monaten rasant beschleunigt und wird so rasch nicht wieder sinken. Im Juli erreichte sie in Österreich einen Wert von 9,2 Prozent, das Niveau in der gesamten Eurozone lag bei 8,9 Prozent. Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals seit elf Jahren die Zinsen. Bislang lag der Leitzinssatz konstant bei minus 0,5 zent. Nun ist er bei plus 0,5 Prozent angekommen. Es wird erwartet, dass dieser Wert bis zum Ende des Jahres 2022 auf rund 3,4 Prozent ansteigen wird.

„Erlöse aus Investitionen bescheren dem Staat ein lachendes Gesicht.”
Rudolf Taschner, Vorsitzender des Wiener Wirtschaftskeises

Ursachen und Anlässe

Rudolf Taschner, Vorsitzender des Wiener Wirtschaftskreises (siehe Info-Kasten rechts), sieht unterschiedliche Ursachen und Anlässe für die derzeitigen Teuerungen. Laut Taschner sei es sehr wichtig, zwischen diesen beiden Begriffen zu differenzieren. Zunächst zu den Anlässen, von denen drei die Inflation derzeit vor allem begünstigen bzw. sie befeuern: Erstens die überhitzte Konjunktur, zweitens der Einbruch der globalen Lieferketten als Folge der Corona-Pandemie und schließlich der Krieg in der Ukraine in Verbindung mit den Sanktionen, die von Europa und den USA gegen Russland ausgesprochen wurden. Als ausschlaggebende Ursache für den jetzigen Zustand nennt Taschner das Überangebot des Geldes. In den vergangenen Jahren hat die EZB große Geldmengen gedruckt und mit sehr geringer Verzinsung ausgegeben. Nun könne die EZB weder der hohen Inflation noch der möglichen Wirtschaftskrise entgegenwirken, urteilt Taschner. Außerdem würde die Inflation durch die Angst vor einem Lieferausfall bei Gas und Öl aus Russland befeuert, stark nachgefragte Güter würden in den unterschiedlichen Branchen immer knapper und damit auch teurer. Zusätzlich steht der Euro zunehmend unter Druck, rechnet Taschner vor: Seit der Einführung des Euro als Zahlungsmittel im Jahr 2002 sei seine Kaufkraft um rund 35 Prozent gesunken.

Was ist nun zu tun?

„Österreich bleibt nur der Spielraum, durch gezielte Maßnahmen zwar nicht der Teuerung selbst, aber deren Auswirkungen Paroli zu bieten”, erklärt Taschner. Eine Möglichkeit dazu sei die Paradoxe Intervention, die laut des Vorsitzenden des Wiener Wirtschaftskreises in Österreich erfolgreich sein könnte. Bei diesem Modell wird die Senkung der Inflation durch gut geplante Investitionen von Seiten des Staats erreicht - auf den ersten Blick eigentlich ein Widerspruch, wo doch Sparen angesagt wäre. Sind diese Investitionen jedoch nachhaltig und zukunftsorientiert, können deren Erlöse zur Stabilisierung der Wirtschaft beitragen, meint Taschner. Für Österreich im Speziellen gibt Taschner zwei Bereiche an, in denen Investitionen sinnvoll wären: Energie und Bildung. Er sieht vor allem in der Wasserstofftechnologie den idealen Energieträger für die Zukunft und empfiehlt dem Staat daher, in ihre Erforschung, Entwicklung und Umsetzung zu investieren. Durch die Sicherstellung langfristiger Energiereserven könne auch der künftige Wohlstand garantiert werden. Außerdem sei es besonders lohnenswert, Kapital in die Bildung und Ausbildung zu investieren. Nur gut ausgebildete Menschen könnten herausragende, qualitativ hochwertige Produkte erzeugen, so Taschner.




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