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Nährboden für neue Ideen

Wiener Gründer erzählen, wieso Wien für sie der beste Standort ist, um ein Unternehmen zu gründen, und wo angehende Selbstständige noch Unterstützung brauchen.

Planen einen weiteren Standort im Ausland: Jonathan Wittenbrink und Larissa Andres, Gründer Jola KG
© Florian Wieser Planen einen weiteren Standort im Ausland: Jonathan Wittenbrink und Larissa Andres, Gründer Jola KG

In Wien schießen neue Unternehmen wie Pilze aus dem Boden. Fast wie die Pilze, die Wolfgang Hinterdobler und René Lux in ihrem Labor im 12. Bezirk züchten. Die beiden Unternehmer haben im Vorjahr die MyPilz GmbH gegründet - eines von 9051 Unternehmen, die 2022 in Wien neu entstanden sind. „Unser tägliches Leben ist unvorstellbar ohne die besonderen Eigenschaften von Pilzen. Viele ihrer Inhaltsstoffe verwenden wir als Medikamente, wie Antibiotika. Enzyme von Holz abbauenden Arten nutzen wir zur Herstellung von Papier und modernen Biotreibstoffen. Und nicht zu vergessen, sie erfüllen unzählige Funktionen in stabilen Ökosystemen und sind hauptverantwortlich für gesunde Böden, ob im Wald oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen”, erzählt René Lux. Genau hier setzt das Wiener Start-up an: „Mit unserem Produkt ‚Finde Deinen Nützling’ ist es unseren Kunden möglich, Bodenpilze mit positiven Eigenschaften für den Pflanzenanbau aus der eigenen Erde zu isolieren und als Nützlinge auf dem Feld auszubringen”, schildert Lux.

„Wien bleibt Gründerhauptstadt.”
Walter Ruck

Guter Standort für Gründung

Dass Wien ein guter Nährboden für ihr Unternehmen sein würde, wussten die beiden Jungunternehmer bereits vor der Gründung. „Wir sind beide Wahlwiener aus Leidenschaft. Daher stellte sich für uns diese Frage, woanders zu gründen, anfangs gar nicht. Mittlerweile sind wir sehr froh über die Infrastruktur in Wien und die Nähe zu anderen Firmen und Universitäten. So bekommen wir bereits viele Bewerbungen von motivierten und qualifizierten Personen, die unsere Vision teilen”, erzählt Lux. Nächstes Ziel des Unternehmens: Wachsen. „Wir stehen am Anfang einer neuen Industrie zur Nutzbarmachung der Pilze und ihrer Eigenschaften. MyPilz will in den nächsten Jahren stark wachsen und auf diesem globalen Markt ein wichtiger Player werden”, ist Lux positiv.

Wiener Gründer bringen große Wertschöpfung

Genauso positiv ist auch die Gründerbilanz 2022, die WK Wien-Präsident Walter Ruck und Clemens Schmidgruber, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Wien soeben präsentierten: „Der Wirtschaftsstandort Wien hat die Folgen der Pandemie überdurchschnittlich gut bewältigt. Mit ein Beleg dafür ist auch die hohe Gründungsaktivität in unserer Stadt. Die Zahl der neu gegründeten Unternehmen in Wien hat einmal mehr die 9000er-Marke übersprungen. Damit bewegen wir uns schon fast auf dem Niveau von vor der Pandemie”, so Ruck. In Summe entfällt fast ein Viertel aller Gründungen in Österreich auf Wien. Diese generieren 17.200 Arbeitsplätze - der Wertschöpfungsbeitrag liegt bei 2,4 Milliarden Euro.

IT-Bereich gewinnt weiter

Nach Branchen betrachtet, verzeichnete die Sparte Gewerbe und Handwerk fast 40 Prozent aller Neugründungen. Ein Viertel haben in der IT- und dienstleistungslastigen Sparte Information und Consulting gegründet, 22 Prozent entfielen auf den Handel, acht Prozent auf den Tourismus und die Freizeitwirtschaft.

Jung, jünger, Gründer

Wien hat jedoch nicht nur bei den Gründungen die Nase vorne, sondern hat auch die jüngsten Gründer in ganz Österreich. „Das Durchschnittsalter der Wiener Gründerinnen und Gründer ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und liegt aktuell bei 36 Jahren - österreichweit bei 38 Jahren”, sagt Clemens Schmidgruber. „Das ist einmal mehr Beweis dafür, dass die Jungen voller Tatendrang stecken und bereit sind, neue Ideen und Innovationen voranzutreiben.”

Neues Gastrokonzept überzeugt

Zwei dieser „Jungen” sind Larissa Andres (24) und Jonathan Wittenbrink (31) - Gründer des Hauben-Restaurants „Jola” im ersten Bezirk. Das Unternehmerpaar hat im März 2022 ein Lokal am Wiener Salzgries eröffnet und überzeugt dort mit einem ganz besonderen Konzept: „Bei uns gibt es kein klassisches à la carte Menü, sondern einen Abend voller Essen, serviert in mehreren Gängen”, schildert Andres das ausschließlich vegane „Fine Dining”-Konzept. „Unser Ziel ist es, durch unsere Qualität zu überzeugen - nicht mit dem Argument, dass alle unsere Speisen vegan sind”, betont die 24-Jährige, die mit ihrer Ausbildung an der Tourismusschule Semmering sowie dem Studium Unternehmensführung an der FH Wien der WKW bereits früh den Grundstein für den Weg in die Selbstständigkeit gelegt hat.

Next Step: Expansion

Auch die beiden hegen den Wunsch, den globalen Markt zu erobern und ins Ausland zu expandieren: „Es war schon immer ein Traum von mir, irgendwann ins Ausland zu gehen”, erzählt Andres, die bereits einen Standort in Aussicht hat. „Bei unserer ersten Gründung haben wir gemerkt, wie schwer es sein kann, den richtigen Standort zu finden”, erzählt sie. Herausfordernd war für die beiden Gründer aber auch die Finanzierung: „Es ist gerade in dieser Branche nicht einfach, an Geld bzw. einen Kredit für die Lokalübernahme oder den Umbau zu kommen”, so Andres.

Beteiligungsfreibetrag gefordert

„Genau aus diesem Grund fordern wir als Junge Wirtschaft den Beteiligungsfreibetrag - als Anreiz für private Kapitalgeber, in österreichische Klein- und Mittlere Unternehmen (KMU) zu investieren”, erklärt Schmidgruber. Wichtig sei ein solches Anreizmodell auch für Start-ups, ist Schmidgruber überzeugt. „Der aktuelle Start-up-Monitor zeigt, Wien hat mit rund der Hälfte von österreichweit 3300 bestehenden Start-ups auch hier die Nase vorn. Denn: Wien ist ein Universitäts- und Wissenszentrum, Heimat vieler Forschungseinrichtungen und internationaler Headquarters und punktet durch seine hervorragende geografische Lage, Lebensqualität und Förderlandschaft. Kurz: Wien bietet für Start-ups und junge Unternehmen, die expandieren wollen, einen deutlichen Wettbewerbsvorteil - diesen gilt es weiter auszubauen.”

Wermutstropfen: Überlebensquoten in Wien

Ausbaubedarf gebe es auch bei den Unterstützungmaßnahmen für bereits gegründete Unternehmen. Denn: „Die Überlebensquote der Wiener Unternehmen ist leicht unter dem Österreichschnitt. Nach drei Jahren bestehen noch ca. 73 Prozent der Unternehmen”, so Ruck. Ein Grund dafür sind die verhältnismäßig niedrigen Markteintrittsbarrieren in Wien - „es wird in Wien kapitalärmer gegründet.” Dieser Trend könnte noch weiter anhalten, denn durch die Wandlung des Arbeitsmarkts in den „Arbeitnehmer-Arbeitsmarkt” wird der Wechsel in die Unselbstständigkeit einfach. Deshalb soll das Informations- und Schulungsangebot der WK Wien für Unternehmen während der ersten fünf Jahre weiter verstärkt werden.

Alle fünf Minuten eine Beratung im Gründerservice

Umfangreiche Unterstützung für werdende Unternehmen bietet bereits das Gründerservice der WK Wien. Im Vorjahr wurden mehr als 29.000 Gründungsberatungen durchgeführt – umgerechnet sind das zwölf Beratungen pro Stunde. Hauptanliegen sind hier vor allem Basisinformationen zum Gründen - wie Rechtsformen, aber auch Fragen zu Steuern und Sozialversicherung.

Workshops auf Ukrainisch

Besonders unterstützt hat das Gründerservice der WK Wien im vergangenen Jahr auch ukrainische Gründer. Etwa durch verschiedene Webseminare, die simultan ins Ukrainische übersetzt wurden und nach wie vor „On Demand” zur Verfügung stehen. Außerdem wurden Infomaterialien ins Ukrainische übersetzt und zur Verfügung gestellt. Olga Trofymova ist eine von 136 Gründern aus der Ukraine, die sich im Vorjahr in Wien selbstständig gemacht haben. „Ich habe bereits ein Unternehmen in der Ukraine, musste aber aufgrund des Ukraine-Kriegs fliehen. Deshalb habe ich mich in Wien selbstständig gemacht”, schildert die Gründerin und Geschäftsführerin der CMC Unternehmensberatung.

Umfangreiche Unterstützung

Ziel von Trofymova ist es, andere Ukrainer am Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen. „Es gibt viele umfangreiche Unterstützungsangebote in Wien, z.B. von der Wirtschaftskammer oder der Wirtschaftsagentur - darüber sind wir sehr dankbar. Ich hoffe, dass diese weiterhin angeboten und ausgebaut werden”, erzählt die Unternehmerin, die die Gründungen von Ukrainern in Wien als große Chance für die Zukunft sieht. „Es ist wichtig, jetzt zu handeln, jetzt Unternehmen zu gründen und Beziehungen aufzubauen, damit nach dem Krieg, beim Wiederaufbau der Ukraine, bereits ein breites Netzwerk besteht. Davon profitieren dann alle Beteiligten.”

Gründerzahlen
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