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Statt Schule Betriebsluft schnuppern

Wirtschaft nicht nur theoretisch lehren, sondern auch von der praktischen Seite kennenlernen - diese Erfahrung können Lehrer im Rahmen dreitägiger Betriebspraktika in Wiener Unternehmen machen. 

Unternehmerin Angelika Laager (l.) mit Pädagogin Judith Dlesk
© wkw/Spitaler Unternehmerin Angelika Laager (l.) mit Pädagogin Judith Dlesk

Bei „Blumen Angie” (www.blumenangie.at) am Alsergrund herrscht Hochbetrieb. Chefin Angelika Laager und ihre Mitarbeiterin Sandra Nutz binden Blumensträuße, ein halbes Dutzend wartet bereits auf die Auslieferung. Daneben verpackt Judith Dlesk das nächste Frühlingsarrangement in Cellophan. Und wirkt dabei ziemlich routiniert - was überrascht, wenn man weiß, dass es erst ihr zweiter Tag in dieser Branche ist. Dlesk ist eine von 25 Pädagogen, die vorige Woche ein dreitägiges Praktikum in einem Wiener Unternehmen absolviert haben. Mit den Erfahrungen, die sie dabei machen, können sie den Wirtschaftsunterricht praxisnäher gestalten - das ist das Ziel des Projekts, das vor sechs Jahren gemeinsam von Wirtschaftskammer Wien und einigen Projektpartnern breit ausgerollt wurde. Es soll weiters auch helfen, den Kontakt zwischen Schulen und Betrieben zu stärken. „Ich will meinen Schülern kompetent darüber Auskunft geben, wie es in der Wirtschaft läuft”, begründet Dlesk, warum sie sich für das freiwillige Betriebspraktikum entschieden hat. Seit gut sechs Jahren unterrichtet sie an der Vienna Business School Akademiestraße wirtschaftsnahe Fächer. Davor war sie jahrelang im Finanzbereich eines Großbetriebs tätig. Die kleine Blumenhandlung war ihr Wunsch fürs Praktikum - als Gegenprogramm sozusagen.

„Hier ist alles kompakter, man erlebt alle Abläufe hautnah mit. Solche Ausflüge in die reale Wirtschaft sollte jeder Lehrer regelmäßig machen, denn man verliert schnell den Anschluss an die Praxis.”
Judith Dlesk

Den Nachwuchs auf das Berufsleben vorbereiten

Blumenhändlerin Angelika Laager lässt ihre Praktikantin überall mit anpacken - Rosen putzen und Karten schreiben, Sträuße verpacken und ausliefern oder Lieferscheine ausstellen. Seit fast dreißig Jahren betreibt Laager ihren Blumenladen in der Garnisongasse, gemeinsam mit ihrem Mann und vier Mitarbeitern, davon zwei Lehrlinge. 3000 Blumensträuße liefern sie pro Jahr aus, der Großteil davon sind Internetbestellungen. Beim Projekt Betriebspraktika für Lehrer ist Laager seit dessen Start alljährlich mit dabei. Es sei ihr ein Anliegen zu vermitteln, wie es in kleinen Gewerbebetrieben zugeht, sagt sie. „Die Lehrer sollen sehen, was in der Wirtschaft verlangt wird, was Schulabsolventen können müssen.” Selbstständigkeit, Entscheidungen treffen können, einen guten Überblick über alle Abläufe haben - all das sei in kleinen Betrieben tagtäglich gefordert. Sie hofft, dass die Pädagogen diese Anforderungen direkt an die Schüler weitergeben. Das Thema Nachwuchs liegt Laager überhaupt sehr am Herzen, ist sie doch auch Lehrlingsbetreuerin der Wiener Floristen. Man müsse generell die Grundqualifikationen der jungen Menschen stärken, meint sie. Rechnen, Schreiben und Lesen - das brauche man in jedem Beruf und daher auch als Florist. „Wir schreiben zu unseren Sträußen 3000 Karten pro Jahr, und wenn man einen Blumenstrauß zusammenstellt, muss man dab­ei auch im Kopf mitkalkulieren können, was er kostet.”

Betriebspraktika für Lehrer

  • Das Projekt: Pädagogen sammeln bei dreitägigen Praktika in Wiener Unternehmen praktische Wirtschaftserfahrung. 

  • Die Praktika sind Teil des Weiterbildungsangebots der Katholisch-Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien für angehende und arrivierte Lehrer.

  • Die Initiatoren: Das Projekt wurde von der Wirtschaftskammer Wien und der KPH im Schuljahr 2014/15 erstmals breit ausgerollt. Weitere Unterstützer sind die Bildungsdirektion für Wien, die Initiative for Teaching Entrepreneurship und das Wirtschaftsforum der Führungskräfte.


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