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Pensionen wird es in Zukunft geben, ungewiss ist, wie hoch sie sein werden

Die staatliche Pension als „erste Säule” zur Grundversorgung wird von niemandem in Frage gestellt. Allerdings wird es, um den Lebensstandard zu halten nötig sein, noch andere Instrumente zur Vorsorge für das Alter einzusetzen. Drei Experten rufen auf, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Christoph Badelt, Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO).
© wifo Christoph Badelt, Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO).

Anlässlich der Woche der Wiener Wirtschaft haben drei Experten Fragen dazu beantwortet, ob es in Zukunft eine Versorgungslücke bei Pensionen geben wird und wie man sich dagegen schützen kann. Es läuft darauf hinaus, dass jeder sich informieren und zusätzlich absichern sollte.

Pension nicht völlig dem Staat überlassen

Christoph Badelt, Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) sagte, dass man den Menschen reinen Wein einschenken müsse. Die staatliche Pension hätte nur mehr den Charakter einer Grundsicherung. „Der Anteil allein der Aufwendungen für Pensionsleistungen wird von heute knapp 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2035 auf 15 Prozent steigen. Das klingt nicht viel, aber der eine Prozent-Punkt Plus bedeutet vier bis 4,5 Milliarden Euro Pensionsausgaben mehr”, so Badelt. Weiters meinte er, die Diskussion um die nächste Pensionsreform werde zu eng und kurzfristig geführt. Man müsse sich unter anderem mehr Gedanken zur Rolle des Staats bei der Altersvorsorge und den Anteil der altersbezogenen Staatsausgaben an den Ausgaben insgesamt bemessen.

„Ich persönlich glaube, dass man die Pension nicht völlig dem Staat überlassen kann. Man muss kein Versicherungsvertreter sein, um zu sehen, dass eine Ergänzung mittels zweiter und dritter Säule, betrieblicher und privater Vorsorge, sinnvoll und vernünftig ist”
Christoph Badelt

Vorsorgen ist kein Sprint sondern ein Marathon

Eric Samuiloff, Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister der WK Wien.
© Florian Wieser Eric Samuiloff, Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister der WK Wien.

Eric Samuiloff, Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Wien möchte nicht von „Altersvorsorge”, sondern lieber von „Lebensstandardsicherung” reden. „Ich möchte vorausschicken, dass es mir bei der Pensionsfrage nicht um politischen Klassenkampf geht, sondern um eine faktenbasierte Diskussion. Ja, die umlage- und budgetfinanzierten Pensionen sind sicher. Was nicht sicher ist: wie hoch sie in Zukunft sein werden”, so der Experte. Durch die erfreuliche Tatsache, dass wir immer älter werden, nimmt auch die Zahl der Pensionisten gegenüber den Erwerbstätigen zu. Irgendwann sei die Grenze des Umlagesystems erreicht. Samuiloff rät, dem Pensionskontoauszug mehr Beachtung zu schenken und ihn als Ausgangsbasis zu verwenden, mit der man in eine Pensionsberatung gehen kann.

„Die Bedürfnisse und das Verhalten, also unser Lebenswandel im Alter verändern sich ja. Was bleibt ist: Es kostet. Um seine Bedürfnisse im Ruhestand finanzieren zu können, sollte man in der Aktivzeit Betriebliche Altersvorsorgeangebote (die Zweite Säule) nützen oder verlangen, und mittels Ansparplan privat einen Kapitalstock aufbauen (als dritte Säule)”
Eric Samuiloff

Er empfiehlt die Beratung bei Experten, die die individuell richtigen Instrumente dazu kennt. „Googeln reicht nicht, da ist das persönliche Beratungsgespräch wichtig. Nur dort werden alle richtigen und wichtigen Fragen gestellt und beantwortet”, ist sich Samuiloff sicher. 


Wichtig ist der erste Schritt

Helmut Mojescick, Wiener Obmann der Fachgruppe der Versicherungsmakler
© Florian Wieser Helmut Mojescick, Wiener Obmann der Fachgruppe der Versicherungsmakler

Helmut Mojescick, Wiener Obmann der Fachgruppe der Versicherungsmakler erzählt aus seinem Erfahrungsschatz. Die Größe der etwaigen Versorgungslücke hänge von mehreren individuellen Faktoren ab.

„Es ist fast egal, welchen man da macht - wichtig ist, den ersten Schritt zu setzen und sich mit dem Thema immer wieder auseinander zu setzen. Ein guter Weg ist, sich einen Spezialisten zu suchen, dem Sie vertrauen. Und eine Zweitmeinung kann auch nie schaden”
Helmut Mojescick

Dabei brauche man sich nicht von den so oft beschworenen Null-Zinsen abschrecken zu lassen. „Warum Nullzinsen? Ich kenne einige Kunden, die 2019 nach Kostenabzug 20 bis 25 Prozent Wertsteigerung bei einem Aktienanteil von 60 Prozent in ihrem Depot hatten. Es war ein wirklich gutes Jahr und es geht natürlich nicht immer so, aber vier bis sechs Prozent sehe ich durchaus als machbar.” Seiner Meinung nach haben Aktien in den letzten 100 Jahren alle anderen Veranlagungsformen geschlagen. Immobilien, eine „Vorsorgewohnung” hätten ebenfalls durchaus ihre Berechtigung. Wie bei allen Produkten gäbe es hier Vorteile und Nachteile - die gewählte Variante müsse eben individuell zum Menschen passen.


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