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Normen müssten für alle frei sein

Mit Information, Weiterbildung und einem freien Zugang zu Normen und Vorschriften unterstützt die Fachgruppe ihre Mitglieder. Auch die Vernetzung der Betriebe untereinander ist wichtig, sagt Fachgruppenobmann Roman Weigl

Daniel Schaler
© Daniel Schaler

Die rund 1300 Wiener Ingenieurbüros sind hochspezialisierte technische Consulter, die ihre Kunden bei der Planung, Dimensionierung und Realisierung von Projekten beraten und begleiten. Sie sind in mehr als drei Dutzend Fachbereichen tätig - „entsprechend den Ausbildungszweigen der heimischen Bildungslandschaft”, sagt Fachgruppenobmann Roman Weigl. Was alle verbindet: „Sie agieren unabhängig im Interesse und Auftrag der Kunden.” Primär sind das Investoren und Bauherren, die umfangreichere technische oder bauliche Projekte realisieren.  Als wichtigste Serviceleistung der Fachgruppe bezeichnet Weigl die regelmäßige Information der Mitglieder über aktuelle technische Entwicklungen sowie Weiterbildungsveranstaltungen für alle Fachbereiche - von der Gebäudetechnik über Energieoptimierung bis zu Brandschutz- und andere Normen.

„Wir fördern Vernetzung, weil Kooperationen in unserer Branchewichtig sind.”
Roman Weigl, Fachgruppenobmann

Normen stellen für die Ingenieurbüros überhaupt eine essenzielle Arbeitsgrundlage dar. Deshalb haben sie über die Fachgruppe kostengünstig Zugang zu einem Normenpaket, bei dem jeder Betrieb für zehn Jahre Zugang zu 200 frei wählbaren Normen hat - laufende Updates inklusive. „Das ist für unsere Mitglieder ein gutes Arbeitsinstrument und eine wichtige finanzielle Entlastung”, sagt Weigl. Zudem arbeiten Branchenvertreter laufend an neuen Normen und Gesetzen mit - „wichtige Interessenvertretungsarbeit”, lobt Weigl das diesbezüglich hohe Engagement der Branchenvertreter.

Normen sollten generell frei zugänglich sein

„Ihre Anwendung steht ja im öffentlichen Interesse.” Dass die Betriebe jetzt dafür zahlen müssen, sei ein erhebliches Markthindernis. Auch die Vernetzung in der Branche ist der Fachgruppe ein Anliegen, das sie mit regelmäßigen Events wie dem Obmannfrühstück oder dem Sommerfest forciert. „Die Spezialisierung und die kleinbetriebliche Struktur machen Kooperationen in unserer Branche oft notwendig und sinnvoll”, betont Weigl. Ein wichtiger Erfolg sei mit der Einstufung der Ingenieurbüro-Befähigungsprüfung auf Stufe sechs des Nationalen Qualifikationsrahmens gelungen - vor allem im internationalen Vergleich und für Branchenunternehmer ohne akademischen Abschluss wertvoll, so Weigl.

Ingenieurleistungen zahlen sich im Gesamtprojekt zigfach aus

Besonders stolz ist der Obmann auf den von ihm initiierten Zero Emission Cities-Kongress. Der Event, der im Jänner 2020 zum zehnten Mal in Wien stattfindet, hat sich zum spartenübergreifenden, zukunftsweisenden Event für Nachhaltigkeitsthemen etabliert. „Die Leistungen der Ingenieurbüros sind dadurch auch in der öffentlichen Wahrnehmung präsenter geworden”, so Weigl. Zu Recht, betont er, denn: „Jeder Euro, der in Leistungen der Ingenieurbüros gesteckt wird, zahlt sich in der Gesamtinvestition zehn- bis 20-mal aus.”


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