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Mit wehenden Fahnen zum Mund-Nasen-Schutz-Nähen

Normalerweise fertigt das Traditionsunternehmen „alles fahnen!” Fahnen, Wimpel und Banner aus Stoff. In der Corona-Krise zog der Betrieb blitzschnell ein zweites Standbein auf: Die Produktion von Mund-Nasen-Schutz-Masken von besonders hoher Qualität.

Mehrere Arbeitsschritte und viel Sorgfalt braucht es, bis eine „alles fahnen!”-Maske fertig ist.
© R.Reichhart/AUVA Mehrere Arbeitsschritte und viel Sorgfalt braucht es, bis eine „alles fahnen!”-Maske fertig ist.

Eine schlimmere Vollbremsung als durch das Coronavirus hätte sich Karl Tattyrek, Chef der Fahnen-, Banner- und Wimpelproduktion „alles fahnen!” im 15. Bezirk, kaum vorstellen können. Richtig gut sei das Unternehmen gelaufen, „bis Mitte März waren wir auf dem besten Weg, das Rekord-Vorjahr zu übertreffen”, erzählt er. Dann kam der Lockdown. „Und plötzlich war es wie in den Weihnachtsferien, vielleicht drei Anrufe in der ganzen Woche.”

Resigniert wird nicht

Doch Tattyrek, der - aus der Druckereibranche kommend - die Fahnenproduktion vor 15 Jahren übernommen und modernisiert hat, ist niemand, der gleich resigniert. Während anfangs noch vorhandene Aufträge abgearbeitet wurden, suchte er nach Alternativen. Und kam bald auf Mund-Nasen-Schutzmasken, weil dafür schon die beste Basis vorhanden war: In der Fahnenproduktion arbeiten zwei Näherinnen, im Lager gab es noch eine Overlock-Nähmaschine vom Vorgänger. Der passende Stoff - hautfreundliches Ökotex-Polyestergewebe - war im Haus, „es ist unser Standardmaterial für Transparente”, so Tattyrek. Und für das Innenfutter fand sich praktischerweise noch ein großer Ballen Baumwollstoff im Lager. Einfach drauf los zu nähen, war Tattyreks Sache aber nicht. „Mein Ziel war es, größere Mengen in Top Qualität und kurzer Zeit zu erzeugen.” Erste Muster wurden an die Kunden verschickt - mit beachtlicher Resonanz. Dank der hohen Produktqualität - der Stoff garantiert 80-prozentigen Tröpfchenschutz - ergatterte Tattyrek einen 10.000 Stück-Auftrag der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA). Das trug mit dazu bei, dass sich „alles fahnen!” in kurzer Zeit einen guten Namen als Top Quality-Maskenproduzent gemacht hat.

Eine Maske braucht viel Arbeit

Die Nachfrage ist so hoch, dass Tattyrek zwei weitere Näherinnen und zwei Hilfskräfte eingestellt hat. Ein großer finanzieller Gewinn wird mit der Maskenproduktion aber nicht erzielt. Der Personaleinsatz ist hoch, es sind viele Arbeitsschritte, bis jede Maske zugeschnitten, genäht, gebügelt und zuletzt händisch verpackt ist. Für ihn zähle aber, die Firma samt Personal über die Krise bringen und ihre Ressourcen für die Allgemeinheit einsetzen zu können. Der Firmenchef hofft, dass auch das ursprüngliche Standbein des Unternehmens - die Fahnen- und Banner-Produktion - bald wieder richtig anspringt. „Das ist unser Metier, da sind wir Platzhirsch in Ostösterreich.”

Sommertheater und Festspiele sind sonst immer wichtige Auftraggeber. Das habe sich für heuer aufgrund der vielen Absagen wohl erledigt. Selbst für 2021 ist Tattyrek skeptisch. „Die Angst wird die Leute noch länger begleiten, und die wirtschaftlichen Folgen der Krise werden davon gesteuert sein.” Nachsatz: „Immerhin können wir durch unsere Masken helfen, diese Angst zu verringern.”


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