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Öffentliche Ausschreibungen als Chance für kleine Betriebe

Öffentliche Auftraggeber wie Bund, Länder, Gemeinden und Unternehmen die ihnen gehören, unterliegen dem Vergaberecht. Kleine und mittlere Betriebe sollen nun leichter Zugang zu diesen Aufträgen finden. Es gibt zahlreiche Plattformen für die Suche nach Ausschreibungen.

Durch das Bundesvergabegesetz 2018 soll es kleinen und mittleren Betrieben leichter gemacht werden, an  öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen.
© turgaygundogdu/Shutterstock Durch das Bundesvergabegesetz 2018 soll es kleinen und mittleren Betrieben leichter gemacht werden, an öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen.

Laut einer Studie des Auftragnehmerkatasters Österreich (ANKÖ) wurden 2015 in Österreich 61,7 Milliarden Euro an österreichischen Ausschreibungen vergeben. Durch das Vergaberecht sollen öffentliche Aufträge an befugte, leistungsfähige und zuverlässige Unternehmen zu marktgerechten Preisen vergeben werden. Klein- und Mittelbetriebe (KMU) haben durch die Bewerbung um diese öffentlichen Aufträge Chancen auf zusätzliche Auslastung des Unternehmens.

Erster Schritt: Ausschreibungssuche

Der Wert des zu vergebenden Auftrags entscheidet über die Veröffentlichungspflichten und die Wahl des Verfahrens. Österreichische öffentliche Auftraggeber sind verpflichtet, ihre Ausschreibungen öffentlich bekannt zu machen. Oberhalb der Schwellenwerte muss, unterhalb der Schwellenwerte kann EU-weit publiziert werden. Die einzelnen öffentlichen Auftraggeber haben ihre Ausschreibungen auf ihren offiziellen Webseiten veröffentlicht. Diese Vergaben werden aber auch von Informationsplattformen erfasst, gebündelt, ausgewertet und durchsuchbar im Internet zur Verfügung gestellt. In den meisten Fällen führt nur ein Klick direkt zu den aktuellen Ausschreibungen. Seit 1. März können beispielsweise Unternehmer im Unternehmensserviceportal (USP) nach geeigneten Ausschreibungen suchen. Das Ausschreibungsservice ist kostenlos und ohne zusätzliche Anmeldung zeigt es alle nach dem österreichischen Bundesvergabegesetz veröffentlichten Ausschreibungen. Andere Plattformen, wie der ANKÖ,  bieten zusätzlich zur Suche noch andere Services. Dort kann man sich beispielsweise als „geeigneter Unternehmer” registrieren lassen. Das bedeutet, Unternehmen können Nachweise für ihre Eignung zugänglich machen. Die Dokumente können für mehrere Vergabeverfahren genutzt werden. Die Suche nach geeigneten Ausschreibungen ist aber nur der erste Schritt.

Zweiter Schritt: Mitbieten

Hat man eine geeignete Ausschreibung gefunden, muss man sich registrieren und die verlangten Unterlagen zusammenstellen. Bieteranfragen können ebenfalls direkt an den Auftraggeber gestellt und von diesem auch direkt über die Plattform beantwortet werden. Im Gegensatz zur klassischen Vergabe läuft bei der E-Vergabe die Kommunikation zwischen Unternehmen und öffentlichen Auftraggeber elektronisch und nicht auf Papier ab. Eine gute, zeitgerechte Vorbereitung ist wichtig.  Ebenfalls sollte man bereits im Vorfeld auf die rechtzeitige Freischaltung der elektronischen Signatur achten, denn abschließend werden die unterzeichneten Unterlagen vom Bieter hochgeladen, verschlüsselt und elektronisch signiert. Empfehlenswert ist die Einrichtung der Handysignatur. Erst nach Ablauf der Abgabefrist kann der Auftraggeber die Angebote vom Server abrufen, diese prüfen und bewerten.

 

Vergabeplattformen 

Seit 1. März müssen alle öffentlichen Auftraggeber Daten zu ihren Vergabeverfahren bereitstellen: auf www.data.gv.at

 

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