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Steuern: Chancen nutzen vor dem Jahreswechsel

Angesichts der besonderen Corona-Situation ist es heuer noch wichtiger, sich rechtzeitig vor dem Jahreswechsel um eine optimale Steuerplanung zu kümmern. Beim Online-Steuerabend der Wirtschaftskammer Wien gab es dazu wertvolle Tipps.

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© © John Smith/Corbis

Der neue Verlustrücktrag

  • Für betriebliche Verluste des Jahres 2020 ist erstmals - und vorerst einmalig - ein steuerlicher Verlustrücktrag möglich.
    Nichtausgleichsfähige Verluste des Jahres 2020 können bis zu einem Betrag von fünf Millionen Euro mit positiven Einkünften des Jahres 2019 gegengerechnet werden. Reichen die Gewinne aus 2019 nicht aus, um die Verluste 2020 ausreichend zu kompensieren, kann der Verlustrücktrag teilweise auch für das Jahr 2018 geltend gemacht werden. Das reduziert die Steuerlast für das Jahr 2019 bzw. 2018, wovon man in der Praxis allerdings erst nach der Veranlagung 2020 profitiert.
  • Um diesen Liquiditätseffekt vorzuziehen, wurde weiters die Möglichkeit einer Covid-19-Rücklage geschaffen.
    „Dadurch ist eine Verlustberücksichtigung in 2019 - nicht jedoch in 2018 - noch vor Durchführung der Veranlagung 2020 auf Antrag möglich”, erklärte WK Wien-Steuerexpertin Hedwig Buchetitsch. Konkret kann die Covid-19-Rücklage in Höhe von bis zu 60 Prozent des Gewinns des Jahres 2019 beantragt werden. Voraussetzung ist, dass es 2019 einen Gewinn gab und 2020 voraussichtlich ein Verlust entstehen wird. Ein Antrag auf Berücksichtigung einer Covid-19-Rücklage ist auch dann möglich, wenn das Jahr 2019 bereits rechtskräftig veranlagt wurde.
  • Darüber hinaus besteht weiterhin die Möglichkeit des Verlustvortrags, also die Möglichkeit, den Verlust 2020 von künftigen Gewinnen abzuziehen.
    Die steuerliche Entlastung tritt in diesem Fall aber erst dann ein, wenn eben diese künftigen Jahre veranlagt werden.
  • Für den Verlustrücktrag gelten prinzipiell dieselben Voraussetzungen wie für den Verlustvortrag.
    Unter anderem müssen betriebliche Einkünfte vorliegen, eine ordnungsgemäße Ermittlung der Einkünfte wird vorausgesetzt. Um den Verlustrücktrag geltend zu machen, ist eine Antragstellung bezogen auf das Jahr 2019 bzw. 2018 erforderlich. Dies kann man auch dann, wenn diese Jahre bereits rechtskräftig veranlagt sind.
  • Neu ist heuer auch der Steuersatz auf den Jahreseinkommensteil zwischen 11.000 Euro und 18.000 Euro.
    Dieser wurde rückwirkend mit 1. Jänner 2020 von 25 Prozent auf 20 Prozent gesenkt. Ab einem Jahreseinkommen von 18.000 Euro (Einkommensteuer-Bemessungsgrundlage) sinkt die jährliche Einkommensteuerlast damit um 350 Euro, zwischen 11.000 und 18.000 Euro ist es linear weniger. „Diese Tarifsenkung wurde unbefristet eingeführt”, erklärte Buchetitsch. Zudem sei im Regierungsprogramm eine weitere Entlastung der Einkommen in den kommenden Jahren vorgesehen.

Investieren und abschreiben

Für Unternehmen ist die Investitionsprämie im Moment ein äußerst attraktives Instrument, um günstiger zu investieren. Gefördert werden Neuinvestitionen, die ins materielle oder immaterielle Anlagevermögen übernommen werden und mindestens drei Jahre lang behalten werden müssen. Auch gebrauchte Wirtschaftsgüter werden gefördert. Diese Förderung gilt für alle Investitionen ab dem 1. Juli 2020 bis 28. Februar 2021 und sieht einen normalen Prämiensatz in Höhe von sieben Prozent vor sowie einen besonderen Prämiensatz in Höhe von 14 Prozent. Den höheren Satz kann man bekommen, wenn man in Digitalisierung, Ökologisierung oder Gesundheit investiert - also beispielsweise in einen 3D-Drucker, in Photovoltaikanlagen, E-Fahrzeuge oder die Entwicklung von pharmazeutischen Produkten. „Man sollte sich vor der Investition genau ansehen, ob man mit einer entsprechenden Wahl die höhere Förderung erhalten kann”, riet WK Wien-Steuerexperte Manfred Zipper. 

Achtung!

Gefördert wird nicht alles:

Für einen Pkw mit Verbrennungsmotor bekommt man beispielsweise kein Geld, auch der Kauf von Wertpapieren wird damit nicht unterstützt. Gefördert werden dafür so gut wie alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Rechtsform oder Bilanzierungsart. Wichtig ist nur, dass der Sitz oder die Betriebsstätte in Österreich sind. Staatliche Unternehmen sind ausgeschlossen, ebenso Betriebe, bei denen ein Insolvenzverfahren läuft. Die Antragstellung läuft über Austria Wirtschaftsservice (aws), es besteht kein Rechtsanspruch auf die Förderung.

Das bisherige Fördervolumen von einer Milliarde Euro wurde wegen der starken Nachfrage bereits verdoppelt. Die Auszahlung der Förderung erfolgt binnen drei Monaten nach der Förderzusage. Im Zusammenhang mit Neuinvestitionen in Anlagevermögen gibt es auch eine wichtige Neuerung im Bereich Abschreibungen. Denn zusätzlich zur normalen linearen Abschreibung kann man bei vielen Wirtschaftsgütern aufgrund der schwierigen Corona-Situation nun auch eine degressive Abschreibung wählen. Dabei kann für Neuanschaffungen eine bis zu 30-prozentige Abschreibung pro Jahr vorgenommen werden - und zwar von den Anschaffungskosten bzw. dem jeweiligen Restbuchwert. Das reduziert am Beginn der Abschreibungsdauer die Steuerbemessungsgrundlage und damit die Steuerlast stärker als bei der linearen Abschreibung. Im weiteren Verlauf kehrt es sich um. Ob sich degressiv abschreiben auszahlt, muss man im Einzelfall berechnen.

Degressive Abschreibungen sind nur bei Wirtschaftsgütern möglich, die nach dem 1. Juli 2020 angeschafft wurden. Nicht möglich ist diese Form der Abschreibung vor allem bei Gebäuden, Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, dem Firmenwert sowie bei gebrauchten Wirtschaftsgütern und unkörperlichen Wirtschaftsgütern, die nicht den Bereichen Digitalisierung, Ökologisierung sowie Gesundheit / Life-Science zuzuordnen sind. Für Gebäude gibt es jedoch aktuell eine beschleunigte lineare Abschreibung mit einem dreifachen Abschreibungswert im Anschaffungsjahr und einem doppelten Abschreibungswert im zweiten Jahr.

Änderung bei der Umsatzsteuer

Mit 1. Juli 2021 ändern sich die Umsatzsteuerregeln für Online-Händler, die Waren an Konsumenten oder Schwellenerwerber (umsatzsteuerbefreite Kleinunternehmer, Ärzte etc.) in einem anderen EU-Land versenden. Aktuell müssen sie meist erst ab 35.000 Euro Jahresumsatz die Umsatzsteuer im Empfängerland entrichten. In diesem Fall müssen sie sich im Bestimmungsland auch steuerlich registrieren. „Diese Schwelle fällt künftig weg und es ist grundsätzlich immer die Umsatzsteuer im Bestimmungslands zu verrechnen und abzuführen”, sagte WK Wien-Steuerexperte Fernand Dupont. Gleichzeitig wird die Bürokratie vereinfacht: Der EU-One-Stop-Shop bietet dann die Möglichkeit, die in anderen EU-Ländern zu entrichtende Umsatzsteuer über FinanzOnline zu erklären und abzuführen, ohne sich im Bestimmungsland registrieren zu müssen. Lediglich bei Kleinstunternehmern mit Versandhandelsumsätzen von bis zu 10.000 Euro pro Jahr ist weiterhin eine Besteuerung in eigenen Land vorgesehen.

Steuererleichterung für Gastro, Kultur und Hotels wird verlängert

Bis Ende 2021 verlängert wird aller Voraussicht nach der seit 1. Juli 2020 geltende, ermäßigte Umsatzsteuersatz in Höhe von fünf Prozent auf Speisen und Getränke in der Gastronomie, auf Hotel-Nächtigungen, auf Veranstaltungstickets sowie auf Bücher, Zeitungen und Magazine. Diese Steuererleichterung wurde ursprünglich für ein halbes Jahr bis Ende 2020 befristet. Die Verlängerung um ein weiteres Jahr wurde nun in den Nationalrat eingebracht.

Steuern sparen, wo es nur geht

Durch die aktuelle Corona-Zeit ist heuer vieles anders als sonst. So gibt es beispielsweise eine lange Liste an besonderen Unterstützungen für Unternehmer und ihre Betriebe, die es sonst nicht gibt - etwa den Härtefall-Fonds oder großzügige Steuerstundungen. „Man sollte sich inhaltlich mit diesen vielen Förderungen auseinandersetzen”, rät Phillip Andert, Steuerberater bei TPA. Zugleich rät er zur Vorsicht beim Umgang mit gestundeten Steuern, denn es sei nicht davon auszugehen, dass die Stundungen dauerhaft zinsenlos sein werden. „Es ist sinnvoll, sich bereits jetzt einen Rückzahlungsplan zu überlegen”, sagte Andert.Um Steuern zu sparen, rät er, kleinere Anschaffungen bis 800 Euro noch heuer umzusetzen, um sie als geringwerte Wirtschaftsgüter (GWG) noch heuer im vollen Umfang abschreiben zu können. Hat das Unternehmen heuer voraussichtlich keinen Gewinn, sei es hingegen besser, bis Jänner zu warten. Habe sich die Einkommenslage massiv verändert, sei zudem eine Anpassung der Sozialversicherungsbeiträge wichtig. Zu beachten sei heuer auch die Möglichkeit der pauschalen Gewinnermittlung für Kleinunternehmer, die auf 35.000 Euro angehobene Kleinunternehmergrenze sowie die Möglichkeit der Gruppenbesteuerung, für die ein Antrag bis Jahresende erfolgen müsste. Nicht entgehen lassen sollte man sich den Gewinnfreibetrag, sagte Matthias Köckeis von der Erste Bank. „Hier geht es um bis zu 13 Prozent des Unternehmensgewinns - eine große Steuerersparnis”, so Köckeis. Bis zu einem Jahresgewinn von 30.000 Euro wird dieser automatisch berücksichtigt, darüber muss man investiert haben, um den Freibetrag voll ausschöpfen zu können. Etwa in Wertpapiere, die dem Aufbau von betrieblichem Vermögen dienen.


Steuerabend zum Nachschauen


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