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Vorbilder in der Ausbildung

61 Wiener Unternehmen und Ausbildungsstandorte wurden vorige Woche mit dem „TOP-Lehrbetrieb”-Gütesiegel ausgezeichnet. Das Qualitätszertifikat kennzeichnet Betriebe, in denen auf hohem Niveau Lehrlinge ausgebildet werden.

Spenglermeister Alexander Wanzenbeck (3.v.r.) mit seinem Team. Alle seiner Facharbeiter haben einst als Lehrlinge im Betrieb begonnen . Aktuell werden zwei Nachwuchs-Spengler ausgebildet: Emre Isik (r.) und Kristijan Cirisanovic (2.v.r.).
© wkw/spitaler Spenglermeister Alexander Wanzenbeck (3.v.r.) mit seinem Team. Alle seiner Facharbeiter haben einst als Lehrlinge im Betrieb begonnen . Aktuell werden zwei Nachwuchs-Spengler ausgebildet: Emre Isik (r.) und Kristijan Cirisanovic (2.v.r.).

Mittwochmorgen in der Penzinger Spenglerei Wanzenbeck: Gemeinsam mit ihren Kollegen laden die Lehrlinge Emre Isik und Kristijan Cirisanovic Werkzeug und Material in den Firmentransporter. Nur nichts vergessen, lautet dabei die Devise. „Gestern haben wir ein Blechdach gemacht, heute steht Dachrinnen Reinigen auf dem Programm”, erzählt Cirisanovic. Dass es jeden Tag etwas Anderes zu tun gibt, gefällt dem angehenden Spengler an seinem Beruf besonders. „Und man ist immer draußen an der frischen Luft”, ergänzt Isik. Firmenchef Alexander Wanzenbeck hat die beiden innerhalb des letzten Jahres aus einer überbetrieblichen Ausbildung bei „Jugend am Werk” übernommen.

„Sie haben hier ein Praktikum gemacht. Weil sie geschickt und interessiert waren, habe ich sie übernommen”

Alexander Wanzenbeck

 

Die Kooperation mit „Jugend am Werk” bei Lehrlingssuche und Ausbildung habe sich bewährt. Schon sein Vater, der den Betrieb 1947 gegründet hat, habe immer Lehrlinge ausgebildet, ebenso wie er selbst, sagt der Spenglermeister. „Auch alle Mitarbeiter stehen da klar dahinter.” Sich intensiv mit den Jugendlichen zu beschäftigen, ihnen neben den fachlichen Grundlagen auch einen positiven Zugang zum Handwerk zu vermitteln und gegenseitige Wertschätzung - das ist Wanzenbecks Erfolgsrezept in der Ausbildung.

Exzellente Ausbildungsbetriebe sichtbar machen

Die Spenglerei Wanzenbeck wurde vorigen Donnerstag mit dem „TOP-Lehrbetrieb”-Gütesiegel ausgezeichnet - gemeinsam mit 38 weiteren Wiener Betrieben, die schon 2015 erstmals die Auszeichnung erhalten hatten. Das Qualitätssiegel wird jeweils für vier Jahre verliehen, danach muss die neuerliche Zertifizierung beantragt werden. Es kennzeichnet Betriebe, die sich mit Überzeugung und Erfolg der Lehrlingsausbildung widmen. Initiiert wurde es 2014 von der Wirtschaftskammer (WK) Wien, umgesetzt gemeinsam mit Stadt Wien, Arbeiterkammer Wien, Gewerkschaft und Wiener Industriellenvereinigung.

Lehre als Erfolgsweg

22 Ausbildungsstandorte erhielten heuer erstmals das Prädikat „TOP-Lehrbetrieb”, darunter auch „Das Capri” in der Leopoldstadt. Mario Galler, Direktor des laut Eigendefinition ersten gemeinwohlorientierten Wiener Stadthotels, steht voll zum Konzept Lehre. „Ich habe selbst eine Lehre gemacht und dabei gute Ausbilder gehabt”, sagt er. Aus Überzeugung bilde er nun selbst aus - derzeit je zwei Jugendliche in den Berufen Hotelkaufmann und Hotel- und Gastgewerbeassistent. Bei der Auswahl verlässt er sich eher auf Menschenkenntnis denn auf Zeugnisse. „Ich schaue mir in erster Linie die Person an”, sagt er. Im „Das Capri” können angehende Fachkräfte gratis Zusatzkurse besuchen, erhalten interne Trainings, die über die Lehrausbildung hinausgehen, und können Praktika in Partnerhotels absolvieren, die wie das „Das Capri” zum Verbund der „Private City Hotels” gehören. Und, so betont Galler: „Jeder Erfolg wird bei uns gefeiert und belohnt.”

Warum er für sein Haus das „TOP-Lehrbetrieb”-Gütesiegel beantragt hat? „Wir machen seit vielen Jahren gute Ausbildungsarbeit und haben uns nie um die Außenwirkung gekümmert. Das wollen wir ändern.” Und es sei auch eine Anerkennung für die Ausbilder. „Sie leisten täglich fantastische Arbeit und haben diese Aufmerksamkeit verdient.”

Top Lehrbetrieb
© wkw

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