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Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigen

Tausende Wiener Unternehmer lassen sich von den Experten der Wirtschaftskammer Wien beraten. Ein Auszug der aktuellen Fragen.

Tausende Wiener Unternehmer lassen sich von den Experten der Wirtschaftskammer Wien beraten. Ein Auszug der aktuellen Fragen.
© DOC RABE Media/Fotolia Tausende Wiener Unternehmer lassen sich von den Experten der Wirtschaftskammer Wien beraten. Ein Auszug der aktuellen Fragen.
  • Muss das Ausmaß der Teilzeit verbindlich festgelegt werden? 
    Ja, die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit ist im Arbeitsvertrag schriftlich festzulegen. Fehlt die Angabe des Arbeitszeit-Ausmaßes, handelt es sich nach gängiger Judikatur um „Arbeit auf Abruf” - und das ist verboten. Jede Änderung des wöchentlichen Arbeitszeitausmaßes - etwa von 20 auf 25 Stunden - muss ebenso schriftlich erfolgen.
  • Können für Teilzeitbeschäftigte Mehrarbeit und Überstunden angeordnet werden?
    Arbeitgeber können auch für Teilzeitbeschäftigte Mehrarbeit anordnen, wenn gesetzliche Bestimmungen, Kollektivvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag das vorsehen, ein erhöhter Arbeitsbedarf vorliegt und keine berücksichtigungswürdigen Interessen des Arbeitnehmers der Mehrarbeit entgegenstehen. Nur bei Teilzeit nach dem Mutterschutz- oder Väterkarenzgesetz kann Mehrarbeit nicht einseitig angeordnet werden. Mehrarbeit ist jene Arbeitsleistung, die über das vereinbarte Ausmaß der wöchentlichen Arbeitszeit (z.B. 25 Wochenstunden) hinausgeht, aber die gesetzliche Normalarbeitszeit (in der Regel 40 Wochenstunden) nicht überschreitet. Arbeitsleistungen über die gesetzliche Normalarbeitszeit hinaus sind Überstunden. Bei angeordneten Überstunden hat der Mitarbeiter ein Ablehnungsrecht. Eine Verpflichtung zur Überstundenleistung kann sich aber aus dem Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung sowie dem Kollektivvertrag ergeben.
  • Muss ich geleistete Mehrstunden eines Teilzeitmitarbeiters in Geld oder Freizeit abgelten?
    Grundsätzlich bekommen Teilzeitmitarbeiter für Mehrarbeit einen Zuschlag von 25 Prozent des Normallohns pro Stunde. Dieser kann in Geld oder in Freizeit gewährt werden, das ist Vereinbarungssache. Er entfällt jedoch, wenn die Mehrarbeitsstunden innerhalb des Kalen-
    dervierteljahres (bzw. eines anderen, festgelegten dreimonatigen Zeitraums), in dem sie angefallen sind, durch Zeitausgleich im Verhältnis 1:1 ausgeglichen werden. Wird der Zeitausgleich erst später gewährt, gebührt wiederum der 25-prozentige Zuschlag. In dieser Frage sind immer auch die jeweils zur Anwendung kommenden Kollektivverträge zu beachten.
  • Haben Teilzeitmitarbeiter Anspruch auf Ruhepausen?
    Beträgt die Tagesarbeitszeit mehr als sechs Stunden, ist die Arbeitszeit durch eine Ruhepause von mindestens einer halben Stunde zu unterbrechen. Daher haben auch Teilzeitmitarbeiter Anrecht auf eine mindestens halbstündige Pause, sobald ihre Arbeitszeit an einem Tag sechs Stunden übersteigt. Die Pause kann auch in zweimal 15 Minuten oder dreimal 10 Minuten aufgeteilt werden. Sie sind unbezahlt, ob der Mitarbeiter selbst bestimmen kann, wann er sie macht, hängt von der Vereinbarung im Betrieb ab. Es muss aber zumindest der mögliche Zeitraum für die Ruhepause eingegrenzt sein, Pausen „auf Zuruf” sind unzulässig.
  • Was ist Bildungsteilzeit?
    Die Bildungsteilzeit ermöglicht eine Weiterbildung bei aufrechtem Arbeitsverhältnis. Sie muss zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schriftlich vereinbart werden und mindestens vier und höchstens 24 Monate dauern. Das Arbeitsverhältnis muss vor Beginn der Bildungsteilzeit mindestens sechs Monate bestanden haben. Die bisherige wöchentliche Normalarbeitszeit ist um mindestens 25 Prozent und höchstens die Hälfte zu reduzieren, muss aber mindestens zehn Stunden betragen und über der Geringfügigkeitsgrenze liegen.
  • Was ist Pflegeteilzeit?
    Die Pflegeteilzeit ermöglicht die Betreuung eines nahen Angehörigen bei Herabsetzung der wöchentlich vereinbarten Normalarbeitszeit (nicht unter zehn Stunden). Pflegeteilzeit kann vereinbart werden, wenn ein Angehöriger Pflegegeld der Stufe 3 oder höher bezieht (bei minderjährigen Pflegebedürftigen ab Pflegestufe 1) oder nachweislich an Demenz leidet und Pflegegeld bezieht. Pflegeteilzeit kann für mindestens einen und maximal drei Monate vereinbart werden, die Teilung ist nicht zulässig. Nach dem Ende kann eine neuerliche Pflegeteilzeit vereinbart werden. Auch der Wechsel in eine Pflegekarenz ist möglich, wenn sich der Pflegebedarf erhöht.



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