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Technik ist definitiv auch für Mädchen

180 Wiener Unternehmen haben heuer am Wiener Töchtertag junge Mädchen zum Schnuppern in ihren Betrieb eingeladen. Einer davon war der Liesinger Kfz-Technikermeister Wolfgang Ertl.

W.Ertl
© wkw/Spitaler Bohren, Schleifen, Schrauben und Lackieren: Elli, Heidi, Hannah und Viola (v.l.) fertigten – unter Anleitung – eine Werbetafel an, mit der sie ein altes Fahrrad verzierten. ren will

In Wolfgang Ertls Werkstätte ist gerade Hochbetrieb. „Die Zweiradsaison beginnt”, sagt der Kfz-Technikermeister. Seit 25 Jahren betreibt er sein Unternehmen „Modern Classics“ in der Triester Straße 259. Spezialisiert ist der Betrieb auf Reparaturen, besonders von Oldtimern und Zweirädern. Seine Branche sei ein Männermetier, sagt Ertl. Allerdings: Er konstatiert sinkendes Interesse der jungen, männlichen Generation an einer Ausbildung als Fahrzeugtechniker, aber auch am Thema Oldtimer generell. Ein Grund, weshalb Ertl heuer beim Töchtertag mitmachte. „Ich wollte schauen, ob Mädchen neugieriger sind.” 

Kfz-Technikermeister Wolfgang Ertl machte beim Töchtertag mit, weil er Mädchen für seine Berufssparte interessieren will.
© wkw/Spitaler Kfz-Technikermeister Wolfgang Ertl machte beim Töchtertag mit, weil er Mädchen für seine Berufssparte interessieren will.

Einblick, wie es in einer Werkstätte so ist 

Elli, Hannah und Heidi, alle im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren, durften den Töchtertag in Ertls Werkstätte verbringen. Auch Ertls Tochter Viola, 12, ist mit dabei. Wie in Familienbetrieben oft üblich, ist sie nicht das erste Mal in der Werkstätte. Später will sie hier sogar einmal arbeiten. Die Mädchen durften nicht nur dem Meister beim Löten, Bohren, Schrauben und Lackieren über die Schulter schauen, sondern auch selbst da und dort einzelne Handgriffe ausprobieren. „Wir haben selbst zwei Oldtimer zuhause, ich arbeite mit meinem Papa manchmal daran”, sagt Hannah. Auch Heidi interessieren vor allem die Oldtimer, und sie zeigt sich sehr interessiert und geschickt. „Ich wollte sehen, wie es in einer Werkstätte so ist”, sagt Eli. Ob sie in dieser Sparte auch einmal arbeiten wollen, können die Mädchen aber noch nicht sagen. Am Töchtertag waren sie jedenfalls mit Feuereifer bei der Sache. Gemeinsam gelang es auch, das von Ertl vorbereitete Projekt zu vollenden: Ein altes Fahrrad wurde mit einer selbst angefertigten Werbetafel, auf der alle vier Mädchen ihren Namen verewigen durften, verziert.


Der Töchtertag

Die Idee des Töchtertags stammt aus den USA. Ursprünglich durften nur Töchter von firmeneigenen Mitarbeitern daran teilnehmen, daher der Name. Mädchen sollen so berufliche Bereiche kennenlernen, die sonst eher männerdominiert sind. Daher liegt der Schwerpunkt auf Betrieben aus Technik, Handwerk und Naturwissenschaften.

In Wien fand der Aktionstag erstmals 2002 statt – damals mit Siemens als einzigem Partnerunternehmen. Seither ist der Event kontinuierlich gewachsen: Heuer haben 180 Unternehmen und rund 2800 Mädchen daran teilgenommen. Mitmachen dürfen alle Mädchen zwischen elf und 16 Jahren. Die Wirtschaftskammer Wien unterstützt den Töchtertag seit vielen Jahren und nimmt mit ihrem Berufsinformationszentrum der Wiener Wirtschaft (BiWi) alljährlich auch aktiv daran teil.



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