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Pflegenotstand: „24-Stunden-Betreuerinnen bald nicht mehr leistbar“

Die Fachgruppe Personenbetreuung und Personenberatung der Wirtschaftskammer Wien fordert eine Förderungs-Erhöhung – Tasotti: „Die 24h Betreuung ohne finanzielle Verbesserung weiterhin nur zu ‚dulden‘, droht diese zu zerstören.“

Krankenpflege
© adobestock/robert kneschke

Der stellvertretende Obmann der Fachgruppe Personenbetreuung und Personenberatung in der Wirtschaftskammer Wien, Mario Tasotti, nimmt Stellung zur 24-Stunden-Betreung: „Mit der Inflationsanpassung der staatlichen Förderung für die 24-Stunden-Betreuung kann nicht bis Herbst gewartet werden. Angesichts der enormen Teuerungswelle ist die Förderung unmittelbar jetzt zu erhöhen. Hier liegen wir auf einer Linie mit Caritas und Hilfswerk. Diese Förderung wurde nicht ein einziges Mal, seit deren Einführung im Jahr 2007, der Inflation angepasst.“

Die enorme Teuerungswelle frisst den betreuten Menschen ihr Geld regelrecht weg, da wird bald zu wenig zur Verfügung stehen, um die Betreuung zu finanzieren. Wenn diese Menschen dann nicht mehr betreut werden können, steuern wir auf menschliche Katastrophen zu.
Mario Tasotti

Tasotti erklärt auch, dass die Gespräche der Sozialpartner über eine Verbesserung der Möglichkeiten einer Anstellung einzelner Betreuerinnen unabhängig von der Inflationserhöhung der Förderung behandelt werden müssen: „Wir brauchen jetzt sofort die überfällige Erhöhung der staatlichen Förderung aus dem Sozialministerium von derzeit 550 Euro. Die enorme Teuerungswelle frisst den betreuten Menschen ihr Geld regelrecht weg, da wird bald zu wenig zur Verfügung stehen, um die Betreuung zu finanzieren. Wenn diese Menschen dann nicht mehr betreut werden können, steuern wir auf menschliche Katastrophen zu. Es ist auch nicht einsichtig, warum die beiden Themen ‚Anpassung der Förderung‘ und ‚Anstellung von Betreuerinnen‘ miteinander verknüpft werden müssen.“

Förderungs-Erhöhung von 550 Euro auf 700 Euro

Laut Tasotti würde eine Anstellung von Betreuerinnen, falls dabei die gleiche Leistung zu erbringen sei wie von einer selbständige 24-Stunden-Betreuerin, nur in ganz wenigen Fällen realisiert werden, weil es sich maximal ein Prozent der zu betreuenden Menschen leisten könnten. Der Großteil der 4.500 Menschen (30.000 Menschen in Österreich), die von rund 9.500 24-Stunden-Betreuerinnen in Wien (rund 60.000 24-Stunden-Betreuerinnen in Österreich) betreut werden, würde hingegen weiterhin auf das bewährte bisherige Modell mit selbständigen Personenbetreuerinnen setzen.  „Die Anstellung von Betreuerinnen ist angesichts der prekären Situation ein Randthema, mit dem sich die Politik besser nach den aktuellen Krisen beschäftigen sollte.

Momentan geht es um

  1. die Anpassung der Förderung an die Inflation und damit um eine Erhöhung von 550 Euro auf rund 700 Euro und
  2. die von der ÖQZ-24 Allianz geforderte zusätzliche Anhebung der Förderung in Form eines Qualitäts- bzw. Fairnessbonus, damit sich die Klienten faire Honorare für die Betreuerinnen und die im ÖQZ-24 vorgesehenen Maßnahmen zur Qualitätssicherung leisten können.“



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