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Viele neue Projekte für Wiens Zukunft

Mit ihrer bis 2025 abgeschlossenen Zukunftsvereinbarung bringen Wirtschaftskammer Wien und Stadt Wien eine lange Liste an neuen Projekten auf Schiene, die Wien nachhaltig verändern sollen.

Innovation soll in Wien künftig noch viel stärker vorangetrieben werden - auch, aber nicht nur im Gesundheitsbereich. Zudem soll die Eigenkapitalausstattung der Betriebe gestärkt werden.
© Gorodenkoff/Shutterstock Innovation soll in Wien künftig noch viel stärker vorangetrieben werden - auch, aber nicht nur im Gesundheitsbereich. Zudem soll die Eigenkapitalausstattung der Betriebe gestärkt werden.

Die Zeichen stehen auf Modernisierung. Und zwar in ganz vielen Bereichen. So sieht es die neue Zukunftsvereinbarung vor, die Wirtschaftskammer Wien und Stadt Wien nun gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Auf insgesamt 60 Seiten sind hier - eingeteilt in zehn Themenbereiche - zahlreiche neue Projekte aufgelistet, die den Wiener Wirtschaftsstandort und seine Betriebe stärken und unterstützen sollen. Die Vereinbarung gilt ab sofort bis 2025.

Zulassungsstelle für Medizinprodukte

Eines der geplanten Projekte ist die Einrichtung einer sogenannten Benannten Stelle für Medizinprodukte. Eine solche brauchen Hersteller von Medizinprodukten, die eine Zulassung für den europäischen Markt in Form einer CE-Kennzeichnung benötigen. In Österreich fehlt eine solche Stelle - die beiden einstmals benannten Stellen haben sich wegen extrem gestiegenen Anforderungen vor Jahren zurückgezogen. Die Folge: Heimische Hersteller müssen sich an eine Benannte Stelle eines anderen EU-Landes wenden, um Marktzulassungen zu bekommen - und stehen dort nicht selten ganz am Ende einer langen Warteschlange, wie die Geschäftsführerin von QMD Services, Anni Koubek, erklärt. Das Wiener Unternehmen möchte in Wien als Benannte Stelle aktiv werden und hat 2019 die Zulassung beantragt. „Das Verfahren ist sehr komplex, die Prüfung obliegt einem internationalen Team, bei dem drei Länder und die EU-Kommission zusammenarbeiten. Danach befassen sich weitere Gremien damit”, erklärt Koubek. Noch sei das Verfahren im Laufen, der Zeitpunkt der Benennung steht noch nicht fest. In der Zukunftsvereinbarung ist nun festgeschrieben, das Zulassungsverfahren auf allen Ebenen zu unterstützen - tunlichst auch auf Bundesebene.

„Wien ist stark und sehr vielfältig aufgestellt, dadurch ist man bisher ein Stück besser durch die Pandemie gekommen als andere.”
Walte Ruck

Doch was hat eigentlich Wien davon, wenn es hier eine Benannte Stelle gibt? Jede Menge, ist Koubek überzeugt: „Wir wollen mit unserer Dienstleistung helfen, dass Hersteller mit ihren Medizinprodukten künftig schneller auf den Markt kommen, wir wollen den derzeitigen Engpass lindern. Vor allem Start-ups haben oft das Problem rasch dranzukommen.” Ohne eine Benannte Stelle in Österreich werde sich das Problem schon bald weiter verschärfen, denn durch gesetzliche Änderungen wie etwa bei der In-vitro-Diagnostik müssen in Zukunft noch viel mehr Produkte über eine solche Stelle Marktzulassungen beantragen. „Es ist auf jeden Fall ein Standortvorteil, wenn es in Wien einen regionalen Ansprechpartner für die Abwicklung dieser Verfahren gibt. Für Österreich ist das ein riesiger Kompetenzaufbau”, sagt Koubek. Künftig wolle sie mit QMD Services - einem Tochterunternehmen von Quality Austria - mit angestellten und externen Experten in rund 80 äußerst spezialisierten Fachbereichen für heimische und ausländische Hersteller Marktzulassungen für eine Vielzahl an Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika abwickeln - von Blutdruckmessgeräten und Mikroskopen über chirurgische Instrumente bis hin zu Corona-Tests.

Innovative Leitprojekte unterstützen

Die Einrichtung einer Benannten Stelle ist ein Vorhaben, das im Rahmen der Innovationsstrategie 2030 umgesetzt wird. Hier geht es etwa darum, Wien zur Gesundheitsmetropole auszubauen - mit einer innovationsorientierten, belastbaren Gesundheitsinfrastruktur, einem vitalen, privatwirtschaftlichen Life Science-Sektor und einer intensiven Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Akteuren und Wissensträgern. Abseits des Gesundheitssektors geht es bei der Innovationsstrategie aber auch um smarte Lösungen für den städtischen Lebensraum, smarte Produktion in der Großstadt und Digitalisierung. Die WK Wien unterstützt die Stadt Wien hier bei zentralen Leitprojekten und der Vernetzung mit Wiener Betrieben.

Gut, aber es geht besser

 Die gute Ausgangslage Wiens im globalen Wettbewerb der Standorte ist noch keine Garantie für Erfolge in der Zukunft”, begründet WK Wien-Präsident Walter Ruck das intensive Engagement der Kammer in all diesen Projekten. Wien sei stark und sehr vielfältig aufgestellt - dadurch sei man „bisher ein Stück besser durch die Pandemie gekommen als andere”, so Ruck. In nächster Zukunft gelte es nun, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise gut zu bewältigen. Darüber hinaus seien aber auch langfristige Weichenstellungen wichtig, wie die Belebung der lokalen Zentren und Grätzeln, die Förderung von Start-ups, die Stärkung der Ein-Personen-Unternehmen oder die Sicherung von Betriebsflächen im Stadtgebiet. „Das bringt Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Stadt”, ist Ruck überzeugt. Vom Wert der Zusammenarbeit ist auch Wiens Bürgermeister, Michael Ludwig, überzeugt, wie er bei der Präsentation der Zukunftsvereinbarung klarstellte: „Dass wir bis dato die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Wiener in einem erträglichen Ausmaß halten konnten, liegt auch an der engen Abstimmung von Stadt und Wiener Wirtschaft”, sagte Ludwig. Nun wolle er gemeinsam mit der WK Wien „am Standort an allen Schrauben drehen und Wien zur Klimamusterstadt machen”, so Ludwig. Man werde damit zeigen, dass damit wirtschaftlicher Aufschwung verbunden ist.

Belebung der Grätzel

Wien hat nicht nur ein Zentrum, sondern viele, von denen manche überregionale Bedeutung haben wie die Innenstadt und andere vor allem lokale Treffpunkte für die Wiener Bevölkerung sind. Alle tragen wesentlich zur hohen Lebensqualität in der Stadt bei. Corona hat den Betrieben in diesen Straßen und Grätzeln sehr zugesetzt, jetzt sollen die Menschen wieder in ihre Lieblingsgrätzel zurückgeholt werden. Bei der Attraktivierung von Straßen und Grätzeln sollen etwa PPP-Modelle forciert werden; wo dies sinnvoll ist, sollen also Projekte von der Stadt bzw. den Bezirken gemeinsam mit Privaten wie Geschäftsinhabern oder Hauseigentümern verwirklicht werden. Weiters sollen für die Besiedlung der Erdgeschoßzone zusätzliche Kreise verstärkt angesprochen werden - etwa Architekten, Gesundheitseinrichtungen, Kunstschaffende, Bildungsanbieter oder Jugendeinrichtungen. Und: Es soll gezielt eine „Down to earth”-Strategie verfolgt werden, damit Unternehmen aus höheren Stockwerken in freistehende Lokale im Erdgeschoß übersiedeln. Davon verspricht man sich weniger Leerstände, eine Belebung der Grätzel, mehr Sichtbarkeit der Wirtschaft und mehr Wohnraum für die Bevölkerung.

Widerstandskraft der Betriebe stärken

Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Zukunftsvereinbarung widmet sich der Resilienz der Wiener Unternehmen nach den Herausforderungen der Corona-Krise. In vielen Branchen ist die Eigenkapitalausstattung der Betriebe durch den plötzlichen und anhaltenden Auftragseinbruch regelrecht erodiert. Für künftige Krisen müsse man sich daher nun gut vorbereiten. Auf Wiener Ebene geplant sind hier vor allem Modelle, die eigenkapitalstärkende Beteiligungen ermöglichen bzw. erleichtern sollen. Etwa über die Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank (WKBG) oder die „Stolz auf Wien”-Beteiligungs GmbH, die von der Stadt Wien und der WK Wien gemeinsam getragen wird. Darüber hinaus soll es neue Initiativen geben, um den Fondstandort Wien massiv zu entwickeln. Hierzu ist eine gemeinsame Studie geplant, um in weiterer Folge das Angebot an Risikokapital anzukurbeln.

Zukunftsvereinbarung
© wkw/pippan

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