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Stationär und online verschränken

Mehr als die Hälfte der Österreicher kauft Bekleidung, Schuhe, Sport- und Lederwaren nach wie vor am liebsten im stationären Handel, zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Gallup-Instituts im Auftrag des Bundesgremiums Modehandel.

Modehandel
© Tim Pannell/Corbis

Ein gutes Drittel kauft sowohl stationär als auch online, die reinen Online-Käufer liegen bei weniger als einem Achtel (siehe Grafik). Vier Fünftel der Österreicher glauben, dass der stationäre Modehandel auch künftig nicht verschwinden wird. Allerdings rechnen zwei Drittel mit einer Verkleinerung der Flächen. Wer Mode online kauft, tut dies laut Umfrage vor allem wegen der Faktoren Convenience und Zeitersparnis. Der Preis ist dagegen weniger entscheidend. Die Stärken des stationären Handels liegen dafür im Erlebnisfaktor: Man kann die Ware im Geschäft sehen, sie angreifen, anprobieren, der Kunde wird im Geschäft beraten und kann die Sachen gleich mitnehmen. Diese Kernkompetenzen des stationären Handels müssen die Betriebe weiter professionalisieren, sagte Bundesgremialobfrau Jutta Pemsel, die mit Studienautorin Andrea Fronaschütz die Studie präsentierte. Es werde aber einen großen Strukturwandel geben. „Online- und Offline-Vertriebskanäle werden stärker verschränkt werden, Konsumenten entwickeln ein bewussteres Kaufverhalten”, so Pemsel. Wie das gelöst werde, sei in Zukunft erfolgsentscheidend. Die stationären Modehändler müssten sich jedenfalls „in die digitale Welt bewegen”, da führe kein Weg daran vorbei. Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer  Wien unterstützt die Wiener Händler dabei mit der Workshop-Reihe „GO Online”, die heuer ihre siebente Auflage erlebt und derzeit gerade läuft. Sie umfasst kostenlose Workshops in sieben Themenbereichen, die viele Fragen zum Online-Handel abdecken. Bis Ende März stehen noch etliche Workshops am Kalender.

Gleiche Bedingungen für ausländische Onlinehändler

Wie die Gallup-Studie ebenfalls zeigt, werden vor allem ausländische Online-Händler von den Österreichern durchaus kritisch gesehen. Demnach befürchten rund vier Fünftel durch diese Konkurrenz Arbeitsplatzverluste und Betriebsschließungen in Österreich, sieben von zehn auch eine Verringerung des Wohlstands in unserem Land. Die Interessenvertreter fordern daher Wettbewerbsgleichheit für heimische und ausländische Online-Händler, konkret durch die Umsetzung der digitalen Betriebsstätte. Diese ist Voraussetzung dafür, dass Steuern in all jenen Ländern eingehoben werden können, wo Gewinne lukriert werden. Online-Plattformen müssten zudem für die Abfuhr der Umsatzsteuer haften und ausländische Lieferungen stärker durch den Zoll geprüft werden, um Unterdeklaration zu bekämpfen. „Nur bei fairem Wettbewerb kann der heimische Handel die Herausforderungen bewältigen”, so Pemsel.

Modehandel
© wkw/Spitaler

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