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Österreichs Bau-Lehrlinge starten in digitale Ausbildung

106 Lehrlingsanwärter bei Aufdingfeier für Maurer, Tiefbauer und Schalungsbauer in der BAUAkademie

Die frisch aufgedungenen Lehrlinge der Landesinnung Bau Wien und des Fachverbands der Bauindustrie
© Bernhard Wolf/BAUAkademie Wien Die frisch aufgedungenen Lehrlinge der Landesinnung Bau Wien und des Fachverbands der Bauindustrie

Aufdingen – so heißt der alte Fachbegriff für das Aufnehmen neuer Lehrlinge in die Bau-Wirtschaft. Am 22. November war es am Lehrbauhof Ost der BAUAkademie Wien in Guntramsdorf wieder soweit: Wie seit über 700 Jahren bekannten sich die jungen Bau-Lehrlinge im traditionellen Festakt zu den Werten ihrer Zunft und wurden somit in diese aufgenommen. Damit beginnt für sie ein  mehrstufiger Ausbildungsprozess, den sie bis zum Baumeister fortführen können. Doch war diesmal etwas anders: ab heuer steht die Digitalisierung im Fokus der Lehrlingsausbildung.             

Aufdingfeier 2018

Die zeremonielle Einführung der Lehrlinge entsprach noch ganz der vertrauten Abfolge. In seiner Begrüßung wies der Bürgermeister von Guntramsdorf, Robert Weber MSc., auf die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Lehrbauhof Ost/BAUAkademie Wien hin und bedankte sich für die fachgerechte Renovierung der Weingartenkapelle. Der diesjährige Festakt in der BAUAkademie Wien in Guntramsdorf wurde mit einer Gesprächsrunde eingeleitet, in der der Innungsmeister der Landesinnung Bau Wien, DI Dr. Rainer Pawlick, sowie Bmstr. Ing. Josef Pein vom Fachverband der Bauindustrie den versammelten Festgästen die tollen Chancen und hervorragenden Aufstiegsmöglichkeiten in ihrer Ausbildung erläuterten. So sind gut ausgebildete österreichische Facharbeiter auch international sehr gefragt. In Österreich bieten sich nach absolvierten Weiterbildungen Karrierechancen bis zum Baumeister mit eigenem Unternehmen. Danach wurde Thomas Meixner von der Firma Millik & Neffe als vor zwei Jahren ausgelernter Maurer sowie Schalungsbauer und damit selbst Absolvent der BAUAkademie Wien auf die Bühne gebeten. Er erinnerte sich an seine eigenen Lehrjahre und gab dem Nachwuchs einen begeisterten Einblick in den Praxisalltag seines Berufes: „Meine Arbeit ist abwechslungsreif, meine Chefs lassen mich schon jetzt verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und deshalb macht mir mein Beruf viel Spaß!“

Die beliebte Kabarettistin und Schauspielerin Angelika Niedetzky moderierte den Abend und leitete im Anschluss zum Höhepunkt über: der eigentlichen Initiation, bei der zwei Lehrlinge stellvertretend für ihren Jahrgang durch DI Dr. Pawlick und Bmstr. Ing. Pein mittels Handschlag aufgedungen wurden.  Eine Schriftrolle mit den Namen aller neuen Lehrlinge wurde anschließend als Symbol der immerwährenden Verbundenheit eingemauert, und in der Aula der BAUAkademie Wien versetzte man, wie jedes Jahr, einen Ziegelstein mit der aktuellen Jahreszahl. So vertraut die traditionellen Gebräuche  waren, so neu wird die nun folgende Ausbildung. 

„Durch unser triales Ausbildungssystem waren unsere Fachkräfte schon bisher, auch international gesehen, absolute Spitze. Mit der Ausrichtung der Lehre auf digitale Inhalte können wir den Vorsprung der heimischen Bau-Wirtschaft  sicherstellen und noch weiter ausbauen.“
DI Dr. Rainer Pawlick, Landesinnungsmeister Bau Wien

Heißt es künftig „Aufdigidingen“?

Gleichwohl man immer auf der Höhe der Zeit sein sollte, bedeutet das nicht, dass man das Rad neu erfinden muss. Bewährtes bleibt. Für die Ausbildung in der Bau-Wirtschaft bedeutet das: Das triale Erfolgsmodell wird auch in Zukunft das Maß der Dinge sein. Dieses österreichische Spezifikum zeichnet sich dadurch aus, dass die duale Ausbildung in Theorie und Praxis durch ein drittes Standbein ergänzt wird: den BAUAkademien. Sie stellen nicht nur die zwischenbetriebliche Aus- sondern auch Weiterbildung sicher und bilden damit das Fundament für lebenslanges Lernen. Ein Berufsleben lang sind sie wiederkehrende Anlaufstelle für sämtliche Fachkräfte der Baubranche. Insgesamt gibt es in Österreich acht BAUAkademien, und der Lehrbauhof Ost in Guntramsdorf gehört von Anfang an dazu. 

Die Struktur bleibt also. Die Inhalte werden jedoch angepasst. Die Digitalisierung durchdringt alle Lebensbereiche, und wer sich darauf einstellt, wird gewinnen. Darum wird bei den Lehrlingen der Bauwirtschaft künftig ein besonderer Schwerpunkt auf digitalen Kompetenzen gelegt.  Die Jung-Maurer, Jung-Schalungsbauer und Jung-Tiefbauer erlernen neue Arbeitstechniken, wie z.B. die digitale Vermessung. Elektronisches Datenmanagement  ist ebenso Teil der Lehre, wie vertiefende Lehrgänge, etwa für Bau-Betriebswirtschaft. Die digitale Wissensplattform „e-baulehre“ erlaubt anwenderorientiertes e-Learning und ein neues Tool namens „BauMaster“ unterstützt speziell die Lehrlinge bei der Baudokumentation. Ab dem zweiten Lehrjahr erhalten nun alle Baulehrlinge zudem kostenfrei ein Tablet inklusive Internetzugang, das nach erfolgreich absolvierter Lehrzeit in ihr Eigentum übergeht. Fast müsste man sagen, der heurige Jahrgang wurde erstmals aufgedigidingt. 

Zukunftsfit mit Benefits

Kaum verwunderlich, dass die moderne Ausbildung beim Bau-Nachwuchs großen Anklang findet. Das Baugewerbe bietet davon abgesehen aber noch weitere, etablierte Vorteile. Zum einen genießen die heimischen Bau-Fachkräfte weltweit einen hervorragenden Ruf und sind sehr gefragt. Ihre Top-Qualifikationen stellen sie bei internationalen Wettbewerben wie den „Euro Skills“ und „World Skills“ unter Beweis, bei denen Österreicher regelmäßig unter den absoluten Spitzenplätzen zu finden sind. Ein weiterer Grund, sich für eine Baulehre zu entscheiden, sind die gesicherten Zukunftsperspektiven. Weiterbildungsmöglichkeiten und lebenslanges Lernen halten die Motivation auch nach Jahrzehnten im Berufsalltag hoch. Das bestätigen langgediente Fachkräfte immer wieder, ebenso wie die befriedigende Erkenntnis, „dass in diesem Beruf persönliche Leistung noch etwas wert ist“. Und nicht zuletzt sind die guten Verdienstmöglichkeiten ein schlagendes Argument. Bereits während der dreijährigen Ausbildung zum Maurer, Tiefbauer oder Schalungsbauer werden die Lehrlinge signifikant besser bezahlt als in anderen Berufssparten. Schon während – und erst recht nach dem Lehrabschluss - eröffnen Spezialisierungen jedem einzelnen, sich auf Teilbereiche des Gewerbes zu konzentrieren und jene Perspektiven verfolgen zu können, die für ihn persönlich am attraktivsten sind.


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