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Komarek: Professionelle Reinigung braucht umfassendes Wissen

Gerhard Komarek, Innungsmeister der Wiener Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger, wünscht sich mehr Anerkennung für die Arbeit seiner Branche. Dumpingpreise würden den wirtschaftlichen Druck in der Branche nur erhöhen, warnt er.

Gerhard Komarek
© Foto Weinwurm/www.fotoweinwurm.at

Als Innungsmeister der Wiener Denkmal-, Fassadenreiniger ist Gerhard Komarek Branchensprecher für fast 3500 Wiener Unternehmen, die professionelle Objekt-Reinigung und -Instandhaltung anbieten. Ihre Einsatzgebiete reichen vom Büro bis zur Industriehalle, von der Großküche bis zum Operationssaal, von der Tiefgarage bis zur Glasfassade. „Für das ‚Gewusst wie’ braucht es fundierte Kenntnisse aus verschiedensten Fachgebieten”, betont Komarek. Er rät den Mitgliedern, in Aus- und Weiterbildung zu investieren. Die Innung, betreibt mit der Gebäudereinigungsakademie in Liesing selbst ein modernes Schulungszentrum inklusive privater Berufsschule für angehende Reinigungstechniker. „Ausbildung ist auch ein Hebel, um das Branchenimage zu stärken”, so Komarek. Letzteres ist ihm ein wichtiges Anliegen. „Wir wollen erreichen, dass unserer Arbeit jene Anerkennung zukommt, die sie verdient.”

„Unsere Arbeit muss jene Anerkennung bekommen, die sie verdient.”
Gerhard Komarek, Innungsmeister

Das sei auch das beste Mittel gegen Dumpingpreise, ein großes Branchenproblem. „Kostendeckendes Kalkulieren ist das Um und Auf, um langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein zu können”, sagt Komarek. Die Innung hat deshalb Kalkulationstools erstellt, die sie den Mitgliedern kostenlos zur Verfügung stellt. Ebenso kostenlos ist der Zugang zu den branchenrelevanten Ö-Normen, die auf Initiative der Branchenvertretung überarbeitet und in nur noch drei Vorschriften zusammengefasst wurden. Ebenfalls auf die Fahnen heften darf sich die Innung die österreichweite Vereinheitlichung der Entlohnungsschemata und die Neugestaltung des Lehrberufs Reinigungstechnik, den man nun auch in Doppellehre mit dem Bürokaufmann erlernen kann.

Mehr Tagesreinigung würde die Arbeitsbedigungen verbessern

Ein wichtiges Tool für die Betriebe ist die kostenlose Sprachlern-App, die es in 18 Sprachen gibt und die beim Deutschlernen unterstützt - wichtig in einer Branche mit hohem Anteil an Mitarbeitern mit Migrationshintergrund. „Ein gutes Mittel, um die Sprachkompetenz der Mitarbeiter rasch zu steigern”, sagt Komarek. Derzeit sind alleine in Wien 26.000 Menschen in der Reinigung beschäftigt. Weil sie als Niedriglohnbranche gilt, haben die Betriebe aber zusehends Schwierigkeiten, „willige Mitarbeiter” zu finden, wie der Innungsmeister sagt. Er will daher den Anteil der Tagesreinigung steigern, um den Mitarbeitern bessere Arbeitsbedingungen bieten zu können. Was ihm dagegen Sorge bereitet, ist die Angleichung von Arbeitern und Angestellten bei den Kündigungsfristen, die ab 2021 verwirklicht wird. „Für unsere Branche wird das sicherlich eine große zusätzliche Belastung”, fürchtet Komarek.



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