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Was tun bei einem Blackout?

Was Unternehmer im Falle eines Blackouts machen sollten und welche Maßnahmen vorsorglich ergriffen werden können, um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Kurzzeitige Strom-Ausfälle in Wien und großflächige Beinahe-Blackouts in Europa sorgten in letzter Zeit für Beunruhigung.
© pan demin/Shutterstock Kurzzeitige Strom-Ausfälle in Wien und großflächige Beinahe-Blackouts in Europa sorgten in letzter Zeit für Beunruhigung.

Stromausfälle in Teilen Wiens und ein Beinahe-Blackout in ganz Europa machten erst kürzlich wieder auf die Gefahren eines totalen Stromausfalls aufmerksam. Umwelteinflüsse, der rasante Ausbau des europäschen Energiesystems, technische Gebrechen oder starke Netzschwankungen können einen solchen Blackout auslösen. Dass die kürzlichen Geschehnisse Grund zur Beunruhigung sind, unterstrich auch die heimische Strombranche, die demnächst bei einem Treffen aller Stakeholder Lösungen für eine Blackout-Vorsorge finden will. Um für den Ernstfall bestmöglich gerüstet zu sein, hat die Wirtschaftskammer Wien schon im Vorjahr eine detaillierte Broschüre mit Hintergrund-Informationen und wichtigen Tipps für Unternehmen zusammengefasst.

  • Notfall- und Alarmpläne
    Für den Fall eines Blackouts sollten Notfall- und Alarmpläne in Papierform vorhanden sein. Eine genaue Regelung und Abfolge der notwendigen Schritte sollte dort vermerkt werden. Außerdem gilt es zu klären, ob es sich um einen „normalen” Stromausfall oder um einen Blackout handelt. Ist ein Notfall- oder Krisenstab vorgesehen? Wenn ja, wie soll dieser alamiert werden? Im Vorfeld sollten auch alle Mitarbeiter auf das Szenario eines Blackouts vorbereitet sein.

  • Notbetrieb
    Falls ein (Not-)Betrieb bei einem Blackout aufrechterhalten werden muss, gilt es kritische Prozesse vorab zu definieren und zu überlegen, welche verzichtbar sind. Im Fall einer Spannungsunterbrechung müssen erst alle kritischen Prozesse unter Kontrolle gebracht werden. Dafür notwendiges Personal sollte im Vorfeld informiert und für den Notfall geschult sein. Für den Fall eines Blackouts im Betrieb sollte auch sichergestellt werden, ob die benötigte Infrastruktur zur Primärversorgung der Mitarbeiter, z.B. Notschlafstellen und Verpflegung, gegeben ist.

  • Kommunikation
    Die Kommunikation im Betrieb sollte - trotz Ausfalls- aufrechterhalten werden. Telefone, die am analogen Telefonanschluss der Telekom angeschlossen sind, könnten eventuell durch diesen versorgt werden. Falls Funksysteme vorhanden sind, sollten ausreichend Batterien oder Akkus bereitstehen. Wichtig: Wer muss im Notfall kontaktiert werden und wer kann Informationen geben?

  • Externe Faktoren
    Externe Faktoren, die für das Unternehmen kritisch werden könnten, wie z.B. Kunden oder Lieferanten, sollten ebenso im Notfallplan berücksichtigt werden. Auch Infrastrukturschäden, die durch den Ausfall verursacht werden (z.B. Abwasserkanäle, die Gefahr von auffrierenden Leitungen im Winter oder die Zerstörung von Geräten durch Trennen und wieder Anschließen vom Stromnetz etc.) sollten bedacht und vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Mögliche Problembereiche sollten vorab dokumentiert werden. Eine Vorab-Einschätzung, wie lange eine - eventuell vorhandene – unterbrechungsfreie Stromversorgung (USVs) funktioniert, kann Planungssicherheit geben.

  • Sofortmaßnahmen
    In der sogenannten „Golden Hour”, der ersten Stunde nach Eintritt des Blackouts, sollten folgende Maßnahmen getroffen werden:
    • Alarmierung,
      betriebsinterne Menschenrettungen (z.B. bei steckengebliebenen Aufzügen),
    • auf jahreszeiten- oder wetterabhängige Faktore eingehen (z.B. Kühlung, Heizung)
    • Zutrittssysteme sowie Tor- und Alarmsysteme sichern und - falls vorhanden - den Sicherheitsdienst in Kenntnis setzen
    • kritische Prozesse herunterfahren und dafü notwendiges Personal verständigen.

  • Während und nach dem Ausfall
    Damit nach dem Ausfall wieder ein geregeltes Hochfahren möglich ist, sollten bereits währenddessen Vorkehrungen getroffen werden. Anlagen sollten vom Stromnetz getrennt werden, um Schäden durch unkontrolliertes Wiederhochfahren zu verhindern. Denn automatisches Wiederhochfahren birgt Gefahren: Das Hochfahren von z.B. Steuerungen in automatisierten Anlagen ist eine hochkritische Phase. Eine Störung dabei, wie ein neuerlicher Stromausfall, kann zum Totalausfall führen. Um nach dem Ausfall so schnell wie möglich in den Normalbetrieb zurückzukehren zu können, sollte eine Prioritätenliste vorhanden sein. Darin festgelegt sollte sein:
    • Was ist zur Rückkehr in den Normalbetrieb erforderlich?
    • Wie lange soll der Krisenstab weiterlaufen?
    • Wie kann der hohe Strombedarf nach dem Blackout abgedeckt werden?
    • Wie rasch können externe Dienstleister wieder in Anspruch genommen werden?
    • Ist eine Entsorgung oder Dekontamination von Betriebsmitteln oder Anlageteilen erforderlich?

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