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So gelingt Gesundheitsmanagement auch in kleineren Betrieben leicht

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) steigert die Produktivität in Betrieben. Doch wie geht man es am besten an? Eine Expertin gibt Tipps.

Gesundheitsmanagement
© Stephan Huger

Die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter ist eine wesentliche Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Mit einfachen Maßnahmen können Betriebe ihre Mitarbeiter unterstützen, in Balance zu bleiben und die hohen Arbeitsanforderungen zu bewältigen, weiß Unternehmensberaterin Gerda Ruppi-Lang. Sie ist Expertin für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und rät:

Gute Unternehmenskultur als Produktivitätschance betrachten 

Freuen Sie sich über gemeinsame Erfolge und feiern Sie diese auch - so werden Ihre Mitarbeiter zu Mit-Unternehmern und fühlen echte Wertschätzung und Anerkennung für ihre Leistung. Beides erhöht nicht nur das subjektive Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsbereitschaft und das Leistungsvermögen. Die positive Wirkung von ernst gemeinter Anerkennung und fühlbarer Wertschätzung ist wesentlich stärker als ein alljährlich angebotener Gesundheitstag.

  1. Geben und fordern Sie ehrliches Feedback
    Sowohl positive als auch kritische Rückmeldungen bieten Orientierung. Scheuen Sie sich nicht, Konfliktthemen aktiv, aber höflich anzusprechen. Je früher, desto weniger aufgeregt können Kleinigkeiten besprochen und konstruktive Lösungen gefunden werden. Offene Gespräche tun der Seele gut und beugen psychischen Belastungen vor. Unangenehmes auf die lange Bank zu schieben, kann negative Folgen für die Gesundheit haben.
  2. Halten Sie sich fit und seien Sie damit „ansteckend”
    Beweglichkeit gelingt am besten, indem man sie durch kleine Einheiten in den Alltag integriert: Fahren Sie mit dem Fahrrad ins Büro, benutzen Sie Stiegen statt Aufzüge (dies ist nicht nur gesund, sondern man trifft im belebten Stiegenhaus mehr aktive Personen als im Aufzug); gehen Sie eine Straßenbahn-Station zu Fuß, wenn es der Terminplan erlaubt - dies macht munter, beflügelt die Gedanken und erhöht die Kreativität. Begeistern Sie Ihre Kollegen, es Ihnen nachzumachen.
  3. Bringen Sie Bewegung in Ihre Kommunikation
    Besuchen Sie Ihre Kollegen für kurze Gespräche statt zu telefonieren. Damit bewegen Sie sich und beugen Missverständnissen eher vor. Machen Sie kurze, prägnante „Stehungen” statt ausgedehnte „Sitzungen” oder versuchen Sie, bei einem Spaziergang Ernstes zu besprechen - es wird dann oft leichter verarbeitet.
  4. Pausen fördern die Konzentrationsfähigkeit
    Machen Sie bewusst Pausen, unterbrechen Sie Bildschirmaktivität und Tätigkeiten in anstrengenden Positionen durch bewusste Bewegungen und machen Sie dabei nicht nur Dehnungsübungen, sondern auch Augentraining. Gönnen Sie so Ihren Augen Erholung und konfrontieren Sie Ihre Augen-Blicke absichtlich mit unterschiedlichen Distanzen. Sorgen Sie für gesundes Essen und motivieren Sie auch andere, ihre Jause nicht mehr direkt am Arbeitsplatz einzunehmen.
  5. Prävention durch geteilte Erfahrungen
    Guter Umgang mit Fehlern bedeutet nicht nur, durch das Besprechen von Fehlern und Beinahe-Unfällen ernste Unfälle zu vermeiden, sondern zugleich ein innovatives, offenes Lernklima mit höherer Produktivität entstehen zu lassen.
  6. Bei Erkrankung möglichst rasch wieder integrieren
    Nutzen Sie bei längeren Krankenständen (ab sechs Wochen) unbedingt die Möglichkeit, die das Wiedereingliederungsteilzeitgesetz bietet. Mitarbeiter stehen dadurch wieder früher zur Verfügung und genesen meist rascher.
  7. Surfen Sie gekonnt durch den Förderdschungel
    Nutzen Sie alle Angebote, die Ihnen dienlich erscheinen: Es gibt viele Möglichkeiten, geförderte bis kostenfreie Beratung ins Haus zu holen (fit2work, Ergonomieberatung, etc.). Setzen Sie die Erkenntnisse aus der Evaluierung der psychischen Belastungen entschlossen um.

Begriffe und geförderte Beratung

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) unterscheidet sich von der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) dadurch, dass es eine langjährig verfolgte strategische Planung gibt, die dann schrittweise unter sinnvoller Einbeziehung von Förderungen und Angeboten aller Institutionen umgesetzt wird. Es werden konkret messbare Ziele verfolgt, deren Erreichungsgrad auch kontrolliert wird. Natürlich gibt es Fallstricke und alte Muster müssen überwunden werden.

Damit psychische und physische Gesundheit nicht nur punktuell Beachtung finden, sondern BGM integrierter Bestandteil der Unternehmensstrategie wird, bietet die Wirtschaftskammer Wien ab nun in Kooperation mit dem Arbeitskreis Betriebliches Gesundheitsmanagement Betrieben ab fünf Mitarbeitern geförderte Unternehmensberatung an. Die Erstberatung erfolgt für Wiener Unternehmen kostenlos. Ziel ist, dass die Unternehmen von optimalen Arbeitsbedingungen profitieren und dadurch ihre Produktivität steigern.


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