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Potenzial des Wiener Reparaturbon für Wirtschaft und Umweltschutz besser nutzen

Smodics-Neumann begrüßt  Bonus drängt aber auf Verbesserungen: „Weniger Bürokratie, mehr Effizienz, keine Ausgrenzung von Betrieben“

Maria Smodics-Neumann
© Stefan Joham

„Gerade in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten des drohenden Umsatzeinbruches im Herbst und Winter, könnte der Reparaturbon einen Anschub für die Handwerksbranche liefern. Zusätzlich hat die Aktion auch einen umweltschonenden Nutzen und stärkt die Kreislaufwirtschaft“, sagt Maria Smodics-Neumann, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Wien und Abgeordnete zum Nationalrat, die schon seit mehr als einem Jahr ihre Handwerksbetriebe zum Thema Reparatur sensibilisiert und Vorschläge zur Umsetzung gebracht hat.

"Die Einführung des Wiener Reparaturbons ist ein Schritt zum richtigen Zeitpunkt."
Maria Smodics-Neumann

Verbesserungsbedarf bei Umsetzung

Smodics-Neumann sieht in der Umsetzung des Reparaturbons dringenden Verbesserungsbedarf. „Das Wiener Reparaturnetzwerk ist derzeit leider auf nur wenige Unternehmen wegen restriktiver Kriterien beschränkt. Es sollten aber möglichst viele Wiener Unternehmen von der Aktion profitieren. Daher fordern wir eine Öffnung der Plattform, oder die Schaffung einer neuen, die für alle geprüften Handwerksbetriebe - nachgewiesen durch den Gewerbeschein - da ist. Schließlich wird der Bonus durch öffentliche Abgaben finanziert, die jene Betriebe leisten. Es ist nicht nachzuvollziehen warum die Möglichkeit bei diesem wichtigen Signal zur Wieder- bzw. Weiterverwendung von Geräten nur einem ausgewählten Kreis von Unternehmen zugutekommen soll. Der Kostenersatz für nicht verwirklichte Kostenvoranschläge bietet Potenzial zum Missbrauch. Die aufwändige Registrierung der Kunden ist unnötig, da das Unternehmen mit der Stadt abrechnet und damit auch das Förderrisiko trägt“, sagt Smodics-Neumann.

Durchgängiger Bonus notwendig

Zudem sollte die komplizierte Regelung mit Aktionszeiträumen überdacht werden und stattdessen der Bonus durchgängig bis zur Erschöpfung des dafür vorhergesehenen Budgets lukrierbar sein. In Anbetracht der angespannten Lage durch die Corona-Pandemie regt die Spartenobfrau auch eine Erhöhung des Reparaturbons für das Jahr 2020 von 100.000 Euro auf 200.000 Euro an. „Alles in Allem eine gute Initiative, die aber in der Umsetzung bessere Beispiele aus den Bundesländern kennt.“


Beim Wiener Reparaturbon werden von der Stadt Wien 50 Prozent der Bruttoreparaturkosten bis maximal 100 Euro bzw. die Kosten für Kostenvoranschläge bis zu 45 Euro übernommen. Dies soll zu einer Stärkung der regionalen Wirtschaft und zur Sicherung tausender Arbeits- und Ausbildungsplätze in den Wiener Fachbetrieben führen. Auf diese Weise soll für Verbraucher ein Anreiz geschaffen werden, alte Geräte und kaputte Gegenstände fachgerecht reparieren zu lassen. Ab Montag, den 21. September kann der Wiener Reparaturbon online bezogen werden. Er ist in allen Partnergeschäften, die beim Wiener Reparaturnetzwerk registriert sind, einlösbar. Für den Zeitrahmen 2020 bis 2023 hat die Stadt Wien ein Gesamtbudget 1,6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung der Aktion liegt bei der Umweltschutzabteilung (MA 22)

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