th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Nach dem Terroranschlag: „Aufgeben ist sicher keine Option”

Umsatzeinbrüche in der Hotellerie, verschärfte Corona-Maßnahmen - und dazu noch ein Terrorakt in Wien vergangene Woche. Zum Jubeln ist Wiens Gastronomie- und Hotelleriebetrieben in der Inneren Stadt momentan nicht zumute. Den Kopf in den Sand zu stecken ist trotzdem kein Thema.

Half Gästen und unterstützte die Polizei: Gastronom Thomas Hillinger
© Florian Wieser Half Gästen und unterstützte die Polizei: Gastronom Thomas Hillinger

„Da war gar nicht mehr viel Zeit zu überlegen oder panisch zu werden, wir mussten schnell handeln”, schildert Vera Kremslehner-Braunegg die Ereignisse des Terrorakts in der Wiener Innenstadt vom 2. November. Kremslehner-Braunegg, General Manager der Gruppe Hotel Regina, Hotel Royal, Graben Hotel, Hotel Johann Strauss, erzählt weiter: „Ich mache das Pausenbuffet für die Wiener Kammerspiele, die haben mich sofort angerufen, Besucher evakuiert und zu uns ins Hotel Royal geschickt.” Sie habe gemeinsam mit den Mitarbeitern auf Anraten der Polizei die Fenster des Hotels verdunkelt. Als nächstes riefen sie Mitarbeiter der Pizzeria Santo Stefano an, das Lokal beim Graben Hotel.

„Da waren Gäste im Schanigarten, ein schöner Abend, einen Tag vor der coronabedingten Schließung. Die haben wir dann natürlich im Graben Hotel untergebracht, das moment gar nicht geöffnet ist."
Vera Kremslehner-Braunegg

Geöffnet seien momentan das Hotel Regina und das Royal für Geschäftsreisende, Touristen bleiben leider aus. „Ich hoffe, dass die Maßnahmen diesen Monat etwas bringen und die Neuinfektionen endlich sinken. „Wir sind schließlich auf Gäste aus dem Ausland angewiesen”, so Kremslehner-Braunegg. „Ich freue mich über den Umsatzersatz. Das wird eine wichtige Hilfe sein, da die Situation momentan wirklich schwierig ist.” Viel Zeit zum Überlegen blieb Norbert Suchanek auch nicht. „Mich rief ein Hotelmitarbeiter an und berichtete, dass zahlreiche Menschen aus umliegenden Lokalen bei uns Zuflucht gesucht haben, erzählt der Direktor des Hotel Wandl am Petersplatz - seit 170 Jahren in Familienbesitz. 

„Ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter, die umsichtig gehandelt, verängstigten Menschen beruhigt und ihnen Zimmer organisiert haben.”
Norbert Suchanek

Es wurden sogar die Corona-Maßnahmen umgesetzt, Masken verteilt und die Namen der Gäste registriert. „Wir haben die ganze Zeit geöffnet und keine Mitarbeiter gekündigt. Unsere Gäste sind momentan natürlich vor allem Geschäftsreisende.”Er hofft auf die schnelle Auszahlung des Umsatzersatzes. „Auch wenn das jetzt nicht alles rosig macht, es ist eine positive Hilfe und ist besser aufgestellt, als ich dachte. So oder so heißt es gerade jetzt: Stark bleiben und positiv in die Zukunft blicken.”

Vera Kremslehner-Braunegg (vor dem Hotel Royal)
© Florian Wieser Vera Kremslehner-Braunegg (vor dem Hotel Royal)
Harald Prochazka (Bar/Cafè Joma)
© Florian Wieser Harald Prochazka (Bar/Cafè Joma)
Norbert Suchanek (Hotel Wandl).
© Florian Wieser Norbert Suchanek (Hotel Wandl).
Haben in der Terrornacht in Wien beherzt geholfen - dabei weder Kosten noch Mühen gescheut - und können glücklicherweise wieder ein wenig lächeln, v.l.: Vera Kremslehner-Braunegg (vor dem Hotel Royal), Harald Prochazka (Bar/Cafè Joma), Norbert Suchanek (Hotel Wandl).

Keine Filmszene, sondern Realität

Als „extrem positiv” empfand Thomas Hillinger, Betriebleiter des Castelletto, zunächst den Montagabend. „Ich habe mich gefreut, dass am vor der Schließung so viele Leute unterwegs waren. Alleine im Schanigarten saßen etwa 200 Gäste.” Die Freude nahm ein jähes Ende, als ihn ein Kellner über Schüsse informierte. Das sei doch Quatsch, dachte Hillinger, aber:

„Plötzlich, wie in einer Filmszene, rannten Leute panisch aus den Seitengassen und suchten Zuflucht vor dem Attentäter. Ich wies alle Gäste an, sich sofort im Lokal zu verstecken. Und ich habe den Täter gesehen, der Schüsse auf unser Lokal abgab.” 
Thomas Hillinger

Gegen Mitternacht habe sich die WEGA einquartiert, um das Castelletto als Stützpunkt zu nutzen, da der Bau verglast ist und eine gute Sicht erlaubt. So schwierig das alles zu verarbeiten sei, auch Hillinger will sich nicht unterkriegen lassen. „Wir wollen in etwa zwei Wochen, wenn der Schaden repariert ist, einen Abhol- und Lieferservice anbieten”. Der Umsatzersatz sei auf jeden Fall ein „wichtiges Zeichen und eine große Hilfe.” Und: „Ich liebe es Gastronom zu sein. Das Leben muss und wird weitergehen.”

Harald Prochazka, Geschäftsführer des Joma, dachte zunächst, einer Mitarbeiterin sei das Tablett aus den Händen gefallen, „als es gegen 20 Uhr so laut krachte”. Als er und sein Team Pistolenschüsse aus der Judengasse hörten, wurde klar „da läuft etwas extrem Ungutes”. „Wir haben schnell reagiert und alle Gäste angewiesen, sofort ins Lokalinnere zu kommen.” Die WEGA traf dann kurze Zeit später ein und bewachte das Joma bis etwa Mitternacht. „Manche Gäste sind bis 2 Uhr in der Früh geblieben, weil sie sich nicht rausgetraut haben”, erzählt der Gastronom. Natürlich, so wie seine Branchenkollegen, habe man den Gästen Getränke gereicht und versucht, Ruhe zu verbreiten.

„Unser Koch hat in der Küche mit ein paar Leuten gekocht. Ich bin einfach froh, so tolle Mitarbeiter zu haben.”
Harald Prochazka

In der Zeit der Schließung bietet das Joma nun Abhol- und Lieferdienste an. Der Umsatzersatz kommt Prochazka sehr gelegen, das sei ein positives Signal für die Branche und eine gute Unterstützung. „Wissen Sie, meine Einstellung als Unternehmer ist ganz klar, sich auf jede Situation einzustellen, immer einen Ausweg zu suchen und das Beste daraus zu machen.” Denn Aufgeben, betont Prochazka, sei ganz sicher keine Option.


Das könnte Sie auch interessieren

Die Gastronomiespezialisten von Zeta Gastro entwickelten gemeinsam mit den IT-Spezialisten von Ibindo im Rahmen ihrer Kooperation Ideen, die genau am Puls der Zeit liegen: Die digitale Corona Gästeregistrierung und die kontaktlose Speisekarte.

Wenn Gastronomie und IT-Experten kooperieren

Die Gastronomiespezialisten von Zeta Gastro entwickelten gemeinsam mit den IT-Spezialisten von Ibindo im Rahmen ihrer Kooperation Ideen, die genau am Puls der Zeit liegen: Die digitale Corona Gästeregistrierung und die kontaktlose Speisekarte. mehr

Martin Filipp, mi’pu’mi Games

Brauchen Förderung für Wachstum

Ein klares Commitment der Politik und mehr Fördermöglichkeiten wünscht sich die heimische Gaming-Branche, um weltweit mithalten zu können. mehr