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So meistern erfolgreiche Frauen ihre Aufgaben

Drei Frauen, drei unterschiedliche Lebenswege. Was sie verbindet, ist der berufliche Erfolg. An der Spitze eines Betriebs zu stehen, verlangt von Frauen und Männern viel Einsatz. Bei Frauen kommen allerdings oft noch ein paar Hürden dazu. Netzwerke zu nutzen kann, da hilfreich sein.

Unternehmerinnen
© Elena Rachor/Bösendorfer/Lisa Maria Trauer

Das Netzwerk Frau in der Wirtschaft vereint selbstständige Frauen, von der Kleinstunternehmerin bis zur Topmanagerin. Für die Vorsitzende des Wiener Zweigs, Martina Denich-Kobula, sind Netzwerke für den beruflichen Erfolg entscheidend: „Netzwerke sind wichtig zum Austausch, um sich Rat und Unterstützung zu holen, um von den Erfahrungen der anderen zu profitieren.” Trotz rechtlicher Gleichstellung und einer vorgeschriebenen Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen und Betrieben mit mehr als 1000 Mitarbeitern, sind Frauen an der Spitze von Unternehmen noch unterrepräsentiert. Frau in der Wirtschaft will dazu beitragen, das zu ändern. Ein Weg führt über die Bildung. Beim Projekt „Unternehmerin macht Schule” berichten Unternehmerinnen in den Schulen von ihrer Laufbahn und sensibilisieren Jugendliche dafür, was man mit der Selbstständigkeit alles erreichen kann. Dass dies für Frauen ein erstrebenswerter Weg ist, dafür sind die Unternehmerinnen selbst das beste Beispiel.  Frau in der Wirtschaft stellt das heurige Veranstaltungsjahr unter das Leitthema „thinking out of the box”. Unternehmerinnen sollen angeregt werden, neue Sichtweisen auszuprobieren. Eine Methode, mit der auch die porträtierten Frauen Sabine Grubmüller und Sandra Thier vertraut sind. Über allem steht der Netzwerkgedanke, der Frauen in Top-Positionen bringen soll, denn: „Es ist einfach so, dass man für einen Job oder eine Funktion den oder die Beste nimmt. Wenn aber einige gleich gut sind, dann nimmt man den, den man schon kennt”, so Denich-Koblua und abschließend meint sie: „In Anbetracht der Tatsache, dass 52 Prozent der österreichischen Bevölkerung weiblich sind, sollte ein ebenso hoher Anteil an wichtigen Positionen von Frauen bekleidet werden.”


Sabine Grubmüller
© Bösendorfer

Mit Leistung, Weiterbildung, Mut und ein wenig Glück

Sabine Grubmüller ist Geschäftsführerin der Bösendorfer Klavierfabrik GmbH. Sie ist eine von zwei Frauen an der Spitze im Yamaha-Konzern, zu dem Bösendorfer gehört. Wie sie es an die Spitze geschafft hat, erklärt die Top-Managerin so: „Ich wurde von klein auf mit dem Leistungsgedanken erzogen, ob beim Pflücken von Ribiseln oder im Ferialjob im Kaffeehaus zur Aufbesserung des Taschengeldes. Mut, absoluter Einsatz, Entscheidungsfreude, Weiterbildung und das Interesse daran, Verantwortung zu übernehmen sind ganz wichtig.”

Gut ausgebildete Generalistin

Sie wollte sich auf kein spezielles Fachgebiet beschränken, hat die Handelsakademie absolviert und später, berufsbegleitend noch eine Fachhochschule, wo sie Theorie und Praxis miteinander abgleichen konnte. Sie hat in vielen Bereichen gearbeitet: Im Controlling, im Vertrieb, auf Messen und im Marketing. Immer wieder stand sie im Laufe ihrer Karriere vor der Entscheidung, im Unternehmen zu bleiben, oder sich neu zu orientieren. Für sie gilt: „Will man weiterkommen, dann muss man öfter auch etwas Neues beginnen. „Ich habe mich alle paar Jahre neu orientiert”, sagt die zweifache Mutter. Ein Headhunter hat sie schließlich zu Bösendorfer geholt, wo sie als Geschäftsführerin für Administration begann und dann die Leitung übernahm, als ihr Vorgänger in Pension ging. „Mich reizt es, wenn ich die Chance sehe, etwas zu verändern und ‚Out of the box’-denken kann”, sagt Grubmüller. Für die Karriere in eine Rolle zu schlüpfen kam ihr nie in den Sinn: „Ich bin wie ich bin und kann gar nicht anders. Ein hohes Maß an Authentizität ist wichtig.” Wenn Frauen es schaffen, Topdown-Netzwerke zu nutzen, wird es noch mehr von ihnen gelingen, in die obersten Chefetagen zu kommen. „Nach meinem Gefühl sind Männer immer noch besser vernetzt”, meint sie. Und es gäbe auch viele Frauen, die noch ein altes Rollenbild leben. Wenn aber doch, sei Mut gefragt: „Die Leute müssen sich trauen, egal ob Frau oder Mann, man muss sie ermutigen.” Grubmüller hat noch viel vor: „Ich habe so viel Spaß an meiner Aufgabe, bin viel unterwegs, treffe Künstler und Entscheidungsträger, gehe auf Konzerte und ...), repräsentiere Bösendorfer und steuere unser eingespieltes Team. Wir entwickeln neue Klaviermodelle und erobern neue Märkte in Asien,  Nach Taiwan auch China und Korea.”


Brigitte Annerl
© Elena Rachor

Herausforderung ist beste Motivation

Brigitte Annerl ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Lenus Pharma GmbH und Weltmarktführerin bei Fruchtbarkeitsbehandlungen für Männer. Sie hat nach einigen Jahren Tätigkeit im Pharmamanagement den richtigen Zeitpunkt für die Selbstständigkeit erkannt, das Risiko in Kauf genommen und sich nach einer intensiven Produktenwicklungsphase und ganz ohne Fremdfinanzierung selbstständig gemacht. „Mich motivieren Herausforderungen und das scheinbar Unmögliche, daran wachse ich”, so Annerl, die auch als Präsidentin des Fußballklubs TSV Hartberg fungiert und positiv denkt: „Einer meiner Zugänge ist, auf Lösungen statt auf Probleme zu fokussieren. Damit steht der Fortschritt im Vordergrund, in meinem Unternehmen genauso wie im Fußball - und nicht das Festhalten an Dingen die uns nicht weiterbringen.”

Ihr Engagement beschert  ihrem Produkt Profertil ein Wachstum von knapp 30 Prozent pro Jahr, es ist bereits in 70 Ländern, darunter in Algerien und Indonesien, auf dem Markt, wobei die Zulassungserteilungen alles andere als leicht zu erhalten sind. Als Frau in einer männerdominierten Branche zu arbeiten, mit einem Produkt, bei dem Verkaufsgespräche eventuell heikel sind, ist für Annerl kein Problem. Und 70 Länder sind ihr auch nicht genug. „Unerfüllter Kinderwunsch ist ein globales Problem und kennt keine Grenze. Wir arbeiten aktuell an mehr als zehn neuen Produktregistrierungen, es gibt noch 124 weiter Länder zu erobern”, so Annerl.

Ihr Erfolgsrezept gilt nicht nur für Frauen

Den Spaß an der Sache zu behalten liegt ihr eher als klassische persönliche Zielsetzungen: „Leidenschaft, Begeisterung und Spaß bei der Arbeit ist mein oberstes Ziel - sei es in meinem Unternehmen oder für den TSV Hartberg“, sagt die engagierte Unternehmerin. Das Erfolgsrezept für ein berufliches Weiterkommen gilt für sie universell und unabhängig vom Geschlecht: „Ich finde, dass uns Schubladen-Denken wie ‚Männerdomäne’ oder ‚Frauendomäne’ nicht weiterbringt. Mit Herzblut und Engagement geht was weiter im Leben. Egal in welchem Bereich. Durchhalten, hart an sich arbeiten und an seine Überzeugungen glauben.” Als Mutter eines Sohnes wünscht sie sich, dass die Leistung von Müttern, Job und Familienleben unter einen Hut zu bringen, mehr anerkannt wird


Sandra Thier
© Lisa Maria Trauer

Selbst gestalten und eigenständig sein

Sandra Thier gründete 2015 Diego5 - eine Content Agentur, die ihren Kunden eine Online-Marketing-Strategie bietet. Mit Videos und mit einem Netzwerk an Influencern setzt sie erfolgreich auf die digitale Schiene der Werbung. „Ich habe mich selbstständig gemacht, weil ich gestalten wollte, ohne einen Chef um Erlaubnis zu fragen. Mein Ziel ist es, durch ‚Out oft the box-Denken’ Content für Channels zu finden”, sagt Thier, die jahrelang Erfahrung in großen Medienhäusern gesammelt hat.

Gründung ist steiniger Weg

Start-ups im Bereich Digitalisierung werden hierzulande überwiegend von Männern gegründet, weiß Thier, die in Österreich zwei Unternehmen mit 25 Mitarbeitern führt und grade ein drittes in Deutschland gegründet hat.

Nach der Gründung galt es, die ersten zahlenden Kunden zu finden: „Eine Challenge, wenn es noch keine Cases gibt, die man vorstellen kann”, sagt Thier. Heute finden sich bereits namhafte Unternehmen auf ihrer Referenzliste. Eine weitere Herausforderung ist, gut ausgebildetes Personal zu finden. „Ich bilde die Mitarbeiter selbst aus, man muss motivieren und als Vorbild vorangehen”, weiß Thier, die ihre täglichen Arbeitsstunden gar nicht erst nicht zählt. Ganz allgemein ist es für Start-ups eine Herausforderung Programmierer und Techniker zu finden.  „Vor allem bei der Gründung liegt ein steiniger Weg vor uns, den wir gehen müssen und auch gehen. Trotzdem muss Platz für Spaß bleiben”, so Thier. Ihr nächstes Ziel ist es, ihre Firma zu stärken und wachsen zu lassen. Eine Familiengründung darf dabei kein Hindernis sein. „Für die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmen braucht es gute Organisation. In anderen Ländern, wie Frankreich oder Israel ist das System ganz anders, da bleiben Mütter keine zwei Jahre bei den Kindern zu Hause”, sagt die Unternehmerin. 


Dafür setzt sich das Netzwerk Frau in der Wirtschaft österreichweit ein

  • Betriebe entlasten
    Weniger Bürokratie, Behörden sollten beraten statt strafen, Abschaffung der Mehrfachversicherung, Büro im Wohnungsverband steuerlich begünstigen, und vieles mehr.

  • Vereinbarkeit fördern
    Kinderbetreuungsangebot ausbauen, auch während der Ferien, Personenbetreuer einsetzen, Familienfreundlichkeit fördern

  • Bildung verbessern
    Entrepreneurship besser in Bildungseinrichtungen verankern, Native-Speaker nützen, etc.


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