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Neuer Trend Influencer-Marketing

Influencer-Marketing ist in Österreich angekommen und wird nach Meinung von Experten weiter wachsen. Nicht nur große Konzerne können von dem neuen Trend profitieren, auch Klein- und Mittelbetriebe und EPUs können über soziale Medien ihre Kunden erreichen - wenn sie technisches Know-how haben und die Mechanismen des Influencer-Marketings verstehen.

Influencerin Lisa Sophie Stejskal
© Lisa Sophie Stejskal Influencerin Lisa Sophie Stejskal

Sie spielen live Videogames auf Twitch oder lesen dort Märchen vor, stellen professionell gefertigte Videos auf Youtube, präsentieren  sich mit Bildern und Texten auf Kanälen wie Facebook und Instagram oder senden Kurznachrichten auf Twitter. Und sie verdienen damit Geld. Die Rede ist von Influencern, einer neuen Berufsgruppe, die auch in Österreich immer mehr Beachtung findet. „Wer Jugendliche in seinem Umfeld hat, weiß,  dass Influencer schon heute einen erheblichen Impact haben. Und der wird noch größer werden, weil sich die Zielgruppen von Influencern erweitern”, sagt Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Wien.

„Durch Influencer-Marketing ergeben sich viele neue Chancen für Unternehmen.”
Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information & Consulting der WK Wien

Das sieht auch Lisa Sophie Stejskal so. Sie ist seit mehreren Jahren als Influencerin aktiv, seit zwei Jahren kann die studierte PR- und Marketingexpertin davon leben. Sie konzipiert, produziert und schneidet deutsch- und englischsprachige Videos, die sie wöchentlich auf Youtube online stellt. Ihre Kanäle heißen meineversion.com und cutelifehacks und haben im deutschsprachen Raum 250.000 Follower, im englischsprachigen Raum sogar 2,2 Millionen Fans.

Mit Bastel-Videos zum professionellen Influencer

„Ich habe als PR-Beraterin gearbeitet und liebe Basteln. Anfangs habe ich spaßhalber Bastel-Videos gemacht und hochgeladen - als Ausgleich zum Job”, erzählt sie. Bald habe sie eine Anfrage eines Verlagshauses bekommen und wöchentlich Videos für diesen ersten Kunden produziert. Und sich dann zum Umstieg auf eine Karriere als Influencerin entschieden, die sie nun professionell betreibt - inzwischen mit einer Freundin, die ebenfalls Videos aufnimmt, und mit zwei Angestellten für Assistenz, Fotografie und Schnitt. „Sonst ist das gar nicht mehr machbar”, so Stejskal. Denn in einem professionell betriebenen Influencer-Kanal auf z.B. Youtube steckt viel Arbeit. „Wir machen  internationales Trend-Monitoring, erstellen Konzepte, filmen, schneiden und nehmen uns viel Zeit für den Kontakt mit Followern”, so Stejskal. „Es ist ein hartes Business mit viel Konkurrenz.” Denn Videos gebe es zuhauf und aus der ganzen Welt - ob sie erfolgreich sind,  entscheidet das Publikum.

„Es ist so einfach wie nie zuvor, seinen eigenen Fernsehsender zu machen.”
Christoph Poropatits, Unternehmensberater,  Assembell GmbH.

„Influencer sind mittlerweile ein globales Phänomen”, bestätigt auch Unternehmensberater Christoph Poropatits von Assembell. Er hat in Dublin und London bei Google und Youtube gearbeitet und Influencer beim Aufbau ihres Geschäfts unterstützt. „Es ist so einfach wie nie, seinen eigenen Fernsehsender zu machen”, so Poropatits. Youtube und Co sind meist auch die ersten, die mit erfolgreichen Influencern Geschäftsbeziehungen starten. „Ab 10.000 Fans hat man auf Youtube die Möglichkeit, Werbung zu schalten, ab 100.000 Fans kann man davon leben”, sagt Poropatits. Welche Werbung geschaltet wird, bestimmen die Plattformen, erklärt Stejskal, „darauf habe ich keinen Einfluss.”

„Der Fit zwischen Influencer und Kunde muss passen, es geht um Authentizität.”
Sandra Thier, Managing Partner Diego5 Studios, Branded Entertainment Austria.

Influencer-Marketing, die Kooperation mit Unternehmen, die Influencer in ihre Werbestrategie einbinden, ist ein weiteres Standbein erfolgreicher Influencer. „Influencer-Marketing ist inzwischen in allen Marketingabteilungen angekommen”, sagt Sandra Thier, Gründerin und Managing Partner der Agentur Diego5 Stdios, die das neue Geschäftsfeld als eine der ersten in Österreich bearbeitet hat. Als Contentagentur bietet Diego5 Studios seinen Kunden Online-Marketingstrategien und baut dazu selbst Influencer auf und betreut sie.

Wichtig ist der gute Fit von Influencer und Kunden

Bei erfolgreichen Influencer-Marketingkampagnen komme es auf einen guten Fit von  Marke bzw. Produkt des Kunden und dem Influencer an, betont Thier. Passe dieser, habe Influencer-Marketing viele Vorteile gegenüber z.B. klassischer Printwerbung. „Influencer-Marketing ist nachhaltig. Influencer sind auf vielen Plattformen gleichzeitig aktiv, es gibt keine zeitlichen oder territoralen Eingrenzungen. Eine Zeitung oder Zeitschrift wirft man weg, wenn man sie gelesen hat. Einmal online gestellte Videos sind immer verfügbar und können auch nach Jahren noch viral gehen”, sagt Thier. Das Internet erlaube zudem den direkten Austausch des Influencers mit seinen Followern - von der Pre-Produktion bis nach der Ausstrahlung. „Als Kunde zahlt man für die Contentproduktion, die Reichweite und die Chance auf weiteren Nutzen, der später noch dazukommt”, erklärt Thier. Influencer-Marketing sei daher besonders gut für die Schaffung von Marken-Awareness und Themensetting geeignet. Unternehmen können Influencer für eine einmalige Kooperation buchen, „für einen Post, eine Story, ein Video - ich empfehle aber langfristige Kooperationen”, sagt Thier. Denn damit binde man Influencer auch an das Unternehmen und verhindere, „dass der Influncer übermorgen beim Mitbewerb ist.” Influencer-Marketing sei aber nicht nur etwas für große Konzerne. „Unternehmen können auch selbst coolen Content produzieren”, so Thier. Und zwar unabhängig von ihrer Größe. Es müsse auch nicht immer der Chef in der Auslage stehen, „man kann auch Mitarbeiter einsetzen, denen das vielleicht mehr Spaß macht und die bereits das technische Know-how haben.” Denn auch wenn Unternehmen selbst Influencer-Marketing machen, zählen Authenzität und Spaß an dieser Arbeit ebenso wie die Professionalität der Beiträge.  Zudem arbeiten viele Influencer auch gerne mit jungen oder kleinen Unternehmen, wenn sie Produkt oder Marke toll finden, sagt Stejskal. „Es ist eine Authentizitätsfrage, es muss passen.” Sie lehne daher auch viele Anfragen ab, wenn der Fit nicht stimme.

Authentizität ist Trumpf

Das sagt auch die Wiener Bloggerin Leonie-Rachel Soyel, die auf Instagram und anderen sozialen Medien postet. Sie hat ihre Influencer-Karrierere bereits als Jugendliche begonnen, denn sie habe immer schon gerne geschrieben. Mit 15 Jahren habe sie zum Thema Mode zu bloggen begonnen. Vor vier Jahren hat die 29-Jährige ihre bisherigen Jobs aufgegeben, um hauptberuflich zu bloggen. Sie schreibt inzwischen zu einer Vielfalt an Themen und verdiene Geld durch Kooperationen. Firmen kaufen Beiträgen, in denen sie die jeweiligen Produkte bewerbe. Dafür habe sie eine Preis-Leistungsliste und sie kennzeichne diese Beiträge als Werbung - wie es das Mediengesetz vorschreibt, erzählt sie. „Wenn ein Auftrag nicht zu mir passt, lehne ich das Angebot ab. Denn die Beiträge müssen authentisch rüberkommen”, betont sie.

 Influencerin Kim Lianne
© Kim Lianne Influencerin Kim Lianne

 

Erfolgreiche Influencer

Zu den erfolgreichsten österreichischen Influencern zählen der Energydrink-Hersteller Red Bull ebenso wie die Bastelshow Cute Lifehacks von Lisa oder die Youtuberin Kim Lianne. Sie testet Produkte auf schrille Art und Weise und hat damit auf Youtube mehr als eine Million Follower. Es gibt aber auch Influencer wie Survival Lilly, die zeigt, wie man Feuer macht oder im Wald eine Unterkunft baut. Sie hat 751.791 Abonnenten auf youtube und mehr als 41.000 Follower auf Instagram und einen eigenen Webshop. Chaosflo44 spielt live Video-Spiele und kommentiert sie. Er hat mehr als eine Million Abonnenten, die ihm beim Spielen zusehen und vertreibt seine eigenen Fanartikel. Die deutsche MarmeladenOma liest Märchen vor und erzählt aus ihrem Leben. In a nutshell erklärt komplexe Themen in kurzen Zeichentrickfilmen und ist als Nebenprodukt einer deutschen Werbeagentur entstanden.


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