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Nicht alles muss genormt werden

Lehrlingsausbildung und der Kampf gegen Pfusch und Bürokratie stehen ganz oben auf der Agenda der Wiener Innung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker.

Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker
© Foto Weinwurm - www.fotoweinwurm.at

24 Lehrlinge, die im Vorjahr in Wien ihre Lehre als Hafner oder Platten- und Fliesenleger begonnen haben, waren vorige Woche zur Aufdingfeier in der Innung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker eingeladen (siehe oben). Durchaus beachtlich für die überschaubare Branche und ein Erfolg, den sich auch die Innung zurechnen darf. Vor zwei Jahren startete sie mit waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) und Arbeitsmarktservice (AMS) das Qualifizierungsprojekt Aqua für angehende Fliesenleger. Dabei werden über 20-Jährige von Betrieben ausgebildet - nach ihrem Bedarf, in verkürzter Lehrzeit und großteils gefördert vom AMS. Diese Initiative habe definitiv zur Erhöhung der Lehrlingszahlen beigetragen, sagt Innungsmeister Peter Kluhs. „Das Aqua-Programm ist wichtig, weil es dem Facharbeitermangel vorbeugt und Ausbildung für die Betriebe leistbarer macht.”

„Es fehlt an Wertschätzung für die Leistung des Handwerks.”
Peter Kluhs, Innungsmeister

Bei den Hafnern gelang es vor zwei Jahren, den Wiener Berufsschulstandort zu erhalten und die auf Länderebene schon fixierte Übersiedlung nach Niederösterreich zu verhindern. „Ein wichtiger Erfolg, sonst wäre die Ausbildung hier komplett verloren gegangen”, so Kluhs. In der kleinen Branche, die neben Mischbetrieben nur rund ein Dutzend reine Hafner umfasst, gibt es heuer immerhin vier neue Lehrlinge.

Verdacht auf Schwarzarbeit melden

Noch stärker als Hafner stünden Fliesenleger unter Preisdruck - wie alle baunahen Branchen vor allem durch Billigstkonkurrenz aus dem Osten, sagt Kluhs. Auch Pfusch ist ein leidiges Thema, vor allem jener im großen Stil. Fliesenleger arbeiten meist im Inneren, Schwarzfirmen bleiben oft unbemerkt und unbehelligt. Die Interessenvertretung appelliert daher, jeden Verdacht auf Schwarzarbeit zu melden, „entweder in der kammereigenen Pfuscherbekämpfungsstelle oder bei der Finanzpolizei”, betont Kluhs. Das sei wichtig, um einen fairen Wettbewerb zu erhalten.

Wertschätzung für die Leistungen der lokalen Handwerksbetriebe

Ein Dorn im Auge ist dem Branchenvertreter auch das ausufernde Normenwesen. „Wir müssen weg von diesem Normierungswahn”, so Kluhs. Für seine durchwegs kleinen Mitgliedsbetriebe sei es unmöglich, die Flut an Vorschriften zu überblicken. „Deshalb braucht es eine Vereinfachung. Dafür setzen wir uns im Normenausschuss auch ein.” Auch im Vergabewesen sei die Bürokratie eine große Hürde. Kleinere Auftragslose und mehr Direktvergaben im öffentlichen Bereich statt endlose Sub-Vergaben durch Generalunternehmer würden das lokale Handwerk unterstützen. Ganz generell vermisst Kluhs Wertschätzung für die Leistungen der lokalen Handwerksbetriebe. Daraus folge die fehlende Bereitschaft, deren Arbeit entsprechend zu honorieren. Und auch Imageprobleme - die laut Innungsmeister in der Stadt stärker wiegen als am Land. „Es ist hier etwas schwieriger, qualifizierte Jugendliche für die Lehre als Hafner oder Fliesenleger zu gewinnen.”


Branchenfakten

Die Wiener Innung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker zählt 212 aktive Mitgliedsbetriebe, davon 169 Platten- und Fliesenlegerbetriebe, 27 Hafner und 16 Keramikerbetriebe. Derzeit werden in der Bundeshauptstadt 47 Platten- und Fliesenlegerlehrlinge ausgebildet, davon 20 im ersten Lehrjahr.  Bei den Hafnern gibt es derzeit fünf Nachwuchskräfte, davon sind vier im ersten Lehrjahr.



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