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Rossmanith: Wien muss runter von der roten Liste

In den Außenbezirken läuft es im Handel mit Mode und Freizeitartikeln besser als in den City-Geschäften, sagt Branchensprecher Günther Rossmanith.

Günther Rossmanith
© Foto Weinwurm & Tim Pannell/Corbis

Gemusterte Blazer, Pullis in Herbstfarben und warme Jacken: Dorothea Massings Boutique für Damen- und Herrenmode in Ober St. Veit ist gut bestückt. Sehr zuversichtlich sei sie gewesen, nachdem sich die Umsatzzahlen über den Sommer recht gut entwickelt hatten und der September verheißungsvoll gestartet war. Mit den steigenden Corona-Zahlen und neuen Präventionsmaßnahmen kam aber erneut Sand ins Getriebe, sagt die Unternehmerin. Festivals, Events, Familien- und Weihnachtsfeiern - all das fällt heuer weitgehend aus. Immerhin: „Ich habe treue Stammkunden, die uns schon nach dem Lockdown sehr unterstützt haben”, so Massing. „Wir müssen Wien derzeit teilen”, sagt Günther Rossmanith, der als Gremialobmann für den Handel mit Mode und Freizeitartikeln mehr als 3600 Betriebe vertritt. „In der Innenstadt und anderen Stadtteilen, wo Touristen wichtig sind, sieht es schlecht aus.” Geschäfte in Außenbezirken und kleineren Einkaufsgrätzeln haben sich über den Sommer besser entwickelt. „Die Konsumenten bleiben lieber lokal”, so Rossmanith. Auch in den großen Einkaufszentren sei die Kundenzurückhaltung spürbar.

Homeoffice senkt Frequenz in den Einkaufsstraßen

Eigentlich ist nach dem Lockdown die Kauflaune der Kunden Monat für Monat besser geworden, manche Betriebe waren zuletzt fast wieder auf Vorjahres-Umsatzniveau. Doch die steigenden Corona-Infektionszahlen und die Reisewarnungen für Wien haben das abrupt beendet.

„Der Handel ist sicher. Es gibt keinen einzigen belegten Fall der Ansteckung in einem Geschäft.”
Günther Rossmanith, Gremialobmann Modehandel

Die Absage der Ballsaison sei da quasi nur das Tüpfelchen auf dem i, sagt Rossmanith. „Daran hat ohnehin niemand mehr geglaubt. Dass Events wie ein Kaffeesiederball mit 4000 Gästen diese Saison nicht stattfinden können, war klar.” Für die auf solche Anlässe spezialisierten Betriebe sei das dennoch ein weiterer schwerer Schlag. Dass viele Menschen derzeit im Homeoffice arbeiten, drückt ebenfalls auf die Umsätze. Die Wege von und zur Arbeit fallen weg, Frequenz und auch Bedarf sinken. „Im Homeoffice ist man legerer, man braucht weniger Business Outfits”, so Rossmanith. Das bestätigt auch Massing. „Business- und Anlassmode fällt fast zur Gänze aus.” 

Dorothea Massing verkauft seit 34 Jahren Damen-, Herren- und Kindermoden in Ober St. Veit. „Ich war gerührt, wie viele Stammkunden uns nach dem Lockdown unterstützt haben”, sagt sie.
© wkw/Spitaler Dorothea Massing verkauft seit 34 Jahren Damen-, Herren- und Kindermoden in Ober St. Veit. „Ich war gerührt, wie viele Stammkunden uns nach dem Lockdown unterstützt haben”, sagt sie.
Und für die jüngeren Semester fehlen die großen Party-Events.Viele Modehändler überlegen jetzt, in die Online-Schiene zu investieren. Rossmanith hält das für wichtig. „Denn es ist sicher so, dass treue Kunden, die bisher stationär gekauft haben, durch Corona auf den Online-Geschmack gekommen sind.” Das Risiko einer Corona-Ansteckung im Handel hält Rossmanith für gering. „Bisher gibt es kein einziges belegtes Beispiel einer Corona-Ansteckung in einem Geschäft. Man ist sicher, wenn man sich an die Regeln hält.” Apropos Regeln: Mit dem Mund-Nasen-Schutz könne die Branche leben, „das schafft Bewusstsein, und den werden wir über den Winter wohl nicht los”, meint er.

Jetzt muss alles getan werden, damit Infektionszahlen sinken

Ob viele der Branchenbetriebe auf der Strecke bleiben werden, sei schwer abzuschätzen. Auch wenn sie Kosten und Personal reduzieren - „nur die Hälfte Umsatz, das geht sich auf Dauer nicht aus”. Der Fixkostenzuschuss Phase II werde jedenfalls dringend benötigt. Und vor allem müsse alles getan werden, um die Infektionszahlen zu senken. „Wien muss runter von der roten Liste der Reisewarnungen, das muss das Ziel sein. Das Image der Stadt und das Wohl der Wirtschaft hängen entscheidend davon ab.” Eine Prognose sei derzeit schwer möglich, sagt Massing, die trotzdem positiv bleibt. „Ich hoffe, dass wir gut über den Winter kommen.” Denn eines sei sicher: „Ein neuerlicher Lockdown wäre das Schlimmste.”



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