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Mit Galanterie durch die Krise

Ob Beratung im Baumarkt oder Hilfe in der Drogerie: Taxifahrer Wolfgang Kirchhofer setzt auf vollen Service bei seinen Kunden.

Taxifahrer Wolfgang Kirchhofer begleitet seine Stammkunden auch in Corona-Zeiten. Hedwig Reder (r.) ist blind und hat in ihm eine verlässliche Stütze beim Einkaufen.
© Florian Wieser Taxifahrer Wolfgang Kirchhofer begleitet seine Stammkunden auch in Corona-Zeiten. Hedwig Reder (r.) ist blind und hat in ihm eine verlässliche Stütze beim Einkaufen.

Wie sehr Taxifahrer Wolfgang Kirchhofer auf Service setzt, zeigt sich schon vor dem Termin. „Bitte kräftig frühstücken, weil wir lange durchhalten müssen” und „warme Kleidung mitnehmen”, schreibt er per SMS. „Ich überlege mir, welchen Service ich gerne hätte und genau den versuche ich meinen Kunden zu bieten”, erklärt er wenig später im Taxi am Weg zu einer seiner Stammkundinnen. Hedwig Reder - oder „Hedi”, wie sie von Kirchhofer genannt wird - ist blind und fährt gelegentlich mit Kirchhofer einkaufen. Dabei beschränkt sich das Angebot des Taxilenkers nicht nur auf den reinen Weg, er geht mit seiner Kundin auch ins Geschäft.  

„Regionale Unternehmer brauchen Aufträge und Umsätze. Kaufen Sie jetzt um die Ecke ein, gehen Sie zum benachbarten Wirt und nutzen Sie die Dienste der Wiener Taxilenker.
© Florian Wieser „Regionale Unternehmer brauchen Aufträge und Umsätze. Kaufen Sie jetzt um die Ecke ein, gehen Sie zum benachbarten Wirt und nutzen Sie die Dienste der Wiener Taxilenker." sagt Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr

Egal ob Waschperlen oder Duschgel, Kirchhofer hilft Reder dabei, die richtigen Marken und Gerüche auszusuchen. „Wir kennen uns schon lange”, erklärt der Taxifahrer. „Wir sind auch schon gemeinsam nach Salzburg gefahren und ich habe ihr eine Spezialführung auf der Burg organisiert, dort wollte sie unbedingt hin.” Geholfen hat dabei Kirchhofers langjährige Taxierfahrung - schließlich war er dort - bevor er in Wien sesshaft wurde - 25 Jahre lang als Taxifahrer unterwegs.

Treue Stammkunden auch in Corona-Zeiten

Nach der Fahrt mit Reder geht es weiter zu weiteren Stammkundinnen. Die erste fährt Kirchhofer zu einer Boutique, um dort einen Umtausch abzuwickeln. Mit der zweiten Kundin geht es zum Baumarkt, um Glühbirnen zu kaufen. „Ich bin froh, dass er mir hilft, ich kenne mich da ja gar nicht aus”, erzählt Waltraute Jakum.  „Dass er sich handwerklich auskennt, weiß ich, weil er mir letztens im Garten geholfen hat.” Das gute Service macht sich bezahlt. Rund die Hälfte seines Umsatzes macht Kirchhofer mit seinen Stammkunden. Während viele Taxifahrer derzeit Umsatzeinbrüche von fast 100 Prozent zu beklagen haben, ist das Minus von Kirchhofer darum nur klein. „Vorzeige-Taxifahrer wie Wolfgang Kirchhofer zeigen, dass die Taxibranche eine wichtige gesellschaftliche Funktion einnimmt. Taxifahren ist weit mehr als nur der Trccansport von A nach B”, sagt Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr. „Es geht um Kommunikation, um Service und darum, ein verlässlicher Partner für die Wiener zu sein.”

Jetzt regionale Dienstleistungen nutzen

Trotz allem seien die Taxifahrer wie alle Branchen schwer von der Krise getroffen worden. Mit der Initiative #wiederimgschäft weist die Wirtschaftskammer Wien darauf hin, jetzt die Dienstleistungen von Wiener Unternehmern in Anspruch zu nehmen.

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